Stimmt es, dass…?
„Das vertraute Bild der hölzernen Schwelle verschwindet – unter den meisten Gleisen liegt heute grauer Beton.“
Stimmt es, dass Bahnschwellen heute aus Beton sind?
→ Ein Mythos über das Material unter den Schienen auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt überwiegend. Die alten hölzernen Schwellen weichen seit langem mehr und mehr den Betonschwellen. Beton ist haltbarer, schwerer und hält die Gleise besonders stabil in ihrer Lage. Holzschwellen gibt es dennoch weiterhin, besonders an Weichen und auf Brücken.
Wer an ältere Gleise denkt, hat oft das Bild der dunklen, nach Teer riechenden hölzernen Schwellen vor Augen.
Doch wer heute genauer auf die Gleise schaut, entdeckt unter den meisten Schienen längst graue Schwellen aus Beton.
Ob die alte Holzschwelle damit ganz verschwunden ist, ist eine überraschend aufschlussreiche Frage.

Wofür die Schwelle da ist
Die Schwellen sind die Querbalken, die unter den beiden Schienen liegen und diese miteinander verbinden.
Ihre wichtigste Aufgabe ist es, den festen Abstand zwischen den beiden Schienen dauerhaft zu wahren.
Zugleich verteilen sie das enorme Gewicht der Züge auf das darunterliegende Schotterbett.
Ohne die Schwellen würden die Schienen unter der Last der Züge auseinanderdriften und ihre Lage verlieren.

Von Holz zu Beton
Über viele Jahrzehnte wurden die Schwellen fast ausschließlich aus Holz gefertigt, das man dafür haltbar machte.
Seit langem aber werden die Holzschwellen mehr und mehr durch Schwellen aus Beton ersetzt.
Heute liegt unter dem größten Teil der Gleise in Deutschland der graue Beton statt des alten Holzes.
Dieser Wandel des Materials vollzieht sich langsam, aber stetig, mit jeder erneuerten Strecke.
Gut zu wissen
Die Schwelle hält den festen Abstand der beiden Schienen und verteilt das Gewicht der Züge auf das Schotterbett darunter.
Beton ist haltbarer und schwerer, das hält die Gleise stabil. Holz wird noch an Weichen, auf Brücken und Nebenstrecken gebraucht, weil es sich leichter anpassen lässt.
Warum Beton sich durchsetzt
Der wichtigste Grund für den Beton ist seine deutlich längere Haltbarkeit im Vergleich zum Holz.
Während eine Holzschwelle mit der Zeit fault und ersetzt werden muss, hält die Betonschwelle sehr viel länger.
Zudem ist die Betonschwelle schwerer und hält die Gleise dadurch besonders stabil und sicher in ihrer Lage.
Gerade auf schnellen und stark befahrenen Strecken ist diese Stabilität von großem Vorteil.
Das Gewicht als Vorteil
Das hohe Gewicht der Betonschwelle mag zunächst wie ein Nachteil erscheinen, ist in Wahrheit aber ein Vorzug.
Denn je schwerer die Schwelle ist, desto besser hält sie das Gleis gegen die Kräfte der vorbeirollenden Züge fest.
Gerade bei hohem Tempo wirken gewaltige Kräfte auf das Gleis, denen die schwere Schwelle standhält.
So sorgt der Beton dafür, dass die Schienen auch bei schnellster Fahrt sicher in ihrer Spur bleiben.
Wo Holz noch gebraucht wird
So sehr sich der Beton durchsetzt, die Holzschwelle ist keineswegs völlig verschwunden.
An besonders komplizierten Stellen wie Weichen kommt oft noch die anpassungsfähigere Holzschwelle zum Einsatz.
Auch auf manchen Brücken und Nebenstrecken liegt bis heute das bewährte Holz.
Holz lässt sich zudem leichter bearbeiten und an ungewöhnliche Formen anpassen als der starre Beton.
Die Frage der Umwelt
Beim Vergleich der Materialien spielt auch die Frage der Umwelt eine wichtige Rolle.
Alte Holzschwellen wurden mit Stoffen haltbar gemacht, deren Entsorgung heute als problematisch gilt.
Der Beton dagegen kommt ohne solche Stoffe aus, verbraucht bei seiner Herstellung aber viel Energie.
Beide Materialien haben damit ihre eigenen Vor- und Nachteile für die Umwelt.
Ein leiser Wandel unter den Füßen
Der Wandel vom Holz zum Beton vollzieht sich weitgehend unbemerkt unter den Füßen der Reisenden.
Kaum jemand achtet beim Warten auf dem Bahnsteig darauf, aus welchem Material die Schwellen bestehen.
Und doch verändert dieser leise Wandel die Grundlage, auf der der ganze Bahnverkehr ruht.
So verschwindet mit den Holzschwellen ein vertrautes Stück der alten Eisenbahnwelt.
Was von dem Mythos übrig bleibt
Am Ende bestätigt sich die Beobachtung in ihrem Kern, wenn auch mit einer wichtigen Einschränkung.
Ja, die Schwellen unter den Gleisen sind heute überwiegend aus Beton, der das haltbarere und stabilere Material ist.
Doch die alte Holzschwelle ist nicht ganz verschwunden, sondern hält sich an Weichen, auf Brücken und Nebenstrecken.
Wer das nächste Mal auf ein Gleis schaut, kann selbst nachsehen, ob dort Beton oder noch Holz die Schienen trägt.
Ein Blick auf die alten Schwellen
Wer mit offenen Augen an einem alten Nebengleis entlanggeht, entdeckt dort oft noch die dunklen, verwitterten Holzschwellen von einst.
Ihr typischer Geruch nach Teer und ihre von der Sonne gezeichnete Oberfläche erzählen von vielen Jahrzehnten treuen Dienstes.
Für manche Eisenbahnfreunde sind diese alten Schwellen ein liebgewonnenes Stück der klassischen Eisenbahnwelt.
Mit jeder erneuerten Strecke aber weichen sie ein Stück weiter dem nüchternen, grauen Beton der Gegenwart.
Häufige Fragen
Sind Bahnschwellen heute aus Beton?
Warum setzt sich Beton durch?
Wofür ist die Schwelle überhaupt da?
Gibt es noch Holzschwellen?
Warum ist das Gewicht ein Vorteil?
Weiterfahrt
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