Stimmt es, dass man das Ticket noch im Zug kaufen kann?

Stimmt es, dass …?

„Im Fernzug bekommen Sie Ihr Ticket noch beim Personal – im Nahverkehr nicht.“

Kann man das Ticket noch im Zug kaufen?

→ Im ICE ja, in der Regionalbahn nein: Warum es darauf ankommt, in welchem Zug man sitzt.

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Kurz gesagt

Kommt auf den Zug an. Im Fernverkehr – ICE und IC – kann man beim Zugpersonal noch ein Ticket lösen, oft mit kleinem Aufschlag. Im Nahverkehr dagegen muss das Ticket in der Regel vor dem Einstieg gekauft sein, sonst gilt man als Schwarzfahrer.

Es ist eine der häufigsten Unsicherheiten am Bahnsteig: Muss ich das Ticket vorher haben, oder kann ich es noch im Zug kaufen? Die Antwort ist überraschend eindeutig – und hängt allein davon ab, in welchem Zug man sitzt.

Metronom mit Baureihe 146 in Hamburg-Harburg
Foto: Eisenbahn in Norddeutschland, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Fernverkehr: ja, mit Aufschlag

Wer in den ICE oder IC einsteigt, ohne ein Ticket zu haben, muss nicht gleich zittern.

Im Fernverkehr kann man beim Zugbegleiter noch eine Fahrkarte kaufen.

Dafür wird oft ein kleiner Bordzuschlag fällig.

Wichtig ist nur, sich gleich beim Personal zu melden, statt zu warten, bis man kontrolliert wird.

Wer von sich aus fragt, kauft ganz normal ein Ticket.

Wer wartet, riskiert, als Schwarzfahrer zu gelten.

Der Grund für diese Kulanz: Im Fernverkehr ist fast immer ein Zugbegleiter an Bord.

Er kann Tickets verkaufen, und es gibt keine feste Bahnsteigsperre, die den Zugang regelt.

Nahverkehr: vorher lösen

Ganz anders im Nahverkehr.

In S-Bahn, Regionalbahn und Regionalexpress muss das Ticket in aller Regel vor dem Einstieg gekauft sein – am Automaten, am Schalter oder digital in einer App.

Wer ohne gültiges Ticket erwischt wird, gilt als Schwarzfahrer und zahlt ein erhöhtes Beförderungsentgelt, meist rund 60 Euro.

Die Unwissenheit schützt dabei nicht: Die Regeln hängen aus und gelten für alle.

Der Hintergrund ist das offene System des Nahverkehrs.

Es gibt keine Einlasskontrolle, und oft ist gar kein Personal an Bord, das Tickets verkaufen könnte.

Deshalb liegt die Verantwortung beim Fahrgast, sich vorher zu kümmern.

Was bei der Kontrolle zählt

Wird man im Nahverkehr ohne gültiges Ticket erwischt, gilt das als „Beförderungserschleichung“

Fällig wird ein erhöhtes Beförderungsentgelt von meist rund 60 Euro – und die eigenen Daten werden aufgenommen.

Dabei zählt allein das Ergebnis, nicht die Absicht: Auch wer schlicht vergessen hat zu kaufen oder den Automaten defekt vorfand, steht zunächst als Schwarzfahrer da.

Wer wiederholt auffällt, riskiert sogar eine Strafanzeige.

Wie man ganz sicher fährt

Am einfachsten ist ein Abo wie das Deutschlandticket: Es gilt bundesweit im Nahverkehr, und die Frage nach dem Einzelticket stellt sich gar nicht erst.

Ein Griff zum Handy, und man ist immer im Recht.

Für Einzelfahrten gilt: am Automaten, am Schalter oder in der App kaufen, bevor man einsteigt.

Gerade Automaten stehen an fast jedem Bahnsteig – und im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig lösen.

S Bahn Berlin Baureihe 483, Mock up (4)
Foto: Andre_de, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein System im Wandel

Die Digitalisierung verändert das Bezahlen langsam.

In einigen Regionen wird mit Check-in/Check-out-Systemen experimentiert, bei denen man sich per App an- und abmeldet und automatisch den besten Preis zahlt.

Bis solche Systeme überall gelten, bleibt die alte Regel bestehen – und mit ihr der wichtigste Rat: Im Nahverkehr wird das Ticket vor dem Einstieg gelöst, im Fernverkehr darf man notfalls an Bord fragen.

Besonders knifflig ist die Lage für Gäste aus dem Ausland, die das deutsche System nicht kennen.

Für sie wirkt es willkürlich, dass man im ICE noch zahlen darf, in der Regionalbahn aber nicht.

Ein Hinweis am Bahnsteig hilft da mehr als jede Ausrede.

Die Faustregel bleibt daher einfach und gilt für alle gleich: Im Zweifel vor dem Einsteigen kaufen.

Wer das beherzigt, muss bei keiner Kontrolle mit einem mulmigen Gefühl rechnen.

Die Faustregel

Fernverkehr (ICE, IC, EC): Ticket notfalls beim Personal an Bord – sofort melden, oft mit Bordzuschlag.

Nahverkehr (S-Bahn, RB, RE): Ticket immer vor dem Einstieg lösen, sonst gilt man als Schwarzfahrer.

Im Zweifel gilt: lieber vorher kaufen. Am Automaten oder in der App ist das fast überall möglich.

Die App verändert die Regeln

Das Smartphone hat vieles vereinfacht.

Über die App der Bahn oder des Verkehrsverbunds lässt sich ein Ticket in Sekunden kaufen – oft sogar noch auf dem Bahnsteig, kurz vor dem Einsteigen.

Doch Vorsicht: Viele Apps verlangen, dass das Ticket vor dem Betreten des Zuges gekauft wird.

Wer erst im fahrenden Nahverkehrszug die App öffnet, kann trotzdem als Schwarzfahrer gelten.

Die alte Regel bleibt also bestehen.

Am sichersten fährt, wer den Fahrschein löst, bevor er einen Fuß in den Zug setzt.

Dann gibt es bei der Kontrolle nie ein Problem – ganz gleich, ob Papier oder Handy.

Häufige Fragen

Kann ich im ICE noch ein Ticket kaufen?
Ja. Im Fernverkehr verkauft der Zugbegleiter noch Tickets, oft mit einem kleinen Bordzuschlag. Man sollte sich sofort melden.
Und in der Regionalbahn?
Nein. Im Nahverkehr muss das Ticket vor dem Einstieg gekauft sein, sonst gilt man als Schwarzfahrer.
Was kostet Schwarzfahren?
In der Regel ein erhöhtes Beförderungsentgelt von meist rund 60 Euro – unabhängig von der Absicht.
Warum der Unterschied?
Im Fernverkehr ist Personal an Bord und es gibt keine Sperre. Im Nahverkehr fehlt beides oft – deshalb liegt die Verantwortung beim Fahrgast.
Reicht die App im Zug?
Oft nicht. Viele Apps verlangen den Kauf vor dem Einstieg. Am sichersten löst man das Ticket vor dem Betreten des Zuges.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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