Ortstermin: Bahnhof Marburg

Ortstermin

„Nächster Halt: Marburg. Draußen wartet eine Stadt, die seit fast 500 Jahren studiert.“

Ortstermin: Bahnhof Marburg

→ Ein Bahnhof von 1850 an der Lahn, Tor zu einer der ältesten Universitätsstädte.

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Kurz gesagt

Der Bahnhof Marburg liegt an der Main-Weser-Bahn und ging 1850 in Betrieb. Das heutige, neoklassizistische Empfangsgebäude aus gelblichem Sandstein stammt von 1909. Marburg ist eine der ältesten Universitätsstädte Deutschlands – und der Bahnhof ihr wichtigstes Tor.

Marburg an der Lahn ist eine Stadt der Studierenden: Die Philipps-Universität wurde 1527 gegründet und gilt als älteste protestantische Universität der Welt. Wer hier ankommt, spürt sofort, dass die Jungen das Bild bestimmen – und der Bahnhof ist für viele der erste Eindruck.

Empfangsgebäude des Bahnhofs Marburg
Foto: Hydro, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wir beginnen an der Stadtseite. Das Empfangsgebäude aus gelblichem Sandstein wirkt repräsentativ, fast städtisch-vornehm – ein Bau, der zeigen wollte, dass hier eine bedeutende Universitätsstadt ans Netz angeschlossen ist.

Bahnhof Marburg, Gebäudeansicht
Foto: Berlinschneid, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Eisenbahn erreichte Marburg am 3. April 1850 mit der Main-Weser-Bahn, der wichtigen Verbindung von Frankfurt über Gießen nach Kassel. Damit bekam die Stadt Anschluss an das entstehende deutsche Fernnetz.

Bahnhof Marburg von der B3 aus gesehen
Foto: Stefan Flöper, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das erste Empfangsgebäude entwarf der Architekt Julius Eugen Ruhl in romantischem Rundbogenstil aus Backstein. Es hatte sogar einen eigenen fürstlichen Wartesaal – ein Zeichen dafür, wie wichtig Rang und Repräsentation den Bahnhöfen jener Zeit waren.

Bahnhof Marburg im Winter
Foto: Allie Caulfield, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ein neuer Bahnhof für mehr Verkehr

Mit den Jahrzehnten wuchs der Verkehr, und der alte Bau reichte nicht mehr. 1909 eröffnete gleich daneben ein neues, neoklassizistisches Empfangsgebäude aus gelblichem Sandstein – jenes, das bis heute das Gesicht des Bahnhofs prägt.

Bahnhof Marburg, andere Ansicht
Foto: Hydro, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Neubau war Ausdruck des Selbstbewusstseins der Kaiserzeit: großzügig, solide, mit klarer Gliederung. Er sollte den wachsenden Strom an Reisenden, Studenten und Geschäftsleuten würdig empfangen.

Bahnhofsvorplatz in Marburg
Foto: Stadtmarketing Marburg, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bahnhof Marburg in Zahlen

1850

erster Zug

Main-Weser-Bahn

1909

heutiges Gebäude

Neoklassizismus

1527

Universität gegründet

älteste protestantische der Welt

Denkmal

heute

geschützte Bauten

Quelle: Deutsche Bahn, Stadt Marburg.

Zerstört und wieder aufgebaut

Bahnsteig am Bahnhof Marburg
Foto: Hydro, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof schwer beschädigt. Nach dem Krieg entschied man sich, das Empfangsgebäude in seiner alten Gestalt wieder aufzubauen, statt es durch einen Zweckbau zu ersetzen. Heute stehen die Bauten unter Denkmalschutz.

Bahnsteig am Bahnhof Marburg
Foto: Hydro, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Auf den Bahnsteigen herrscht der typische Takt einer Universitätsstadt. Regional-Express und Regionalbahn bringen im dichten Wechsel Pendler und Studierende Richtung Frankfurt, Gießen und Kassel; einzelne Fernzüge halten ebenfalls.

Bahnsteig und Überführung am Bahnhof Marburg
Foto: Hydro, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Eine Überführung verbindet die Bahnsteige und trägt den ständigen Strom an Reisenden über die Gleise. Zu Semesterbeginn quillt der Bahnhof förmlich über – dann kommen tausende neue Studierende mit Sack und Pack an.

Gleise am Bahnhof Marburg
Foto: Adbar, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Stadt hinter dem Bahnhof

Vom Bahnhof ist es nur ein kurzer Weg an die Lahn und hinauf in die malerische Oberstadt mit ihren steilen Gassen, Fachwerkhäusern und dem Landgrafenschloss hoch über der Stadt. Marburg gehört zu den schönsten Altstädten Hessens.

So verbindet der Bahnhof, was einen guten Ortstermin ausmacht: ein Stück Architekturgeschichte vom Rundbogen bis zum Neoklassizismus, ein bewegtes Schicksal in Krieg und Wiederaufbau – und einen Ort, der bis heute jeden Tag von jungen Menschen belebt wird.

Kein Prunkbahnhof einer Metropole, aber ein würdiges Tor zu einer Stadt, die seit fast fünf Jahrhunderten Wissen beherbergt. Genau das macht Marburg zu einem der sympathischsten Halte an der Main-Weser-Bahn.

Häufige Fragen

Wie alt ist der Bahnhof?
Die Bahn erreichte Marburg 1850. Das heutige Empfangsgebäude stammt von 1909 und steht unter Denkmalschutz.
Warum ist Marburg so bekannt?
Wegen seiner Universität von 1527, der ältesten protestantischen der Welt. Die Stadt lebt stark von ihren Studierenden.
Wie kommt man zur Altstadt?
Zu Fuß in wenigen Minuten. Von der Unterstadt am Bahnhof geht es hinauf in die historische Oberstadt mit dem Landgrafenschloss.
Welche Züge halten hier?
Vor allem Regional-Express und Regionalbahn Richtung Frankfurt, Gießen und Kassel, dazu einzelne Fernzüge.
Wurde der Bahnhof im Krieg zerstört?
Er wurde schwer beschädigt und danach in seiner alten Gestalt wieder aufgebaut.

Wie die Bahn Marburg veränderte

Der Bahnanschluss von 1850 war für Marburg ein Wendepunkt. Plötzlich war die etwas abgelegene Universitätsstadt in wenigen Stunden von Frankfurt und Kassel aus erreichbar. Studenten, Professoren und Waren kamen leichter – die Bahn machte aus der Provinzuniversität eine gut angebundene Hochschule.

Auch für die berühmten Kliniken der Universität wurde der Bahnhof wichtig: Marburg zog Kranke und Forschende aus ganz Deutschland an, die alle über die Gleise kamen. Der Bahnhof war damit mehr als ein Verkehrsbau – er war ein Motor für das Wachstum der ganzen Stadt.

Bis heute ist diese Rolle geblieben. An kaum einem Ort merkt man den Puls einer Stadt so deutlich wie an ihrem Bahnhof, und in Marburg schlägt dieser Puls klar im Rhythmus der Semester.

Wer genau hinsieht, entdeckt am Ort sogar die Handschrift zweier Epochen: den romantischen Rundbogenstil des ersten Gebäudes von 1850 und den strengeren Neoklassizismus des Neubaus von 1909. Zwei Zeitalter des Bahnbaus stehen hier dicht beieinander.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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