Stimmt es, dass…?
„Unter dem Fahrdraht zieht sie leise den Strom, und wo er endet, springt der Dieselmotor an – ein Zwitter auf Schienen.“
Stimmt es, dass es Loks für Strom und Diesel zugleich gibt?
→ Ein Mythos über die Lok mit den zwei Antrieben.
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Kurz gesagt
Das stimmt. Sogenannte Zweikraftlokomotiven können sowohl mit Strom aus der Oberleitung als auch mit einem eigenen Dieselmotor fahren. Wo eine Oberleitung hängt, fahren sie leise elektrisch. Wo sie endet, schalten sie auf den Diesel um. So brauchen sie unterwegs nicht die Lok zu wechseln.
Man kennt elektrische Züge, die aus der Oberleitung ihren Strom ziehen, und Dieselzüge mit eigenem Motor.
Doch was geschieht, wenn eine Strecke nur zum Teil eine Oberleitung hat und zum Teil nicht?
Ob es Loks gibt, die beides zugleich können, führt zu einer überraschend cleveren Antwort.

Die Lok mit zwei Antrieben
Tatsächlich gibt es Lokomotiven, die gleich zwei verschiedene Antriebe in sich vereinen.
Man nennt sie Zweikraftlokomotiven, weil sie ihre Kraft aus zwei Quellen beziehen können.
Zum einen können sie den Strom aus der Oberleitung nutzen wie eine elektrische Lok.
Zum anderen tragen sie einen eigenen Dieselmotor an Bord wie eine Diesellok.

Elektrisch unter dem Draht
Fährt eine solche Lok auf einer Strecke mit Oberleitung, so nutzt sie den Strom von oben.
Dann fährt sie leise und sauber wie jede andere elektrische Lokomotive.
Über den Bügel auf dem Dach nimmt sie den Strom aus dem Fahrdraht auf.
So bezieht sie ihre Kraft, solange ein Draht über den Gleisen gespannt ist.
Gut zu wissen
Eine Zweikraftlokomotive fährt unter der Oberleitung elektrisch und schaltet dort, wo der Draht endet, auf ihren eigenen Dieselmotor um. So muss die Lok unterwegs nicht gewechselt werden.
Besonders nützlich ist sie auf Strecken, die nur zum Teil elektrifiziert sind. Verwandt ist sie mit dem Batteriezug, der unter dem Draht seinen Akku lädt und dann damit weiterfährt.
Diesel, wo der Draht endet
Endet die Oberleitung, so wäre eine gewöhnliche elektrische Lok am Ende ihrer Fahrt.
Die Zweikraftlok aber schaltet an dieser Stelle einfach auf ihren Dieselmotor um.
Mit ihm fährt sie weiter, auch dort, wo kein Draht mehr über den Gleisen hängt.
So überwindet sie mühelos die Grenze zwischen der elektrischen und der nicht elektrischen Strecke.
Warum das so nützlich ist
Der große Vorteil dieser Loks liegt darin, dass sie unterwegs nicht gewechselt werden müssen.
Früher musste an der Grenze der Oberleitung oft die Lok getauscht werden.
Das kostete Zeit und war umständlich, denn man brauchte zwei verschiedene Loks.
Die Zweikraftlok erspart diesen Wechsel und fährt einfach durch, egal ob mit Draht oder ohne.
Wo sie zum Einsatz kommt
Besonders nützlich ist die Zweikraftlok auf Strecken, die nur zum Teil elektrifiziert sind.
Ein Zug kann so von einer elektrischen Hauptstrecke auf eine nicht elektrische Nebenbahn wechseln.
Auch für Güterzüge, die bis zu einem Anschluss ohne Oberleitung fahren müssen, ist sie ideal.
So verbindet sie die Vorzüge beider Welten auf ein und derselben Fahrt.
Verwandt mit dem Batteriezug
Die Zweikraftlok ist eng verwandt mit anderen Zügen, die mehrere Antriebe vereinen.
Der Batteriezug etwa fährt unter dem Draht elektrisch und lädt dabei seinen Akku.
Wo kein Draht hängt, fährt er dann mit dem gespeicherten Strom aus der Batterie weiter.
Beide Bauarten lösen auf ihre Weise dasselbe Problem der teils fehlenden Oberleitung.
Ein Schritt weg vom reinen Diesel
Die Zweikraftlok ist auch ein Schritt weg vom reinen Dieselbetrieb.
Denn wo immer eine Oberleitung vorhanden ist, fährt sie sauber mit Strom.
Nur auf dem Stück ohne Draht greift sie auf ihren Dieselmotor zurück.
So verbraucht sie weniger Diesel als eine reine Diesellok und schont die Umwelt.
Was von dem Mythos übrig bleibt
Am Ende bestätigt sich die Behauptung in vollem Umfang und ganz ohne Einschränkung.
Ja, es gibt Loks, die sowohl mit Strom aus der Oberleitung als auch mit Diesel fahren können.
Diese Zweikraftloks wechseln unterwegs mühelos zwischen ihren beiden Antrieben.
Wer das weiß, versteht, wie die Bahn auch teils elektrische Strecken ohne Lokwechsel befährt.
Ein Helfer beim Lückenschluss
Die Zweikraftlok ist auch ein Helfer in einer Zeit, in der immer mehr Strecken elektrifiziert werden.
Denn oft ist eine Strecke noch nicht durchgehend, sondern nur in Teilen mit einer Oberleitung versehen.
Solange die Lücken im Draht bestehen, überbrückt die Zweikraftlok sie mit ihrem Dieselmotor.
So kann ein Zug schon durchgehend fahren, noch ehe die Oberleitung überall fertig ist.
Häufige Fragen
Gibt es Loks für Strom und Diesel zugleich?
Wie fährt eine Zweikraftlok?
Warum ist das nützlich?
Wo kommt sie zum Einsatz?
Ist sie mit dem Batteriezug verwandt?
Weiterfahrt
→ Fahren Züge ohne Oberleitung? – der Zug mit dem Akku
→ Steht die Oberleitung unter Strom? – Strom über den Gleisen
