Stimmt es, dass man sein Fahrrad immer mitnehmen darf?

Stimmt es, dass …?

„Rein ins Abteil und los? Beim Fahrrad ist die Bahn wählerischer, als viele Ausflügler glauben.“

Stimmt es, dass man sein Fahrrad immer mitnehmen darf?

→ Ein Mythos zwischen Fahrradfreiheit und begrenztem Platz.

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Kurz gesagt

Nein. Ein Fahrrad darf man nur dort mitnehmen, wo es eigene Stellplätze gibt. Im Nahverkehr klappt das meist mit einem Fahrradticket, im ICE nur mit Reservierung – und in manchen Zügen bleibt das Rad ganz draußen.

Für viele Ausflügler gehört das Fahrrad im Zug so selbstverständlich dazu wie der Rucksack und die Wanderkarte.

Man stellt sich vor, einfach mit dem Rad einzusteigen und am Ziel wieder loszurollen, ohne sich vorher Gedanken zu machen.

Doch ganz so frei ist die Fahrradmitnahme nicht, denn sie hängt stark von der Zugart, dem Platz und der richtigen Fahrkarte ab.

Intercity2 8
Foto: Silesia711, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Warum das Rad einen eigenen Platz braucht

Ein Fahrrad ist sperrig und passt nicht einfach zwischen die Sitzreihen eines vollen Zuges.

Deshalb halten die Bahnen eigene Stellplätze bereit, meist in einem besonders gekennzeichneten Mehrzweckbereich.

Nur dort ist Platz, das Rad sicher abzustellen, ohne die Türen und Gänge zu blockieren.

Sind diese Plätze belegt, kann die Mitnahme selbst mit gültigem Ticket verweigert werden.

Aachener Hauptbahnhof January 2013
Foto: Neuwieser, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Das Fahrrad im Nahverkehr

Am unkompliziertesten ist die Mitnahme in Regionalzügen und S-Bahnen des Nahverkehrs.

Dort löst man in der Regel ein zusätzliches Fahrradticket und stellt das Rad in den vorgesehenen Bereich.

Zu den Stoßzeiten am Morgen kann es allerdings eng werden, weil dann Pendler und Räder um denselben Platz konkurrieren.

Manche Verbünde erlauben die kostenlose Mitnahme sogar zu bestimmten Tageszeiten, andere verlangen immer ein eigenes Ticket.

Vor der Radtour

Im Fernverkehr immer vorab einen Fahrradstellplatz reservieren, denn ohne ihn ist die Mitnahme nicht erlaubt.

Ein zusammengeklapptes Faltrad gilt als Gepäck und darf fast überall kostenlos und ohne Reservierung mit.

Das Fahrrad im Fernverkehr

Im Fernverkehr wird es strenger, denn hier ist die Zahl der Fahrradplätze deutlich kleiner.

In vielen ICE ist die Mitnahme überhaupt erst seit einigen Jahren und nur mit fester Reservierung möglich.

Ohne diese Reservierung eines Stellplatzes bleibt das Rad am Bahnsteig zurück, auch wenn der Zug halb leer wirkt.

Wer mit dem Rad eine längere Reise plant, sollte den Platz deshalb frühzeitig buchen.

Wenn das Rad ganz draußen bleibt

Es gibt sogar Züge, in denen ein normales Fahrrad grundsätzlich nicht mitfahren darf.

Auf manchen stark ausgelasteten Strecken fehlt schlicht der Platz für sperrige Räder.

Dann hilft nur, auf eine andere Verbindung auszuweichen oder das Rad vor Ort zu leihen.

Wer sich vorher informiert, erlebt am Bahnsteig keine böse Überraschung.

Der Trick mit dem Klapprad

Eine wichtige Ausnahme gilt für zusammengeklappte Falträder, die als Gepäck gelten.

Ein zusammengefaltetes Klapprad darf man fast überall kostenlos und ohne Reservierung mitnehmen.

Es zählt dann nicht als Fahrrad, sondern als Gepäckstück, das man wie einen Koffer verstaut.

Für Pendler, die täglich ein Stück radeln und ein Stück fahren, ist das die eleganteste Lösung.

Reservierung als Schlüssel

Der wichtigste Rat für alle Radreisenden lautet, sich rechtzeitig um einen Stellplatz zu kümmern.

Im Fernverkehr ist die Reservierung ohnehin Pflicht, im Nahverkehr eine Frage von Glück und Andrang.

Ein reservierter Platz gibt die Sicherheit, dass das Rad wirklich mitkommt und nicht am Bahnsteig bleibt.

Gerade an schönen Ausflugstagen sind die begehrten Fahrradplätze schnell vergeben.

Das E-Bike als Sonderfall

Ein normales E-Bike wird bei der Mitnahme wie ein gewöhnliches Fahrrad behandelt.

Es braucht denselben Stellplatz und dasselbe Fahrradticket wie ein Rad ohne Motor.

Nur sehr schwere und schnelle Modelle können an ihre Grenzen stoßen, weil sie kaum in die Halterungen passen.

Für das übliche Pedelec aber gelten schlicht dieselben Regeln wie für jedes andere Rad.

Das Fazit zum Mythos

Die Vorstellung, man dürfe sein Fahrrad immer und überall mitnehmen, ist damit falsch.

Richtig ist, dass die Mitnahme fast überall möglich ist, aber eben nur mit Stellplatz und passender Fahrkarte.

Im ICE braucht es zwingend eine Reservierung, in manchen Zügen bleibt das Rad ganz draußen.

Wer vorher plant und rechtzeitig bucht, kommt mit dem Rad im Zug jedoch fast überall entspannt ans Ziel.

Wie es im Ausland aussieht

Interessant wird die Fahrradmitnahme, sobald man mit dem Zug über die Grenze in ein Nachbarland reisen möchte, denn dort gelten oft ganz eigene Regeln.

Manche Länder sind ausgesprochen fahrradfreundlich und stellen großzügig Plätze bereit, während andere die Mitnahme im Fernverkehr fast völlig ausschließen.

Bei einer durchgehenden internationalen Fahrt muss man deshalb für jeden Abschnitt getrennt prüfen, ob und wie das Rad überhaupt erlaubt ist.

Wer eine grenzüberschreitende Radreise plant, sollte die einzelnen Verbindungen daher besonders sorgfältig zusammenstellen und die Stellplätze frühzeitig sichern.

Häufige Fragen

Darf ich mein Fahrrad immer mitnehmen?
Nein. Nur dort, wo es eigene Stellplätze gibt. Im Nahverkehr meist mit Fahrradticket, im ICE nur mit Reservierung, in manchen Zügen gar nicht.
Was kostet die Mitnahme?
Meist ein zusätzliches Fahrradticket. Manche Verbünde erlauben die Mitnahme zu bestimmten Zeiten kostenlos.
Brauche ich im ICE eine Reservierung?
Ja, zwingend. Ohne reservierten Stellplatz bleibt das Rad am Bahnsteig, auch wenn der Zug leer wirkt.
Und ein Klapprad?
Ein zusammengefaltetes Faltrad gilt als Gepäck und darf fast überall kostenlos und ohne Reservierung mitfahren.
Gelten für E-Bikes andere Regeln?
Nein, ein normales Pedelec wird wie ein gewöhnliches Fahrrad behandelt. Nur sehr schwere Modelle können an ihre Grenzen stoßen.

Weiterfahrt

Gibt es im ICE kostenloses WLAN? – Internet an Bord

Wie viele Sitzplätze hat eine S-Bahn? – Platz im Nahverkehr

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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