Standpunkt
„Ein einziges Ticket für jeden Zug im Land, vom Bummelzug bis zum ICE – ein schöner Traum, aber zu welchem Preis?“
Sollte das Deutschlandticket auch im Fernverkehr gelten?
→ Ein Standpunkt über die Grenzen des beliebten Tickets.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt
Worum es geht
Ein Deutschlandticket, das auch im Fernverkehr gälte, wäre herrlich einfach und würde den Umstieg auf die Bahn fördern. Doch der Fernverkehr mit dem teuren ICE lässt sich zu einem günstigen Pauschalpreis kaum finanzieren, und die schnellen Züge wären rasch überfüllt. Ob das Ticket auch im Fernverkehr gelten sollte, ist eine Abwägung zwischen Einfachheit und Bezahlbarkeit.
Das Deutschlandticket hat das Reisen im Nahverkehr auf einen Schlag ganz einfach gemacht.
Mit einem einzigen Ticket fährt man in Bussen, Straßenbahnen und Nahverkehrszügen im ganzen Land.
Doch im schnellen Fernverkehr, im ICE und IC, gilt es nicht, was viele bedauern.

Ein Ticket für den Nahverkehr
Das Deutschlandticket gilt im ganzen Land, aber nur im Nahverkehr.
Damit fährt man in der S-Bahn, im Regionalzug, im Bus und in der Straßenbahn.
Für einen festen monatlichen Preis stehen einem all diese Fahrten offen.
So hat das Ticket das Reisen im Nahverkehr wunderbar einfach gemacht.

Die Grenze zum Fernverkehr
Im schnellen Fernverkehr aber endet die Gültigkeit des Tickets.
Wer den ICE oder den IC nehmen will, braucht eine gesonderte Fahrkarte.
Diese ist oft deutlich teurer als das monatliche Deutschlandticket.
So stößt der Reisende an eine spürbare Grenze mitten im Netz der Bahn.
Der Wunsch nach einem Ticket für alles
Viele wünschen sich, dass das Ticket auch im Fernverkehr gälte.
Dann könnte man mit einem einzigen Ticket wirklich jeden Zug nutzen.
Das wäre der Gipfel der Einfachheit und würde jede Reise erleichtern.
So ist der Wunsch nach einem Ticket für alles nur zu verständlich.
Gut für den Umstieg auf die Bahn
Ein solches Ticket könnte noch mehr Menschen zum Umstieg bewegen.
Wer für einen festen Preis überallhin fahren kann, lässt das Auto eher stehen.
Auch für das Klima wäre ein solcher Umstieg ein großer Gewinn.
So spräche vieles dafür, das beliebte Ticket auf den Fernverkehr auszuweiten.
Das Argument der Kosten
Gegen die Ausweitung spricht vor allem der hohe Preis des Fernverkehrs.
Ein ICE ist ein sehr teurer Zug, dessen Betrieb viel Geld verschlingt.
Zu einem günstigen Pauschalpreis ließe sich das kaum finanzieren.
So müsste am Ende der Staat gewaltige Summen zuschießen.
Die Gefahr der Überfüllung
Ein weiteres Problem wäre die drohende Überfüllung der schnellen Züge.
Gälte das billige Ticket auch im ICE, so wollten plötzlich sehr viele mitfahren.
Die begehrten Fernzüge wären dann rasch hoffnungslos überfüllt.
So litte am Ende die Qualität für alle, auch für die zahlenden Reisenden.
Die Frage des Sitzplatzes
Im Fernverkehr kommt noch die Frage des Sitzplatzes hinzu.
Für eine lange Reise im ICE will man einen sicheren Platz haben.
Ein einfaches Pauschalticket gäbe aber keine Garantie auf einen Sitz.
So müsste man das Ticket wohl mit einer Reservierung verbinden, was es verkompliziert.
Eine Frage der Abwägung
Am Ende steht die Abwägung zwischen der Einfachheit und der Bezahlbarkeit.
Dass ein Ticket für alle Züge herrlich einfach wäre, steht außer Frage.
Der Streit dreht sich um die enormen Kosten und die Gefahr der Überfüllung.
So liegt ein möglicher Weg in einem Aufpreis, der den Fernverkehr zum Ticket hinzubucht.
Pro und Contra
Dafür
+ Ein Ticket für alle Züge wäre herrlich einfach und bequem.
+ Es würde noch mehr Menschen zum Umstieg auf die Bahn bewegen.
+ Das käme auch dem Klima zugute.
+ Die Grenze mitten im Netz der Bahn wäre aufgehoben.
Dagegen
− Der teure Fernverkehr lässt sich kaum zum Pauschalpreis finanzieren.
− Der Staat müsste gewaltige Summen zuschießen.
− Die schnellen Züge wären rasch überfüllt.
− Ein Pauschalticket gäbe keine Garantie auf einen Sitzplatz.
Praktischer Tipp
Wer mit dem Deutschlandticket weite Strecken fahren will, kann dies im Nahverkehr tun, muss dann aber öfter umsteigen und mehr Zeit einplanen. Für schnelle Fernreisen lohnt sich der Blick auf die Sparpreise im ICE, die früh gebucht am günstigsten sind. Eine BahnCard kann die Fahrten zusätzlich verbilligen.
Ein Ticket, das Geschichte machte
Das Deutschlandticket war bei seiner Einführung eine kleine Revolution.
Zum ersten Mal galt ein einziges Ticket im Nahverkehr im ganzen Land.
Millionen Menschen nutzen es seither Monat für Monat.
So hat es das Reisen im Nahverkehr grundlegend verändert.
Sein Erfolg weckt nun den Wunsch nach noch mehr.
Ein Blick auf die Zukunft
Wie es mit dem Ticket weitergeht, wird immer wieder neu verhandelt.
Sein Preis und sein Geltungsbereich stehen dabei stets auf dem Prüfstand.
Ob es eines Tages auch im Fernverkehr gilt, bleibt vorerst offen.
Der Wunsch der Reisenden nach Einfachheit aber wird nicht verschwinden.
Einfachheit als großer Wert
Der größte Wert des Deutschlandtickets liegt in seiner bestechenden Einfachheit.
Kein Tarifdschungel, keine Grübelei über Zonen und Grenzen mehr.
Man zahlt einen festen Preis und fährt, ohne über den Preis nachzudenken.
Genau diese Einfachheit hat so viele Menschen für das Ticket gewonnen.
Sie auf den Fernverkehr auszudehnen, ist darum ein so verlockender Gedanke.
Unterm Strich
Ob das Deutschlandticket auch im Fernverkehr gelten sollte, lässt sich nicht einfach beantworten.
Für die Ausweitung sprechen die große Einfachheit und der Anreiz zum Umstieg.
Dagegen stehen die enormen Kosten und die drohende Überfüllung der schnellen Züge.
Der klügste Weg liegt wohl in einem freiwilligen Aufpreis, mit dem man den Fernverkehr zum Ticket hinzubuchen kann.
