Sollte die Bahn mehr gegen den Lärm für die Anwohner tun?

Standpunkt

„Wer direkt an der Güterstrecke wohnt, wird Nacht für Nacht vom Rollen der Züge aus dem Schlaf gerissen.“

Sollte die Bahn mehr gegen den Lärm für die Anwohner tun?

→ Ein Standpunkt über den Lärm entlang der Gleise.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Mehr Lärmschutz würde den vielen Menschen entlang der Gleise Ruhe und Schlaf zurückgeben, gerade an den Güterstrecken. Doch leisere Bremsen, Schallwände und ruhigere Züge kosten viel Geld, und ganz verstummen lässt sich eine Bahn nie. Ob die Bahn mehr gegen den Lärm tun sollte, ist eine Abwägung zwischen dem Schutz der Anwohner und dem Aufwand.

Für die einen ist die Bahn ein Segen, für die Anwohner an einer viel befahrenen Strecke oft eine Last.

Denn Tag und Nacht rollen die Züge vorbei und erfüllen die Luft mit ihrem Lärm.

Ob die Bahn mehr gegen diesen Lärm tun sollte, ist deshalb eine wichtige Frage.

SOB Re 456 Weissenbachviadukt Degersheim
Foto: Kabelleger / David Gubler, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Lärm an der Strecke

Wer nah an einer viel befahrenen Bahnstrecke wohnt, kennt den Lärm der Züge gut.

Besonders die schweren Güterzüge rollen mit einem lauten Rauschen und Rattern vorbei.

Da diese oft in der Nacht fahren, stören sie den Schlaf der Anwohner.

So wird die Nähe zur Bahn für viele Menschen zu einer echten Belastung.

DB RE Norddeich Mole
Foto: Clic, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Lärm macht krank

Ständiger Lärm ist mehr als nur ein Ärgernis, er kann auch krank machen.

Wer nachts immer wieder aus dem Schlaf gerissen wird, findet keine Erholung.

Auf Dauer kann das der Gesundheit der Betroffenen ernsthaft schaden.

So ist der Schutz vor Lärm auch eine Frage der Gesundheit vieler Menschen.

Leisere Bremsen an den Wagen

Ein großer Teil des Lärms entstand früher an den quietschenden Bremsen der Güterwagen.

Darum wurden die alten Bremsen nach und nach durch leisere ersetzt.

Diese neuen Bremsen sorgen dafür, dass die Wagen deutlich leiser rollen.

So lässt sich mit einer klugen Technik ein großer Teil des Lärms vermeiden.

Wände gegen den Schall

An besonders belasteten Strecken helfen zudem hohe Wände gegen den Lärm.

Diese Schallschutzwände werfen den Schall zurück und schirmen die Häuser ab.

Dahinter ist es für die Anwohner spürbar ruhiger als zuvor.

So sind die Wände ein wirksames, wenn auch teures Mittel gegen den Lärm.

Das Argument der Kosten

Gegen einen noch stärkeren Lärmschutz spricht vor allem der hohe Aufwand.

Schallwände und der Umbau der Wagen kosten sehr viel Geld.

Dieses Geld fehlt dann womöglich beim Ausbau oder bei neuen Zügen.

So muss man abwägen, wie viel Schutz sich zu welchem Preis lohnt.

Ganz still wird es nie

Man muss auch ehrlich sagen, dass eine Bahn nie ganz verstummen kann.

Ein rollender Zug macht schon von Natur aus ein gewisses Geräusch.

Auch die beste Technik kann diesen Grundlärm nur mindern, nicht beseitigen.

So bleibt ein Rest an Lärm, mit dem die Anwohner leben müssen.

Ein Ausgleich der Interessen

Hier stehen die Interessen der Anwohner und der Bahn einander gegenüber.

Die einen wünschen sich Ruhe, die andere muss ihre Züge fahren lassen.

Gerade die umweltfreundliche Bahn soll ja mehr Verkehr aufnehmen, nicht weniger.

So gilt es, einen klugen Ausgleich zwischen Ruhe und Verkehr zu finden.

Eine Frage der Rücksicht

Am Ende steht die Abwägung zwischen dem Schutz der Anwohner und dem Aufwand.

Dass die Menschen an der Strecke ein Recht auf Ruhe haben, steht außer Frage.

Der Streit dreht sich um das Maß und darum, wer die Kosten trägt.

So liegt die kluge Lösung darin, den Lärm mit leiseren Zügen und Wänden weiter zu senken, wo Menschen wohnen.

Pro und Contra

Dafür

+  Ständiger Lärm raubt den Anwohnern den Schlaf und kann krank machen.

+  Leisere Bremsen haben schon viel Lärm vermieden und wirken weiter.

+  Schallwände schirmen die Häuser spürbar ab.

+  Die Menschen an der Strecke haben ein Recht auf Ruhe.

Dagegen

  Schallwände und der Umbau der Wagen kosten sehr viel Geld.

  Das Geld fehlt dann womöglich für Ausbau und neue Züge.

  Ganz still wird eine rollende Bahn nie werden.

  Die umweltfreundliche Bahn soll mehr Verkehr aufnehmen, nicht weniger.

Praktischer Tipp

Wer stark unter Bahnlärm leidet, kann sich an die Gemeinde und an die Bahn wenden, denn an vielen Strecken gibt es Programme für den Lärmschutz. Fenster mit gutem Schallschutz helfen im eigenen Haus spürbar. Auch die Wahl des Schlafzimmers auf der von der Strecke abgewandten Seite kann die Nachtruhe verbessern.

Grün gegen den Lärm

Neben Wänden und leiseren Bremsen hilft auch das Grün entlang der Strecke.

Büsche und Bäume können einen Teil des Schalls schlucken und mindern.

Zugleich sehen sie schöner aus als eine kahle graue Wand.

So verbindet ein grüner Streifen an der Strecke Nutzen und Anblick.

Er ist ein sanftes Mittel gegen den Lärm der Bahn.

Messen, wo es zu laut ist

Um gezielt gegen den Lärm vorzugehen, muss man ihn zunächst genau messen.

An belasteten Strecken wird daher regelmäßig die Lautstärke erfasst.

So erkennt man, wo der Lärm die Menschen am stärksten belastet.

Dort lässt sich der Schutz dann am wirksamsten einsetzen.

Unterm Strich

Ob die Bahn mehr gegen den Lärm tun sollte, lässt sich im Grundsatz klar bejahen.

Denn ständiger Lärm raubt den Anwohnern den Schlaf und kann ihrer Gesundheit schaden.

Dagegen stehen die hohen Kosten und die Tatsache, dass eine Bahn nie ganz verstummt.

Der klügste Weg liegt darin, den Lärm mit leiseren Zügen und Schallwänden weiter zu senken, vor allem dort, wo viele Menschen nah an der Strecke wohnen.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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