Wortspiele: vom Kalauer zum cleveren Wortspiel

Vom Kalauer zum Kunststück

Wortspiele: vom Kalauer zum cleveren Wortspiel

Ein Waschbär sitzt mit schief gelegtem Kopf und verschmitztem Blick auf einer Bahnsteigbank

Kennst du das?

Da ist dieser eine Mensch am Tisch, der kein Essen verlassen kann, ohne drei flache Kalauer fallen zu lassen.

Bei uns war das Tante Rita.

Rita zog jeden Kalauer, wie andere Leute die Notbremse ziehen: laut, plötzlich und ohne Rücksicht auf Verluste.

„Der Salat ist ja ganz schön angemacht“, sagte sie, und guckte erwartungsvoll in die Runde.

Es folgte das, was auf jeden Rita-Kalauer folgte: ein kollektives Stöhnen und ein müdes Augenrollen.

Und dann nahm Rita mich mit zu einem Poetry Slam.

Auf der Bühne stand eine junge Frau und sagte einen Satz über die Bahn, der zwei Bedeutungen auf einmal hatte.

Der ganze Saal lachte, laut und ehrlich, und Rita saß da mit offenem Mund.

„Das ist doch auch nur ein Wortspiel“, flüsterte sie, „warum lachen die und bei mir stöhnen alle?“

Gute Frage, Rita.

Der Unterschied zwischen einem Stöhnen und einem Lachen ist nicht die Menge, sondern das Zielen.

Rita hatte nämlich nie zu wenig Wortspiele, sie hatte zu wenig Zielen.

Sie warf mit Kalauern um sich wie mit Konfetti, bunt, viel und schnell vergessen.

Die Frau auf der Bühne dagegen warf ein einziges Mal, und sie traf mitten ins Zwerchfell.

Und genau darum geht es hier.

Was sind Wortspiele überhaupt?

Ein Wortspiel nutzt aus, dass ein Wort oder ein Klang mehr als eine Bedeutung tragen kann.

Du legst dem Zuhörer eine erste Spur, und im letzten Moment biegt die Bedeutung überraschend ab.

Dieses kleine Abbiegen im Kopf ist der ganze Trick.

Wortspiele sind also Stolperfallen für das Gehirn, aber freundliche.

Kein Bullshit: ein Wortspiel ist nicht automatisch lustig, nur weil es ein Wortspiel ist.

Es zündet, wenn die zweite Bedeutung überrascht und trotzdem passt.

Es nervt, wenn die zweite Bedeutung mit Gewalt herbeigezerrt wird.

Rita zerrte, die Frau auf der Bühne ließ abbiegen.

Ein Wortspiel ist also weniger ein Witz als ein kleiner Zaubertrick mit Bedeutungen.

Du zeigst dem Publikum die rechte Hand und arbeitest heimlich mit der linken.

Und wenn die zweite Bedeutung auftaucht, ist der Applaus in Wahrheit ein Staunen über den Trick.

Merke

Ein gutes Wortspiel ist kein Zufall und kein Zwang — es ist eine Falle, die man erst sieht, wenn man schon drinsteckt.

Viele bewegliche Metall-Lettern aus dem Setzkasten als Sinnbild fuers Spielen mit Buchstaben und Woertern
Foto: Willi Heidelbach · CC BY 2.5 · Wikimedia Commons

Warum wir Wortspiele lieben und trotzdem stöhnen

Wortspiele lösen etwas Seltsames in uns aus, nämlich Freude und Fremdscham zugleich.

Das hat einen einfachen Grund, der tief in unserem Kopf sitzt.

Unser Gehirn liebt es, Muster zu erkennen und kleine Rätsel zu knacken.

Ein Wortspiel ist genau so ein Mini-Rätsel, das sich in einer Zehntelsekunde von selbst löst.

In dem Moment, in dem die zweite Bedeutung aufblitzt, gibt uns das Gehirn einen winzigen Belohnungskitzel.

Genau dieser Kitzel ist das Lachen oder das anerkennende Grinsen.

Beim ganz flachen Kalauer aber ist das Rätsel so leicht, dass gar kein Kitzel entsteht.

Dann bleibt nur die nackte Mechanik übrig, und die quittieren wir mit einem Stöhnen.

Das Stöhnen ist darum kein echtes Missfallen, sondern ein zärtlicher Protest.

Wir stöhnen genau dann, wenn wir den Trick sofort durchschauen und trotzdem darauf hereingefallen sind.

