Stimmt es, dass die erste Eisenbahn von Pferden gezogen wurde?

Stimmt es, dass …?

„Sehr geehrte Fahrgäste, die erste Eisenbahn fuhr ohne Dampf – dafür mit Pferdestärken.“

Zog ein Pferd die erste Eisenbahn?

→ Vor der Dampflok kam das Pferd: Die ersten Bahnen rollten auf Schienen, aber mit Muskelkraft.

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Kurz gesagt

Stimmt. Bevor die Dampflok kam, zogen Pferde die Wagen – auf Schienen. Die Pferdeeisenbahn von Budweis nach Linz war ab 1827 eine der ersten öffentlichen Eisenbahnen des europäischen Festlands. Die Schiene war also älter als die Dampfmaschine auf ihr.

Die Eisenbahn begann nicht mit der Dampflok, sondern mit der Schiene.

Schon vorher hatte man gemerkt: Ein Wagen auf glatten Schienen rollt viel leichter als auf einer holprigen Straße.

Genau diese Erkenntnis war der eigentliche Durchbruch.

Hector-Rail-Lok mit Flixtrain in Bremen
Foto: JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Erst die Schiene, dann der Dampf

Auf einer Schiene ist der Rollwiderstand gering.

Ein Pferd, das auf der Straße nur einen Karren zieht, kann auf Schienen ein Vielfaches an Last bewegen.

Die Schiene machte also aus demselben Pferd ein weit stärkeres Zugtier.

Lange vor der Dampflok gab es deshalb schon Schienenwege, etwa im Bergbau, auf denen Loren mit Muskelkraft rollten.

Die Idee der Schiene ist älter als die Maschine, die später darauf fuhr.

Als dann öffentliche Bahnen für Menschen und Güter entstanden, lag es nahe, sie zunächst ebenfalls mit Pferden zu betreiben.

Die Technik der Dampflok steckte noch in den Kinderschuhen.

Die Pferdeeisenbahn Budweis–Linz

Das berühmteste Beispiel ist die Pferdeeisenbahn zwischen Budweis in Böhmen und Linz an der Donau.

Ab 1827 nahm sie abschnittsweise den Betrieb auf und gilt als eine der ersten öffentlichen Eisenbahnen auf dem europäischen Festland.

Über viele Kilometer zogen Pferde die Wagen durch die Landschaft, an Stationen wurden sie wie bei einer Postkutsche gewechselt.

Transportiert wurde vor allem Salz – aber auch Menschen konnten mitfahren.

Erst später, mit dem Siegeszug der Dampflok, wurde die Strecke umgebaut.

Die Pferde hatten ausgedient, doch sie hatten bewiesen, dass die Schiene funktioniert – der Dampf machte sie dann nur noch schneller und stärker.

Von der Grubenbahn zur Fernstrecke

Die Wurzeln der Eisenbahn liegen im Bergbau.

Schon vor Jahrhunderten schoben Bergleute Loren auf hölzernen und später eisernen Schienen aus den Stollen.

Man wusste also lange, dass die Schiene das Rollen erleichtert.

Von dort war es ein logischer Schritt, das Prinzip auf längere Strecken zu übertragen.

Aus den kurzen Grubenbahnen wurden nach und nach öffentliche Bahnen, die Orte miteinander verbanden – zunächst eben mit Pferden statt Maschinen.

Innenansicht S Bahn Berlin 481
Foto: Geoprofi Lars, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Pferdebahnen in ganz Europa

Die Pferdeeisenbahn war keine Einzelerscheinung.

Auch in Großbritannien, dem Mutterland der Eisenbahn, und in vielen anderen Ländern zogen anfangs Pferde die Wagen.

Erst nach und nach übernahm überall die Dampflok.

Selbst in den Städten hielt sich die Pferdebahn lange: Die Pferdestraßenbahn war bis weit ins 19. Jahrhundert ein verbreitetes Nahverkehrsmittel, bevor sie von der elektrischen Straßenbahn abgelöst wurde.

So zieht sich das Pferd durch die ganze Frühzeit des Schienenverkehrs.

Es war der erste Motor der Eisenbahn – ein Motor aus Fleisch und Blut, der die Idee der Schiene erst zum Laufen brachte.

Interessant ist, dass das Pferd die Eisenbahn nie ganz verließ.

Noch lange nach der Dampflok rangierten in manchen Höfen und Werken Pferde einzelne Wagen – die letzten tierischen Zugkräfte auf der Schiene.

Doch das große Bild ist klar: Die Eisenbahn begann als Idee der Schiene, angetrieben von Muskelkraft.

Der Dampf machte daraus ein Massenverkehrsmittel, das die Welt veränderte.

Wer heute die Pferdeeisenbahn Budweis–Linz auf alten Karten sucht, entdeckt ein Stück Pioniergeschichte – den Beweis, dass die Schiene der eigentliche Star der frühen Eisenbahn war.

Der Blick zurück lohnt sich also: Wer die Eisenbahn verstehen will, muss bei der Schiene beginnen – und beim Pferd, das als erstes darüber zog.

Die Schiene war zuerst da

Auf glatten Schienen rollt ein Wagen mit sehr geringem Widerstand – ein Pferd zieht dort ein Vielfaches seiner Straßenlast.

Schon im Bergbau liefen Loren auf Schienen, lange bevor es die Dampflok gab.

Die Pferdeeisenbahn Budweis–Linz (ab 1827) war eine der ersten öffentlichen Bahnen des Kontinents.

Warum der Dampf gewann

Das Pferd hatte Grenzen.

Es wurde müde, musste gefüttert und gewechselt werden und konnte nur begrenzt Last ziehen.

Die Dampflok kannte diese Grenzen nicht: Sie zog schwerer, fuhr schneller und hielt länger durch.

Mit der leistungsfähigen Dampflok begann der eigentliche Siegeszug der Eisenbahn.

Doch das Fundament – die Schiene – war da schon gelegt.

Die Pferdebahnen waren die Wegbereiter, auf deren Spuren der Dampf rollte.

So ist die Antwort ein klares Ja: Die ersten Bahnen wurden von Pferden gezogen.

Die Eisenbahn ist im Kern eine Erfindung der Schiene – der Antrieb kam erst danach.

Häufige Fragen

Wurde die erste Eisenbahn wirklich von Pferden gezogen?
Ja. Bevor die Dampflok kam, zogen Pferde die Wagen auf Schienen.
Warum auf Schienen und nicht auf der Straße?
Weil ein Wagen auf glatten Schienen viel leichter rollt. Ein Pferd zieht dort ein Vielfaches seiner Straßenlast.
Was war die Pferdeeisenbahn Budweis–Linz?
Eine der ersten öffentlichen Eisenbahnen des europäischen Festlands, ab 1827, vor allem für den Salztransport.
Was ist älter: Schiene oder Dampflok?
Die Schiene. Schon im Bergbau liefen Loren darauf, lange bevor die Dampfmaschine sie antrieb.
Warum setzte sich der Dampf durch?
Weil die Dampflok schwerer zog, schneller fuhr und nicht müde wurde – anders als das Pferd.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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