Stimmt es, dass Güterzüge vor allem nachts fahren?

Stimmt es, dass…?

„Während die Reisenden schlafen, ist auf der Schiene Hochbetrieb – dann gehört das Netz vor allem den Gütern.“

Stimmt es, dass Güterzüge vor allem nachts fahren?

→ Ein Mythos über den Güterverkehr in der Nacht.

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Kurz gesagt

Teils stimmt das. Güterzüge fahren rund um die Uhr, doch ein besonders großer Teil rollt tatsächlich in der Nacht. Denn dann sind die Gleise freier, weil kaum noch Personenzüge unterwegs sind. So kann die schwere Fracht die Strecken nutzen, ohne den Reiseverkehr am Tag zu behindern.

Wer nachts in der Nähe einer Bahnstrecke wohnt, hört mitunter lange Güterzüge vorbeirollen.

Am Tage dagegen scheint die Schiene vor allem den Personenzügen zu gehören.

Ob Güterzüge wirklich vor allem in der Nacht fahren, lohnt einen genaueren Blick.

Gleis 425, 0, Mittelfeld, Hannover
Foto: GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Güter rollen rund um die Uhr

Zunächst ist festzuhalten, dass Güterzüge zu jeder Tages- und Nachtzeit fahren.

Auch am helllichten Tag sind viele schwere Züge mit Fracht unterwegs.

Die Wirtschaft braucht ihre Waren beständig, nicht nur zu bestimmten Stunden.

So gehört der Güterverkehr keineswegs allein der Nacht.

Bahnhof Triptis, Prellbock ehemaliges Gleis 1 (1)
Foto: Aagnverglaser, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Doch die Nacht ist besonders wichtig

Und dennoch steckt in dem alten Glauben ein wahrer Kern.

Denn ein besonders großer Teil der Güterzüge rollt tatsächlich in der Nacht.

Wenn die Menschen schlafen, herrscht auf mancher Strecke reger Güterverkehr.

So ist die Nacht für den Transport der Waren von großer Bedeutung.

Gut zu wissen

Güterzüge fahren rund um die Uhr, doch ein besonders großer Teil rollt in der Nacht. Dann sind die Gleise frei, weil kaum Personenzüge unterwegs sind, die am Tag oft Vorrang haben.

Für die Wirtschaft ist das ein Vorteil: Am Abend verladene Waren sind am Morgen am Ziel. Für die Anwohner bedeutet es Lärm, weshalb die Bahn ihre Güterwagen mit leiseren Bremsen ausrüstet.

Warum die Nacht so günstig ist

Der Grund dafür liegt in der Aufteilung des dichten Schienennetzes.

Am Tage sind die Gleise vor allem mit den vielen Personenzügen belegt.

In der Nacht aber ruht der Reiseverkehr zum größten Teil.

Dann werden die Strecken frei für die langen und langsamen Güterzüge.

Personenzüge haben oft Vorrang

Am Tage haben die Personenzüge auf vielen Strecken den Vorrang.

Sie fahren in einem festen Takt und dürfen nicht aufgehalten werden.

Ein langsamer Güterzug müsste ihnen immer wieder ausweichen.

In der Nacht dagegen kann er ungestört und zügig seinen Weg nehmen.

Ein Vorteil für die Wirtschaft

Für die Wirtschaft ist die nächtliche Fahrt der Güter ein großer Vorteil.

Waren, die am Abend verladen werden, sind am Morgen schon am Ziel.

So verbindet der nächtliche Güterzug zwei Arbeitstage miteinander.

Die Nacht wird auf diese Weise zur wertvollen Zeit für den Transport.

Die Kehrseite für die Anwohner

Für die Menschen entlang der Strecke hat der nächtliche Verkehr aber eine Kehrseite.

Denn ein vorbeirollender Güterzug ist auch in der Nacht deutlich zu hören.

Der Lärm kann den Schlaf der Anwohner empfindlich stören.

Darum arbeitet die Bahn daran, ihre Güterzüge leiser zu machen.

Leiser durch die Nacht

Um den Lärm zu mindern, wurden die Güterwagen nach und nach umgerüstet.

Neue, leisere Bremsen sorgen dafür, dass die Wagen nicht mehr so laut quietschen.

An besonders belasteten Strecken helfen zudem Wände gegen den Schall.

So versucht die Bahn, den nächtlichen Güterverkehr für die Anwohner erträglicher zu machen.

Was von dem Mythos übrig bleibt

Am Ende verdient die Frage ein abgewogenes Teils, teils als Antwort.

Güterzüge fahren rund um die Uhr, auch am helllichten Tag.

Doch ein besonders großer Teil rollt in der Nacht, wenn die Gleise frei sind.

So gehört die Nacht auf der Schiene tatsächlich zu einem großen Teil den Gütern.

Ein langer Zug in der Nacht

Ein nächtlicher Güterzug kann sehr lang sein und viele Minuten zum Vorbeifahren brauchen.

In der Stille der Nacht wirkt sein gleichmäßiges Rollen fast beruhigend.

Für den, der wach liegt, zieht dann eine endlose Kette von Wagen vorüber.

So gehört der lange Güterzug zum vertrauten Bild der Nacht an der Strecke.

Waren aus aller Welt

In den nächtlichen Güterzügen reisen die unterschiedlichsten Waren durch das Land.

Container aus fernen Häfen, Autos, Kohle und viele andere Güter sind darunter.

So verbindet der Güterzug die Fabriken, die Häfen und die Geschäfte miteinander.

Vieles, was wir am Tag kaufen, ist in der Nacht zuvor mit der Bahn gereist.

Die Bahn als stiller Lastträger

Ein großer Teil dieser Güter reist, ohne dass die meisten Menschen es bemerken.

Während wir schlafen, trägt die Bahn unermüdlich ihre schwere Last durch das Land.

Sie entlastet damit die Straßen von unzähligen schweren Lastwagen.

So ist der nächtliche Güterzug ein stiller, aber wichtiger Diener der Wirtschaft.

Ohne ihn stünde am Morgen manches Regal im Geschäft leer.

Häufige Fragen

Fahren Güterzüge vor allem nachts?
Teils. Sie fahren rund um die Uhr, doch ein besonders großer Teil rollt in der Nacht, wenn die Gleise frei sind, weil kaum Personenzüge unterwegs sind.
Warum ist die Nacht so günstig für Güterzüge?
Weil am Tag die Gleise vor allem mit Personenzügen belegt sind, die oft Vorrang haben. In der Nacht ruht der Reiseverkehr, und die Strecken werden frei für die Güterzüge.
Fahren tagsüber gar keine Güterzüge?
Doch, viele. Die Wirtschaft braucht ihre Waren beständig. Am Tag müssen die Güterzüge aber oft den schnelleren Personenzügen ausweichen.
Stört der nächtliche Güterverkehr die Anwohner?
Ja, das kann er. Ein vorbeirollender Güterzug ist auch nachts deutlich zu hören und kann den Schlaf stören. Darum macht die Bahn ihre Güterzüge leiser.
Wie werden Güterzüge leiser?
Vor allem durch neue, leisere Bremsen, mit denen die Wagen nach und nach umgerüstet wurden. An belasteten Strecken helfen zusätzlich Wände gegen den Schall.

Weiterfahrt

Was ist ein Rangierbahnhof? – wo Güterzüge entstehen

Wie viel wiegt ein Güterzug? – die schwere Fracht

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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