Und weil wir es insgeheim lieben, hereinzufallen, warten wir schon auf das nächste Wortspiel.

Die vier Familien der Wortspiele

Wortspiele sind eine große, laute Familie mit vielen Verwandten.

Ich stelle dir die vier wichtigsten vor, von schlicht bis raffiniert.

Die Doppeldeutigkeit: ein Wort, zwei Türen

Hier trägt ein einziges Wort zwei Bedeutungen, und du gehst durch die falsche Tür.

Das ist die Königsklasse, weil sie am elegantesten wirkt.

Ein Wort öffnet zwei Türen, und du merkst erst hinterher, dass du durch die falsche gegangen bist.

  • „Unser Lokführer hat gekündigt — jetzt steigt er endgültig aus.“
  • „Die Bahn und ich haben dasselbe Beziehungsproblem: es hakt immer an der Verbindung.“
  • „Ich wollte am Automaten ein Ticket ziehen, aber der zog nur eine beleidigte Miene.“

Die Homophone: gleich klingen, anders meinen

Homophone sind Wörter, die gleich klingen, aber Verschiedenes bedeuten.

Sie sind das Lieblingswerkzeug für kleine, feine Aha-Momente.

Das Ohr hört nur einen Klang, doch der Kopf sieht plötzlich zwei ganz verschiedene Wörter.

  • „Wer ans Meer will, braucht meist mehr Urlaub, als der Chef erlaubt.“
  • „Nach der langen Lehre spürte er im Büro vor allem die Leere.“
  • „Im Bordbistro gibt es viel Ware, aber selten die wahre Erfüllung.“

Der Buchstabendreher: vertausch mal die Laute

Beim Buchstabendreher tauschst du Anfangslaute zwischen zwei Wörtern und drehst so die Bedeutung.

Der schönste geplante Buchstabendreher ist der Schüttelreim, bei dem sich zwei Wortpaare über Kreuz reimen.

Der Reiz liegt darin, dass die vertauschten Laute erst beim zweiten Hinhören richtig klicken.

Am Waggonfenster hockt die Meise, / ich träume nebenan von großer Reise.

So ein Dreher kann auch als Versprecher auftreten, freiwillig oder aus Versehen.

„Statt gute Fahrt wünschte er uns fute Gahrt, und der halbe Waggon grinste.“

Der Kalauer: der Witz, der absichtlich flach ist

Der Kalauer ist der Onkel der Familie, der jeden Kalauer kennt und keinen auslässt.

Er lebt davon, dass er so platt ist, dass man gar nicht anders kann, als zu stöhnen.

Und trotzdem grinst insgeheim jeder, denn ein guter Kalauer ist so schlecht, dass er schon wieder gut ist.

  • „Was trinkt eine durstige Lokomotive? Am liebsten Gleiswasser.“
  • „Warum musste der Fahrplan zum Arzt? Er hatte Verspätungserscheinungen.“
  • „Wie nennt man einen besonders höflichen Zug? Zuvorkommend.“

Der letzte war schon fast schlau, oder?

Genau an dieser Grenze wird aus dem Kalauer ein Wortspiel mit Stil.

Bonus: das Kofferwort — zwei Wörter verschmelzen

Ein Kofferwort steckt zwei Wörter in einen einzigen Koffer und macht daraus ein neues.

Du nimmst den Anfang des einen Wortes und das Ende des anderen und klebst sie zusammen.

Aus Bahn und Panik wird so der Bahnikanfall, der dich kurz vor der Abfahrt überkommt.

Aus Schaffner und Muffel wird der Schaffuffel, der dich morgens grüßt wie ein nasser Sonntag.

Kofferwörter sind kleine Erfindungen, und genau darum machen sie so viel Spaß.

Wenn dir das passende Wort fehlt, dann bau es dir einfach selbst.

TED · „Go ahead, make up new words!“ · YouTube

Beobachtungsauftrag

Achte im Vortrag darauf, wie spielerisch die Rednerin mit Sprache umgeht — Wortspiele beginnen genau mit dieser Erlaubnis, mit Wörtern zu spielen.

Zwei Waschbären sitzen sich Nase an Nase gegenüber, wie im Wortgeplänkel

Wie baust du ein Wortspiel?

Jetzt wird gebaut, denn Wortspiele machen ist Handwerk und kein Geistesblitz.

