Ich verstehe nur Bahnhof
„Zwei Streifen Stahl, quer darunter die Schwellen und überall grobe Steine – so einfach das Gleis aussieht, so ausgeklügelt ist sein Aufbau.“
Wie ist ein Gleis aufgebaut? Schiene, Schwelle und Schotter
→ Ein Blick auf die drei Schichten unter jedem Zug.
Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon
Kurz gesagt
Ein Gleis besteht aus drei Teilen, die zusammenwirken. Oben liegen die Schienen aus Stahl, quer darunter die Schwellen, die ihren Abstand halten, und ganz unten das Schotterbett aus groben Steinen, das das Gewicht verteilt und das Gleis federt.
Auf den ersten Blick sieht ein Gleis einfach aus, nämlich wie zwei glänzende Streifen aus Stahl, die sich in die Ferne ziehen.
Doch dieser scheinbar simple Aufbau ist in Wahrheit ein ausgeklügeltes Zusammenspiel mehrerer Schichten.
Wie ein Gleis wirklich aufgebaut ist und warum überall grobe Steine liegen, ist eine überraschend aufschlussreiche Sache zu wissen.

Drei Schichten, ein Ganzes
Ein Gleis besteht im Kern aus drei Schichten, die sorgfältig aufeinander abgestimmt sind.
Ganz oben liegen die beiden Schienen aus Stahl, über die die Räder des Zuges rollen.
Quer darunter liegen die Schwellen, welche die beiden Schienen miteinander verbinden.
Ganz unten schließlich ruht alles auf einem dicken Bett aus grobem Schotter.

Die Schiene oben
Die Schiene ist der sichtbare und glänzende Teil des Gleises, über den das Rad des Zuges läuft.
Sie besteht aus besonders hartem Stahl, der dem ständigen Rollen der schweren Räder standhalten muss.
Ihre sorgfältig geformte Gestalt aus Fuß, Steg und Kopf verteilt das Gewicht und macht sie besonders stabil.
Die Schiene trägt damit unmittelbar die Last des Zuges und leitet sie an die Schwellen weiter.
Gut zu wissen
Für das Schotterbett wird grober, kantiger Stein verwendet, weil sich die Steine ineinander verhaken und das Gleis festhalten. Runder Kies würde wegrollen.
Auf schnellen Strecken und in langen Tunneln gibt es die feste Fahrbahn: Die Schienen liegen dann auf einer Betonplatte statt auf losem Schotter.
Die Schwelle in der Mitte
Unter den Schienen liegen quer die Schwellen, die man sich als die Rippen des Gleises vorstellen kann.
Ihre wichtigste Aufgabe ist es, den genauen Abstand zwischen den beiden Schienen dauerhaft zu wahren.
Zugleich nehmen sie das Gewicht von den Schienen auf und geben es an das Schotterbett darunter weiter.
Ob aus Holz oder aus Beton, die Schwelle ist das verbindende Glied zwischen Schiene und Untergrund.
Das Schotterbett unten
Ganz unten ruht das ganze Gleis auf einem dicken Bett aus grobem, gebrochenem Stein, dem Schotter.
Dieses Schotterbett verteilt das gewaltige Gewicht des Zuges auf eine breite Fläche des Untergrunds.
Zugleich federt der lose Schotter die Stöße der Züge ab und gibt dem Gleis eine gewisse Nachgiebigkeit.
So sorgt das unscheinbare Schotterbett dafür, dass die Fahrt sanfter und der Untergrund geschont wird.
Warum gerade grober Schotter
Dass für das Schotterbett gerade grober, kantiger Stein verwendet wird, hat einen wichtigen Grund.
Die kantigen Steine verhaken sich ineinander und halten das Gleis dadurch fest an seinem Platz.
Zugleich lässt der lose Schotter das Regenwasser gut ablaufen, sodass das Gleis nicht im Nassen steht.
Runder Kies dagegen würde wegrollen und dem Gleis nicht den nötigen Halt geben.
Das Gleis muss gepflegt werden
Unter der ständigen Last der Züge verändert sich das Gleis mit der Zeit und muss gepflegt werden.
Der Schotter verdichtet sich, verschiebt sich und muss immer wieder neu ausgerichtet und gestopft werden.
Besondere Maschinen fahren die Gleise ab, heben sie an und stopfen den Schotter wieder fest darunter.
Diese Pflege sorgt dafür, dass das Gleis stets in seiner richtigen Höhe und Lage bleibt.
Das Gleis ohne Schotter
Auf besonderen Strecken gibt es auch Gleise, die ganz ohne das lose Schotterbett auskommen.
Bei dieser sogenannten festen Fahrbahn sind die Schienen auf einer durchgehenden Betonplatte befestigt.
Eine solche feste Fahrbahn ist besonders haltbar und muss seltener gepflegt werden.
Dafür ist ihr Bau teurer, weshalb sie vor allem in langen Tunneln und auf schnellen Strecken zu finden ist.
Ein durchdachtes Ganzes
Am Ende zeigt sich, dass das scheinbar einfache Gleis ein durchdachtes Zusammenspiel mehrerer Schichten ist.
Jede Schicht hat ihre eigene Aufgabe, von der tragenden Schiene bis zum federnden Schotterbett.
Erst im Zusammenwirken tragen sie die gewaltige Last der Züge sicher und dauerhaft.
Wer das nächste Mal auf ein Gleis blickt, sieht darin nun weit mehr als nur zwei Streifen aus Stahl.
Wenn das Gleis schwebt
Ein besonders eindrucksvolles Bild ergibt sich, wenn eine Stopfmaschine ein ganzes Gleis für einen Moment anhebt.
Dann hängen Schienen und Schwellen scheinbar frei in der Luft, während die Maschine den Schotter darunter neu verdichtet.
Anschließend senkt sich das Gleis wieder in seine genaue Höhe und Lage, exakt vermessen und fest gebettet.
So zeigt sich bei dieser Pflege, wie beweglich und zugleich präzise das scheinbar so starre Gleis in Wahrheit ist.
Häufige Fragen
Wie ist ein Gleis aufgebaut?
Wofür ist das Schotterbett da?
Warum grober Schotter und kein Kies?
Was macht die Schwelle?
Was ist eine feste Fahrbahn?
Weiterfahrt
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