Stimmt es, dass…?
„Ein paar bunte Blätter auf der Schiene klingen harmlos – und werden für schwere Züge doch zur tückischen Rutschbahn.“
Stimmt es, dass Herbstlaub Züge zum Rutschen bringt?
→ Ein Mythos über nasses Laub und rutschende Züge auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt. Nasses Herbstlaub wird von den Rädern zu einer glatten, schmierigen Schicht auf der Schiene zerdrückt. Diese Schicht verringert den Halt der Räder, sodass die Züge beim Bremsen und Anfahren rutschen. Der Herbst ist deshalb für die Bahn jedes Jahr eine echte Herausforderung.
Wenn im Herbst die Blätter von den Bäumen fallen, wirkt das bunte Laub auf den Schienen zunächst wie eine harmlose Zierde.
Doch was so unschuldig aussieht, bereitet der Bahn jedes Jahr aufs Neue erhebliche Schwierigkeiten.
Denn nasses Laub kann schwere Züge tatsächlich ins Rutschen bringen und ist damit ein ernstes Problem für den Betrieb.

Die tückische Schmierschicht
Fällt das Laub auf die Schienen, wird es von den schweren Rädern der Züge zu einer dünnen, festen Schicht zerdrückt.
Kommt dann noch Nässe durch Regen oder Nebel hinzu, verwandelt sich diese Schicht in einen glatten und schmierigen Film.
Dieser Film legt sich zwischen das Rad und die Schiene und verringert den Halt ganz erheblich.
So wird aus ein paar harmlosen Blättern eine tückische Rutschbahn für den ganzen Zug.

Warum der Halt so wichtig ist
Ein Zug hält sich allein durch die Reibung zwischen seinen glatten Stahlrädern und der glatten Stahlschiene.
Diese Reibung ist ohnehin gering und reicht gerade aus, damit der schwere Zug beschleunigen und bremsen kann.
Legt sich nun eine schmierige Schicht dazwischen, sinkt diese ohnehin knappe Reibung noch weiter ab.
Dann drehen die Räder beim Anfahren durch oder blockieren beim Bremsen, ohne dass der Zug richtig hält.
Gut zu wissen
Ein Zug hält sich allein durch die geringe Reibung zwischen Stahlrad und Stahlschiene. Eine schmierige Laubschicht verringert diese Reibung noch weiter.
Blockiert ein Rad auf glatter Schiene, schleift sich eine Flachstelle ein. Solche Schäden müssen später aufwendig in der Werkstatt behoben werden.
Die Gefahr beim Bremsen
Besonders gefährlich wird die glatte Schiene, wenn ein Zug an einer bestimmten Stelle bremsen muss.
Auf der schmierigen Schicht verlängert sich der Bremsweg des Zuges mitunter ganz erheblich.
Im schlimmsten Fall erreicht der Zug seinen Halt nicht rechtzeitig und fährt über die vorgesehene Stelle hinaus.
Deshalb nehmen die Lokführer im Herbst besondere Rücksicht und bremsen frühzeitig und behutsam.
Flachstellen an den Rädern
Blockiert ein Rad beim Bremsen auf der glatten Schiene, so rutscht es über den Stahl, statt sich zu drehen.
Dabei schleift sich an einer Stelle des Rades eine flache Kerbe ein, eine sogenannte Flachstelle.
Ein Rad mit einer solchen Flachstelle schlägt bei jeder Umdrehung hörbar auf die Schiene.
Diese Schäden müssen später in der Werkstatt aufwendig behoben werden und verursachen erhebliche Kosten.
Der Kampf gegen das Laub
Um dem Problem zu begegnen, unternimmt die Bahn im Herbst eine ganze Reihe von Maßnahmen.
Besondere Reinigungszüge fahren die gefährdeten Strecken ab und säubern die Schienen mit Wasser unter hohem Druck.
Manche Züge streuen zudem feinen Sand vor die Räder, um den Halt auf der glatten Schiene zu verbessern.
So versucht die Bahn, die tückische Schmierschicht zu bekämpfen, bevor sie zur Gefahr wird.
Bäume entlang der Strecke
Ein Teil des Problems entsteht durch die vielen Bäume, die dicht an den Gleisen stehen.
Ihre Blätter fallen im Herbst unmittelbar auf die Schienen und bilden dort die gefürchtete Schicht.
Deshalb schneidet die Bahn den Bewuchs entlang besonders gefährdeter Strecken regelmäßig zurück.
Ganz verhindern lässt sich der Laubfall jedoch nicht, denn Bäume gehören zur Landschaft an der Bahn.
Ein Problem mit den Jahreszeiten
Anders als manche andere Störung kehrt das Problem mit dem Laub jedes Jahr zur selben Zeit zuverlässig wieder.
In den Wochen des Laubfalls im Herbst häufen sich deshalb Verspätungen, die auf die glatten Schienen zurückgehen.
Die Bahn stellt sich darauf ein und plant in dieser Zeit oft etwas großzügigere Fahrzeiten ein.
So ist der Herbst für den Bahnbetrieb eine ebenso vorhersehbare wie unvermeidliche Herausforderung.
Was von dem Mythos übrig bleibt
Am Ende bestätigt sich die überraschende Behauptung in vollem Umfang und ganz ohne Übertreibung.
Ja, nasses Herbstlaub bringt schwere Züge tatsächlich ins Rutschen, weil es eine glatte Schmierschicht auf der Schiene bildet.
Was harmlos aussieht, verlängert Bremswege und beschädigt sogar die Räder der Züge.
Wer das weiß, versteht, warum die Bahn ausgerechnet im bunten Herbst mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.
Häufige Fragen
Bringt Laub Züge wirklich zum Rutschen?
Warum ist der Halt so empfindlich?
Was ist eine Flachstelle?
Was tut die Bahn dagegen?
Warum kommt das Problem jedes Jahr?
Weiterfahrt
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