Ich zeige dir den Weg, den auch Rita inzwischen geht.

Zuerst suchst du ein Wort mit doppeltem Boden.

Nimm ein Alltagswort und frag dich, ob es noch eine zweite Bedeutung hat, wie „Verbindung“, „aussteigen“ oder „Anschluss“.

Dann baust du einen Satz, der zuerst die harmlose Bedeutung nahelegt.

Der Zuhörer soll die eine Tür sehen und die zweite noch nicht ahnen.

Und ganz zum Schluss lässt du die zweite Bedeutung aufblitzen.

Die Pointe steht immer hinten, denn das letzte Wort bleibt am längsten im Ohr.

Werkzeug

Setz das doppeldeutige Wort ans Satzende — vorne verrät es die Pointe, hinten hält es sie bis zuletzt geheim.

Ein Beispiel, live gebaut, damit du es siehst.

Das Wort ist „Anschluss“, das erstens den Zug und zweitens den Kontakt zu Menschen meint.

Ich lege die harmlose Spur: „Seit ich pendle, habe ich endlich wieder Anschluss.“

Und ich biege ab: „Zwar nie den, der auf meinem Ticket steht, aber immerhin einen.“

Noch ein Beispiel mit einem anderen Wort, damit du das Muster wirklich siehst.

Das Wort ist „Gleis“, das erstens die Schiene und zweitens eine feste Spur im Leben meint.

Ich lege die Spur: „Mein Onkel ist mit sechzig immer noch auf demselben Gleis.“

Und ich biege ab: „Nur dass seins nie eine Verspätung hatte und meins ständig.“

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Wann zündet ein Wortspiel — und wann nervt es?

Das ist die Frage, an der sich Rita jahrelang die Zähne ausgebissen hat.

Ein Wortspiel zündet, wenn drei Dinge zusammenkommen.

  • Überraschung: Die zweite Bedeutung darf man nicht schon zwei Sätze vorher kommen sehen.
  • Passung: Beide Bedeutungen müssen im selben Bild sinnvoll sein, sonst wirkt es an den Haaren herbeigezogen.
  • Timing: Die Pointe braucht eine winzige Pause davor, damit der Kopf abbiegen kann.

Und es nervt, wenn du übertreibst.

Drei Wortspiele in einem Absatz sind kein Feuerwerk, sondern eine Reizüberflutung.

Ein einziges gut gesetztes Wortspiel wirkt stärker als zehn hingeworfene.

Rita hat gelernt, ihre Munition zu rationieren.

Ein Meister dieser Kunst war ein gewisser Herr aus Stratford-upon-Avon.

Shakespeare hat seine Figuren beleidigen und lieben lassen, und beides steckte oft voller Doppeldeutigkeit.

Dieses kurze Erklärvideo zeigt, wie kunstvoll seine Wortspiele gebaut sind.

TED-Ed · „Insults by Shakespeare“ · YouTube

Wo dir Wortspiele überall begegnen

Wenn du einmal Feuer gefangen hast, siehst du Wortspiele plötzlich an jeder Ecke.

Die Werbung ist voll davon, weil ein Wortspiel im Kopf kleben bleibt wie Kaugummi am Schuh.

Ein Friseur nennt sich „Schnittstelle“, ein Getränkemarkt wirbt mit dem Spruch „Wir haben einen guten Zug“.

Auch die Schlagzeilen in den Zeitungen lieben den doppelten Boden.

Über einen Streik bei der Bahn steht dann groß „Stillstand mit Ansage“.

Über eine Bäckerei in der Krise heißt es „harte Zeiten für weiche Brötchen“.

Selbst Kneipennamen spielen mit, vom Nachtwächter bis zum „durstigen Gleis“.

Und auf Postkarten und Kalendern wohnt der Kalauer wie ein Dauergast.

Achte einmal eine Woche lang bewusst darauf, wo dir ein Wortspiel begegnet.

Du wirst überrascht sein, wie oft jemand mit Sprache spielt, ohne es an die große Glocke zu hängen.

Der Titel-Trick: Wortspiele als Überschrift

Nirgends arbeitet ein Wortspiel härter als in einer Überschrift.

Ein Titel hat nur eine Sekunde, um dich zum Weiterlesen zu verführen.

Ein doppelter Boden in der Überschrift ist wie ein Haken, an dem dein Blick hängen bleibt.

Genau darum tragen so viele Artikel und Slam-Nummern ein Wortspiel im Namen.

