Stimmt es, dass Züge nur schwer bergauf fahren können?

Stimmt es, dass…?

„Was für das Auto ein sanfter Anstieg ist, wird für den schweren Zug auf glatter Schiene schnell zur echten Herausforderung.“

Stimmt es, dass Züge nur schwer bergauf fahren können?

→ Ein Mythos über die Bahn und die Berge.

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Kurz gesagt

Züge fahren sehr wohl bergauf, aber nur bis zu einer bestimmten Steigung. Weil glatte Räder auf glatten Schienen wenig Halt finden, sind zu steile Hänge für gewöhnliche Züge ein Problem. Wo es zu steil wird, hilft eine Zahnradbahn mit einer gezahnten Schiene.

Ein Auto klettert auch steile Bergstraßen hinauf, ohne dass sich der Fahrer viele Gedanken macht.

Bei der Eisenbahn ist das ganz anders, denn hier stoßen glatte Räder auf glatte Schienen.

Ob und wie gut ein Zug bergauf fahren kann, ist deshalb eine überraschend knifflige Frage.

Falkenberg Bahnhof Lok BR 52
Foto: Radler59, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bergauf ist möglich

Zunächst einmal steht fest, dass Züge durchaus bergauf fahren können, und das täglich.

Viele Bahnstrecken führen durch hügeliges oder gebirgiges Land und überwinden dabei Höhenunterschiede.

Ein Zug arbeitet sich dabei mit der Kraft seines Antriebs den Anstieg hinauf.

So ist das Bergauffahren an sich für die Bahn nichts Ungewöhnliches oder Unmögliches.

Dampfloks at Chemnitz Hilbersdorf panoramio
Foto: simon tunstall, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Die Grenze der Steigung

Anders als ein Auto kann ein Zug jedoch nur bis zu einer bestimmten Steigung hinauffahren.

Diese Grenze liegt weit niedriger, als man es von einer Bergstraße gewohnt ist.

Schon ein für das Auto sanfter Anstieg kann für einen schweren Zug zur echten Herausforderung werden.

Deshalb müssen Bahnstrecken in den Bergen ihre Steigungen möglichst flach halten.

Gut zu wissen

Der Grund für die Grenze sind die glatten Räder auf glatten Schienen, die wenig Halt finden. Deshalb müssen Bergstrecken ihre Steigungen flach halten, oft durch weite Bögen und Schleifen.

Wo es zu steil wird, hilft eine Zahnradbahn: Ein Zahnrad unter dem Zug greift in eine gezahnte Schiene und zieht ihn sicher den Berg hinauf. So erreicht die Bahn selbst hohe Gipfel.

Das Problem der glatten Räder

Der Grund für diese Grenze liegt in der Art, wie ein Zug auf der Schiene rollt.

Seine glatten stählernen Räder finden auf den glatten stählernen Schienen nur wenig Halt.

An einem steilen Hang beginnen die Räder durchzudrehen, ohne den Zug voranzubringen.

So ist es nicht die Kraft des Antriebs, sondern der fehlende Halt, der den Zug begrenzt.

Wie die Strecke die Steigung mildert

Damit die Grenze nicht überschritten wird, führt man Bergstrecken auf besondere Weise.

Statt gerade den Hang hinauf legt man die Strecke in weiten Bögen und Schleifen an.

So verteilt sich der Höhenunterschied auf eine längere Strecke und die Steigung bleibt flach.

Auf diese Weise erklimmt ein Zug auch hohe Berge, nur eben auf einem längeren Umweg.

Sand für mehr Halt

Reicht der Halt an einem Anstieg dennoch nicht aus, hilft ein einfaches, aber wirksames Mittel.

Viele Loks können feinen Sand aus kleinen Behältern direkt vor die Räder streuen.

Dieser Sand erhöht den Halt zwischen Rad und Schiene im entscheidenden Augenblick.

So bekommt der Zug am steilen Hang wieder genug Grip, um sicher weiterzufahren.

Die Zahnradbahn für die steilsten Hänge

Wo selbst all diese Mittel nicht mehr genügen, hilft nur noch eine besondere Bauart.

Die Zahnradbahn besitzt eine gezahnte Schiene, die in der Mitte des Gleises verläuft.

In diese greift ein Zahnrad unter dem Zug und zieht ihn sicher auch den steilsten Berg hinauf.

So erreichen selbst hoch gelegene Gipfel wie die Zugspitze ihren eigenen Bahnhof.

Bergab ist auch heikel

Nicht nur bergauf, auch bergab stellt eine steile Strecke besondere Anforderungen an den Zug.

Beim Hinabfahren muss der Zug ständig bremsen, damit er nicht zu schnell wird.

Das dauernde Bremsen belastet die Bremsen stark und erzeugt viel Wärme.

Deshalb sind steile Bergstrecken in beide Richtungen eine Herausforderung für Mensch und Technik.

Was von dem Mythos übrig bleibt

Am Ende zeigt sich, dass die Wahrheit wie so oft in der Mitte liegt.

Ja, Züge können bergauf fahren, aber nur bis zu einer weit niedrigeren Steigung als ein Auto.

Der Grund sind die glatten Räder auf den glatten Schienen, die an steilen Hängen den Halt verlieren.

Wo es zu steil wird, helfen weite Bögen, feiner Sand oder die Zahnradbahn mit ihrer gezahnten Schiene.

Berühmte Steilstrecken

In Deutschland gibt es einige berühmte Steilstrecken, an denen die Bahn ihr Können unter Beweis stellt.

Bekannt ist etwa die Geislinger Steige, an der schwere Züge einst zusätzlichen Schub von hinten brauchten.

An solchen Rampen wurden früher eigene Schiebeloks eingesetzt, die den Zügen den Berg hinaufhalfen.

So erzählt manche Steilstrecke bis heute von den besonderen Mühen des Bergauffahrens.

Häufige Fragen

Können Züge bergauf fahren?
Ja, durchaus, und das täglich. Viele Strecken überwinden Höhenunterschiede. Allerdings nur bis zu einer bestimmten Steigung, die weit niedriger liegt als bei einer Straße.
Warum ist zu steil ein Problem?
Weil die glatten Räder auf den glatten Schienen nur wenig Halt finden. An einem steilen Hang beginnen sie durchzudrehen, ohne den Zug voranzubringen.
Wie überwindet die Bahn Berge?
Indem sie die Strecke in weiten Bögen und Schleifen anlegt. So verteilt sich der Höhenunterschied auf eine längere Strecke, und die Steigung bleibt flach.
Was hilft bei zu wenig Halt?
Viele Loks streuen feinen Sand vor die Räder, der den Halt erhöht. Wo das nicht reicht, hilft eine Zahnradbahn mit einer gezahnten Schiene in der Mitte des Gleises.
Ist bergab auch schwierig?
Ja. Beim Hinabfahren muss der Zug ständig bremsen, damit er nicht zu schnell wird. Das belastet die Bremsen stark, weshalb steile Strecken in beide Richtungen heikel sind.

Weiterfahrt

Was ist eine Zahnradbahn? – Bahn für steile Berge

Der höchste Bahnhof – ganz oben auf dem Berg

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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