Stimmt es, dass man barfuß Bahn fahren darf?

Stimmt es, dass …?

„Sommer, Hitze, drückende Schuhe – am liebsten würde man sie im Zug einfach ausziehen. Aber darf man das überhaupt?“

Stimmt es, dass man barfuß Bahn fahren darf?

→ Ein Mythos zwischen Reisefreiheit und gutem Ton.

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Kurz gesagt

Ja. Einen Kleidungszwang oder eine Schuhpflicht gibt es in der Bahn nicht, barfuß fahren ist also erlaubt. Grenzen setzen nur das Hausrecht bei grober Störung und der einfache Anstand gegenüber den Mitreisenden.

An einem heißen Sommertag gibt es kaum etwas Verlockenderes, als im Zug endlich die drückenden Schuhe von den Füßen zu streifen.

Sofort meldet sich aber ein leises schlechtes Gewissen, ob man das in der Öffentlichkeit überhaupt darf oder gegen eine ungeschriebene Regel verstößt.

Die Frage nach dem Barfußfahren führt mitten hinein in das Spannungsfeld aus persönlicher Freiheit und Rücksicht auf die anderen im Wagen.

Baureihe 101 003
Foto: Chiemgaupate, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Keine Schuhpflicht in der Bahn

Die klare rechtliche Auskunft lautet, dass es in der Bahn keine Kleiderordnung und schon gar keine Schuhpflicht gibt.

Niemand schreibt vor, in welcher Kleidung oder mit welchem Schuhwerk man einen Zug betreten darf.

Wer barfuß, in Sandalen oder in Socken reisen möchte, verstößt damit gegen keine geschriebene Regel der Bahn.

In diesem Sinne ist das Barfußfahren also tatsächlich erlaubt und Teil der ganz normalen Reisefreiheit.

DB 101 127 Hannover
Foto: Clic, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Wo das Hausrecht greift

So frei die Kleiderwahl ist, ganz grenzenlos ist sie doch nicht, denn die Bahn übt in ihren Zügen das Hausrecht aus.

Wer andere Reisende erheblich stört, belästigt oder gefährdet, kann vom Zugpersonal zur Ordnung gerufen werden.

Nackte Füße auf dem Sitz gegenüber oder auf dem Klapptisch fallen genau unter diese Störung und sind ein klarer Verstoß gegen den guten Ton.

Barfuß auf dem eigenen Boden zu stehen ist erlaubt, die Füße dem Nachbarn ins Gesicht zu strecken dagegen nicht.

Kurz gesagt

Barfuß fahren ist erlaubt – eine Schuhpflicht kennt die Bahn nicht.

Die Grenze ist die Rücksicht: Füße bei sich behalten, nicht auf den Sitz gegenüber, und für den Gang zur Toilette lieber doch die Schuhe anziehen.

Die Frage der Hygiene

Neben der Rücksicht spielt beim Barfußfahren auch die eigene Hygiene und Gesundheit eine Rolle.

Der Boden eines vielbefahrenen Zuges ist selten so sauber, wie man es sich für die bloßen Fußsohlen wünschen würde.

Wer barfuß über den Wagenboden läuft, geht deshalb ein kleines gesundheitliches Risiko ein.

Für den eigenen Sitzplatz mag das kein Problem sein, für den Weg zur Toilette empfiehlt sich aber besser doch ein Schuh.

Rücksicht als eigentliche Grenze

Die wichtigste Grenze beim Barfußfahren zieht am Ende nicht ein Gesetz, sondern der ganz normale Anstand.

Nackte Füße können, gerade an einem heißen Tag, auf engem Raum als unangenehm oder aufdringlich empfunden werden.

Wer die Schuhe auszieht, sollte deshalb die Füße bei sich behalten und nicht in den gemeinsamen Raum ausstrecken.

So bleibt die eigene Freiheit gewahrt, ohne dass sich der Sitznachbar davon gestört fühlt.

Der Vergleich mit dem Flugzeug

Auch im Flugzeug ziehen viele Menschen auf langen Flügen ganz selbstverständlich ihre Schuhe aus.

Meist geschieht das dezent, mit Socken an den Füßen und ohne sie dem Nachbarn zu präsentieren.

Genau dieses Maß an Rücksicht lässt sich mühelos auf die Bahn übertragen.

Wer es so hält, wird kaum jemals auf Widerspruch stoßen, egal ob im Flieger oder im Zug.

Was das Zugpersonal darf

Solange niemand gestört wird, hat das Zugpersonal keinen Grund, sich um die Fußbekleidung eines Fahrgastes zu kümmern.

Erst wenn sich andere Reisende beschweren oder die Füße offen zur Belästigung werden, kann es eingreifen.

Dann genügt meist ein freundlicher Hinweis, die Füße vom Sitz zu nehmen oder wieder in die Schuhe zu schlüpfen.

Ein Rauswurf aus dem Zug allein wegen nackter Füße wäre dagegen völlig unverhältnismäßig und ist nicht zu erwarten.

Ein Zeichen entspannter Freiheit

Dass man barfuß Bahn fahren darf, ist im Grunde ein schönes Zeichen für die entspannte Freiheit des öffentlichen Verkehrs.

Die Bahn schreibt ihren Fahrgästen nicht vor, wie sie sich zu kleiden haben, sondern vertraut auf ihren gesunden Menschenverstand.

Diese Freiheit funktioniert genau so lange gut, wie jeder mit ein wenig Rücksicht von ihr Gebrauch macht.

Sie ist damit ein kleines Beispiel dafür, wie viel ein gutes Miteinander ohne strenge Regeln erreichen kann.

Das Fazit zum Mythos

Die Sorge, man dürfe im Zug nicht barfuß fahren, ist damit unbegründet, denn eine Schuhpflicht gibt es nicht.

Erlaubt ist das Barfußfahren, solange man niemanden stört und die eigenen Füße bei sich behält.

Die einzigen echten Grenzen setzen das Hausrecht bei grober Störung und der ganz normale Anstand im geteilten Raum.

Wer die Schuhe rücksichtsvoll auszieht, kann seine Reise an heißen Tagen also mit gutem Gewissen genießen.

Häufige Fragen

Darf man barfuß Bahn fahren?
Ja. Einen Kleidungszwang oder eine Schuhpflicht gibt es in der Bahn nicht. Barfußfahren ist erlaubt.
Wo liegt die Grenze?
Beim Hausrecht und beim Anstand. Nackte Füße auf dem Sitz gegenüber oder auf dem Klapptisch sind ein Verstoß gegen den guten Ton.
Kann mich jemand deswegen rauswerfen?
Allein wegen nackter Füße nicht. Erst bei echter Störung anderer kann das Zugpersonal um Rücksicht bitten.
Ist Barfußlaufen im Zug hygienisch?
Der Wagenboden ist selten sehr sauber. Für den eigenen Platz ist das meist unproblematisch, für den Weg zur Toilette empfiehlt sich ein Schuh.
Gilt das auch im Flugzeug?
Ähnlich. Viele ziehen dort auf langen Flügen die Schuhe aus, meist dezent mit Socken. Dasselbe Maß an Rücksicht passt auch in den Zug.

Weiterfahrt

Darf man im Zug essen? – Proviant und Rücksicht

Darf man im Zug telefonieren? – Handy im Wagen

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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