„Vom Kalauer zum Kunststück“ ist schon so ein kleiner Haken.

Der Trick ist, ein vertrautes Wort so zu drehen, dass es im Kopf einen Funken schlägt.

Ein guter Titel-Kalauer verspricht Spaß, ein guter Titel-Doppelsinn verspricht Klugheit.

Beides zieht, solange die Überschrift am Ende auch hält, was der Titel andeutet.

Achte beim nächsten Zeitungsstapel darauf, welche Überschrift dich zuerst festhält.

Fast immer ist es die mit dem doppelten Boden.

Und wenn du selbst schreibst, dann spar dein bestes Wortspiel für den Titel auf.

Denn was oben zündet, zieht den Leser durch den ganzen Text.

Jürgen von der Lippe · „Jürgen von der Lippe – Sprachspiele“ · YouTube

Wortspiele auf der Bühne: Slam und Kabarett

Auf der Bühne wirkt ein Wortspiel anders als auf dem Papier.

Der Leser darf ein Wortspiel zweimal lesen, der Zuhörer hört es nur ein einziges Mal.

Darum brauchst du auf der Bühne noch sauberere Pointen und noch klareres Timing.

Das Zauberwort heißt Pause, und zwar die winzige Stille genau vor der zweiten Bedeutung.

In dieser Stille kippt der Kopf des Publikums von der ersten in die zweite Tür.

Kommt die Pause zu früh, verpufft die Pointe, kommt sie zu spät, zerredest du sie.

Im Poetry Slam ist das Wortspiel darum ein beliebter Schlusspunkt einer Zeile.

Es holt das Lachen, bevor die nächste Zeile schon wieder Ernst macht.

Im Kabarett dagegen dient das Wortspiel oft als spitze Nadel gegen die Mächtigen.

Da wird aus einem harmlosen Doppelsinn plötzlich ein kleiner, gezielter Stich.

Beide eint dieselbe Regel: ein einziges gutes Wortspiel schlägt eine ganze Salve.

Die häufigsten Fehler bei Wortspielen

Damit deine Wortspiele zünden und nicht nur zischen, hier die typischen Stolperfallen.

Der erste Fehler ist die verratene Pointe, bei der das doppeldeutige Wort viel zu früh im Satz steht.

Der zweite Fehler ist die erzwungene Bedeutung, die überhaupt nicht ins Bild passt.

Der dritte Fehler ist die Häufung, bei der ein Wortspiel das nächste jagt und am Ende keines mehr wirkt.

Der vierte Fehler ist das Erklären, denn ein Wortspiel, das man erklären muss, ist schon tot.

Der fünfte Fehler ist der falsche Ort, zum Beispiel ein flapsiger Kalauer in einem traurigen Moment.

  • Verratene Pointe: Setz das doppeldeutige Wort möglichst ans Satzende.
  • Erzwungene Bedeutung: Prüfe, ob wirklich beide Bedeutungen ins Bild passen.
  • Zu viele auf einmal: Streich neun von zehn und behalte das beste.
  • Erklärter Witz: Vertrau dem Publikum, es biegt schon selbst richtig ab.
  • Falscher Ort: Lies den Raum, bevor du deine Pointe zündest.

Also merke: Ein Wortspiel ist ein Florett und keine Schrotflinte.

Ziel genau, warte den richtigen Moment ab, und setz dann einen einzigen sauberen Treffer.

Viele eigene Beispiele zum Weiterspinnen

Damit du gleich loslegen kannst, hier ein kleiner Werkzeugkasten voller Beispiele.

Nimm sie als Vorlage, tausch die Wörter aus und mach sie zu deinen eigenen.

  • Doppeldeutig: „Am Bahnsteig lernt man Geduld — oder man verliert sie auf Gleis eins.“
  • Doppeldeutig: „Mein Zug fällt aus, meine Ausreden zum Glück nie.“
  • Homophon: „Der Gitarrist wechselte die Saite, der Fahrgast die Seite im Roman.“
  • Homophon: „Wer nur wartet, wird alt; wer wartet und lacht, wird weise statt Waise im Wartesaal.“
  • Kalauer: „Warum ist der Bahnsteig so ein guter Zuhörer? Er hat immer ein offenes Gleis.“
  • Clever: „Die Bahn nennt es Schienenersatzverkehr, ich nenne es Ersatzverkehr auf der Suche nach Schienen.“

Merkst du, wie die letzten Beispiele mehr kribbeln als die Kalauer?

