Stimmt es, dass es im ICE kostenloses WLAN gibt?

Stimmt es, dass …?

„Serie schauen bei Tempo 300? Das WLAN im ICE verspricht genau das – hält es aber nicht immer.“

Stimmt es, dass es im ICE kostenloses WLAN gibt?

→ Ein Mythos zwischen Werbeversprechen und Funkloch.

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Kurz gesagt

Ja. In allen ICE gibt es kostenloses WLAN für alle Fahrgäste, in der ersten wie in der zweiten Klasse. Dass die Verbindung trotzdem manchmal schwächelt, liegt nicht am Zug selbst, sondern am Mobilfunknetz entlang der Strecke.

Kaum ein Angebot der Bahn wird so oft gelobt und zugleich so oft verflucht wie das WLAN im ICE.

In der Werbung klingt es nach grenzenlosem Surfen bei Tempo 300, im Alltag bricht die Verbindung dann ausgerechnet im spannendsten Moment ab.

Höchste Zeit also, sich anzusehen, was hinter dem Internet an Bord wirklich steckt und warum es so launisch sein kann.

DB 101 127 Hannover
Foto: Clic, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Ja, das WLAN ist wirklich kostenlos

Zunächst die gute Nachricht: In jedem ICE gibt es tatsächlich ein kostenloses WLAN, das jeder Fahrgast nutzen kann.

Anders als in manchem Hotel muss man dafür weder zahlen noch eine komplizierte Anmeldung durchlaufen.

Es genügt, sich mit dem Bordnetz zu verbinden und einmal die Nutzungsbedingungen zu bestätigen.

Damit ist das WLAN im ICE eines der wenigen Extras, die die Bahn ihren Fahrgästen ohne Aufpreis mitgibt.

DB 101 127 Hannover
Foto: Clic, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Warum es trotzdem manchmal hakt

Der Zug selbst hat mit den Aussetzern in Wahrheit wenig zu tun, denn er verteilt das Signal nur weiter.

Das eigentliche Internet holt sich der ICE über Mobilfunkantennen vom Netz entlang der Strecke.

Fährt der Zug durch ein Funkloch oder einen Tunnel, hat auch das beste Bord-WLAN nichts mehr zu verteilen.

So erklärt sich, warum die Verbindung gerade auf freier Strecke im Wald plötzlich einbricht.

Praxistipp

Wichtige Dateien oder Serienfolgen lädt man am besten schon vor der Fahrt herunter, solange man noch festes Netz hat.

Wer im Zug arbeiten muss, plant große Uploads am besten für die Halte in den Bahnhöfen ein, wo das Netz meist am stärksten ist.

Tempo als Gegner

Ein ICE rast mit bis zu dreihundert Stundenkilometern von einer Funkzelle in die nächste.

Bei diesem Tempo muss die Technik das Signal ständig blitzschnell an die jeweils nächste Antenne übergeben.

Klappt diese Übergabe nicht sauber, entstehen kurze Aussetzer, die man beim Surfen sofort bemerkt.

Gerade die hohe Geschwindigkeit, die den ICE so attraktiv macht, ist damit ein natürlicher Feind der stabilen Verbindung.

Der dicke Zug als Hindernis

Auch die Bauweise des Zuges spielt eine Rolle, denn moderne Wagen sind gut gedämmt und abgeschirmt.

Was Lärm und Kälte draußen hält, hält leider auch das Funksignal des eigenen Handys teilweise ab.

Genau deshalb ist das Bord-WLAN oft die bessere Wahl als das eigene Mobilfunknetz.

Denn die Antennen auf dem Dach des Zuges empfangen das Signal ungehindert, während es im Wageninneren schwächer ankommt.

Was man mit dem WLAN machen kann

Zum Lesen von Nachrichten, für E-Mails und leichtes Surfen reicht das WLAN im ICE meist gut aus.

Filme in hoher Auflösung oder große Videokonferenzen bringen es dagegen schneller an seine Grenzen.

Das liegt daran, dass sich viele Fahrgäste dieselbe Verbindung teilen und die verfügbare Datenmenge begrenzt ist.

Wer unbedingt einen wichtigen Videocall führen muss, sollte deshalb einen Puffer einplanen und nicht blind auf das WLAN vertrauen.

Das Bordportal als Zugabe

Neben dem reinen Internetzugang bietet der ICE über das WLAN auch ein eigenes Bordportal an.

Dort sieht man in Echtzeit, wo sich der Zug gerade befindet und wie schnell er fährt.

Ebenso lassen sich der Belegungsgrad der Wagen und die nächsten Anschlüsse abrufen.

Manche Reisende nutzen sogar das kostenlose Unterhaltungsangebot mit Filmen und Hörbüchern, das ohne Datenverbrauch läuft.

Wie es im Nahverkehr aussieht

Im Nahverkehr ist die Lage bunter, denn dort entscheidet nicht die Bahn allein über das WLAN.

Viele Regionalzüge bieten inzwischen ebenfalls ein kostenloses Netz an, andere aber noch gar keines.

Wer regelmäßig pendelt, kennt seine Linie und weiß, ob er sich auf ein Bord-WLAN verlassen kann.

Ein bundesweit einheitliches Angebot wie im Fernverkehr gibt es im Nahverkehr bisher nicht.

Das Fazit zum Mythos

Die Behauptung, es gebe kostenloses WLAN im ICE, ist damit eindeutig richtig.

Ebenso richtig ist aber, dass dieses WLAN nicht immer und überall gleich zuverlässig funktioniert.

Die Schuld daran trägt jedoch selten der Zug, sondern fast immer das Mobilfunknetz entlang der Strecke.

Wer das weiß, ärgert sich weniger über die Aussetzer und freut sich stattdessen über ein Extra, das nichts kostet.

Häufige Fragen

Gibt es im ICE wirklich kostenloses WLAN?
Ja, in jedem ICE und in beiden Klassen ohne Aufpreis. Man muss sich nur einmal mit dem Bordnetz verbinden und die Bedingungen bestätigen.
Warum bricht die Verbindung ab?
Weil der Zug das Internet über Mobilfunk von der Strecke holt. In Funklöchern und Tunneln hat auch das Bord-WLAN kein Signal.
Kann ich damit Filme streamen?
Für leichtes Surfen und E-Mails reicht es meist. Hochauflösende Filme oder große Videokonferenzen bringen das geteilte Netz aber schnell an die Grenze.
Gibt es das WLAN auch im Regionalzug?
Unterschiedlich. Viele Regionalzüge bieten inzwischen kostenloses WLAN, andere noch gar keines. Ein einheitliches Angebot wie im ICE gibt es nicht.
Was ist das Bordportal?
Ein eigenes Angebot über das WLAN mit Livekarte, Tempoanzeige, Anschlüssen und kostenlosen Filmen, die ohne Datenverbrauch laufen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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