Stimmt es, dass…?
„Den größten Durst nach Strom hat ein Zug im Augenblick des Anfahrens – danach genügt ein Bruchteil.“
Stimmt es, dass Züge beim Anfahren am meisten Strom brauchen?
→ Ein Mythos über den Stromhunger des Zuges.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass…?
Kurz gesagt
Ja, das stimmt. Beim Anfahren aus dem Stand braucht ein Zug am meisten Strom, denn er muss sein gewaltiges Gewicht erst in Bewegung setzen. Rollt er erst einmal gleichmäßig, so genügt ein Bruchteil davon. Beim Bremsen kann ein moderner Zug sogar Strom zurückgewinnen und ins Netz zurückspeisen.
Ein Zug ist ein schweres Fahrzeug, das für seine Fahrt viel Energie benötigt.
Doch dieser Bedarf ist keineswegs über die ganze Fahrt hinweg gleich.
Wann ein Zug am meisten Strom braucht, hat einen einleuchtenden Grund.

Der Kraftakt des Anfahrens
Am meisten Strom braucht ein Zug im Augenblick des Anfahrens.
Denn er muss sein gewaltiges Gewicht erst aus dem Stillstand in Bewegung setzen.
Ein schwerer Körper wehrt sich zunächst gegen jede Beschleunigung.
Diesen anfänglichen Widerstand zu überwinden, verlangt die meiste Kraft.

Viele Tonnen in Bewegung
Man stelle sich vor, welche Masse ein Zug beim Anfahren bewegen muss.
Ein voll besetzter Zug wiegt viele hundert Tonnen.
All dieses Gewicht muss aus dem Stand auf Geschwindigkeit gebracht werden.
So ist das Anfahren der kraftvollste und stromhungrigste Augenblick der Fahrt.
Gut zu wissen
Beim Anfahren aus dem Stand braucht ein Zug am meisten Strom, denn er muss sein gewaltiges Gewicht von vielen hundert Tonnen erst in Bewegung setzen. Rollt er gleichmäßig, genügt ein Bruchteil.
Ein moderner Zug kann beim Bremsen Strom zurückgewinnen und in die Oberleitung zurückspeisen. So hilft der Strom eines bremsenden Zuges einem anderen beim Anfahren, ein kluger Kreislauf, der die Bahn besonders sparsam macht.
Wenig Strom bei gleichmäßiger Fahrt
Rollt der Zug erst einmal mit gleichmäßiger Geschwindigkeit, ändert sich das Bild.
Nun muss er nur noch den Widerstand der Luft und der Reibung überwinden.
Dieser Widerstand ist weit geringer als der Kraftakt des Anfahrens.
So genügt bei gleichmäßiger Fahrt ein Bruchteil des Stroms.
Rollen fast von selbst
Ein einmal in Fahrt gebrachter Zug rollt auf der glatten Schiene fast von selbst.
Die glatten Räder auf den glatten Schienen erzeugen nur wenig Reibung.
Darum braucht ein Zug, um seine Fahrt zu halten, erstaunlich wenig Kraft.
Das macht die Bahn zu einem besonders sparsamen Verkehrsmittel.
Strom zurückgewinnen beim Bremsen
Beim Bremsen geschieht in einem modernen Zug etwas Erstaunliches.
Sein Antrieb arbeitet dann nicht als Verbraucher, sondern als Erzeuger von Strom.
Die Bewegungsenergie des Zuges wird in Strom zurückverwandelt.
Diesen Strom speist der Zug in die Oberleitung zurück, wo ihn andere nutzen.
Ein kluger Kreislauf
So entsteht ein kluger Kreislauf der Energie im Netz der Bahn.
Der Strom, den ein Zug beim Bremsen zurückgibt, hilft einem anderen beim Anfahren.
Auf diese Weise geht ein Teil der Energie nicht verloren, sondern wird genutzt.
Das macht die moderne Bahn noch sparsamer und umweltfreundlicher.
Warum das wichtig ist
Zu wissen, wann ein Zug am meisten Strom braucht, ist für den Betrieb wichtig.
Ein sanftes Anfahren spart Strom und schont zugleich die Technik.
Auch ein vorausschauendes Fahren mit wenig Bremsen hilft beim Sparen.
So lässt sich mit klugem Fahren eine Menge Energie einsparen.
Was von dem Mythos übrig bleibt
Am Ende stimmt es also: Ein Zug braucht beim Anfahren am meisten Strom.
Denn er muss sein gewaltiges Gewicht erst in Bewegung setzen.
Bei gleichmäßiger Fahrt genügt danach ein Bruchteil der Kraft.
Und beim Bremsen gibt ein moderner Zug sogar einen Teil des Stroms zurück.
Sanft anfahren, klug sparen
Weil das Anfahren so viel Strom kostet, lernt der Lokführer das sanfte Anfahren.
Er beschleunigt den Zug behutsam und vermeidet unnötige Kraftakte.
Auch die Technik hilft dabei, den Strom klug und sparsam einzusetzen.
So lässt sich schon beim Anfahren eine Menge Energie einsparen.
Aus vielen sanften Anfahrten summiert sich am Ende eine große Ersparnis.
Schwung mitnehmen
Ein kluger Lokführer nutzt zudem den Schwung des rollenden Zuges.
Statt bis zuletzt zu beschleunigen, lässt er den Zug rechtzeitig ausrollen.
So braucht er weniger Strom und muss auch weniger stark bremsen.
Dieses vorausschauende Fahren spart Energie und schont die Technik.
Ein Vorteil der Schiene
Dass ein Zug bei gleichmäßiger Fahrt so wenig Strom braucht, ist ein großer Vorteil.
Auf der glatten Schiene rollt er mit erstaunlich wenig Widerstand.
So kann die Bahn große Lasten und viele Menschen sehr sparsam bewegen.
Darin liegt eine der größten Stärken der Schiene gegenüber der Straße.
Häufige Fragen
Wann braucht ein Zug am meisten Strom?
Warum braucht das Anfahren so viel Kraft?
Wie viel braucht er bei gleichmäßiger Fahrt?
Gibt ein Zug beim Bremsen Strom zurück?
Kann man beim Fahren Strom sparen?
Weiterfahrt
→ Was ist eine Drehstromlok? – sie gewinnt Strom zurück
→ Wie viel Strom verbraucht die Bahn? – der Hunger der Züge