Das liegt daran, dass sie dich denken lassen, statt dir die Pointe vor die Füße zu werfen.

Übung: Die Wort-mit-doppeltem-Boden-Jagd

Sammle heute fünf Alltagswörter mit zwei Bedeutungen und bau zu einem davon einen Satz, der erst harmlos klingt und am Ende abbiegt.

planet schule · „Woher kommen diese Redewendungen? | Erklär’s mir | planet schule | ARD“ · YouTube

Der Wortspiel-Spickzettel

Falls du dir nur eine Sache merken willst, dann nimm diesen kleinen Spickzettel.

Schritt eins: Such ein Alltagswort mit doppeltem Boden.

Schritt zwei: Bau den Satz so, dass zuerst die harmlose Bedeutung führt.

Schritt drei: Halt kurz inne und setz die zweite Bedeutung ans Ende.

Schritt vier: Lies laut vor und streich jedes Wort, das die Pointe bremst.

Schritt fünf: Teste es an einem Menschen und achte auf das erste Zucken im Gesicht.

Ein echtes Lachen ist grün, ein Stöhnen ist gelb, und Schweigen ist rot.

Bei Gelb schärfst du nach, bei Rot nimmst du ein neues Wort.

So wirst du mit jeder Runde ein bisschen treffsicherer.

Was du daraus lernst

Fassen wir zusammen, was Rita am Küchentisch und auf der Slam-Bühne begriffen hat.

  • Ein Wortspiel ist eine Falle für den Kopf, die überrascht und trotzdem passt.
  • Die vier Familien sind Doppeldeutigkeit, Homophon, Buchstabendreher und Kalauer.
  • Das doppeldeutige Wort gehört ans Satzende, weil die Pointe hinten am stärksten wirkt.
  • Weniger ist mehr, denn ein gezieltes Wortspiel schlägt zehn wahllose.
  • Der Unterschied zwischen Stöhnen und Lachen ist das Zielen, nicht die Menge.

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Häufige Fragen zu Wortspielen

Was ist der Kern eines jeden Wortspiels?

Die Doppelbedeutung — ein Wort oder ein Klang trägt zwei Bedeutungen, und im letzten Moment biegt die Bedeutung überraschend ab.

Was ist der Unterschied zwischen einem Kalauer und einem cleveren Wortspiel?

Das Zielen — der Kalauer ist absichtlich flach, das clevere Wortspiel überrascht und passt trotzdem sauber ins Bild.

Was sind Homophone einfach erklärt?

Klanggleiche Wörter — sie klingen gleich, meinen aber Verschiedenes, wie Meer und mehr oder Lehre und Leere.

Wohin gehört das doppeldeutige Wort im Satz?

Ans Ende — das letzte Wort bleibt am längsten im Ohr, deshalb sitzt die Pointe hinten.

Warum nerven manche Wortspiele?

Sie sind erzwungen — wenn die zweite Bedeutung nicht ins Bild passt oder man sie kilometerweit kommen sieht, wirkt das Wortspiel bemüht.

Wie mache ich Wortspiele, die wirklich zünden?

Überraschung plus Pause — bau die harmlose Spur zuerst, halt kurz inne und lass die zweite Bedeutung erst am Schluss aufblitzen.

Kann man Wortspiele lernen oder ist das Talent?

Handwerk — mit doppeldeutigen Wörtern, klarer Spur und guter Pointe baut das jeder, der ein bisschen übt.

Rita ist heute gefürchtet, aber auf die gute Art.

Sie feuert nicht mehr drei Kalauer pro Gang, sie setzt einen einzigen Satz, der abbiegt.

Und wenn dann alle lachen statt zu stöhnen, zwinkert sie mir über den Tisch zu.

„Zielen“, sagt ihr Blick, „nicht ballern.“

Vielleicht ist das die ganze Kunst in nur zwei Worten.

Nicht mehr Wortspiele, sondern bessere.

Nimm dir also ein einziges gutes Bild, ziel in Ruhe, und lass es im richtigen Moment abbiegen.

Dann wird aus deinem Kalauer irgendwann ein Kunststück.

Und aus dem Stöhnen am Tisch wird ein Lachen, das dir keiner mehr nimmt.

Wenn du tiefer ins Spielen mit Sprache einsteigen willst, findest du hier ein paar Bücher dazu.

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— Stephan Pinkwart —

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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