Stimmt es, dass …?
„Sehr geehrte Fahrgäste, wenn wir bremsen, wird aus Schwung wieder Strom.“
Erzeugt ein Zug beim Bremsen Strom?
→ Moderne Züge bremsen mit dem Motor – und speisen den gewonnenen Strom zurück ins Netz.
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Kurz gesagt
Stimmt. Moderne Elektrozüge bremsen zu einem großen Teil mit dem Motor – der dabei zum Generator wird. Der gewonnene Strom fließt zurück in die Oberleitung und treibt andere Züge an. So spart die Bahn einen erheblichen Teil ihrer Energie.
Bremsen bedeutet, Bewegungsenergie loszuwerden.
Bei einem Auto verpufft sie meist als Wärme in den Bremsscheiben – nutzlos.
Ein moderner Elektrozug kann es besser: Er verwandelt einen großen Teil dieser Energie wieder in Strom.

Der Motor wird zum Generator
Ein Elektromotor kann beides: antreiben und bremsen.
Beim Bremsen dreht sich der Vorgang um – der Motor arbeitet als Generator und verwandelt die Bewegung des Zuges wieder in elektrischen Strom.
Das nennt man rekuperatives Bremsen.
Der Zug bremst dabei, weil das Erzeugen von Strom die Räder abbremst – ganz ohne Reibung.
Die klassischen Bremsen mit Belägen werden nur noch zum sanften Anhalten am Schluss oder im Notfall gebraucht.
Das schont zugleich die mechanischen Bremsen.
Weniger Reibung bedeutet weniger Verschleiß, weniger Bremsstaub und weniger Wartung – ein angenehmer Nebeneffekt der Stromrückgewinnung.
Der Strom fließt zurück
Der so gewonnene Strom verpufft nicht, sondern fließt zurück in die Oberleitung.
Von dort kann ihn ein anderer Zug in der Nähe sofort nutzen, der gerade beschleunigt.
Die Bremsenergie des einen treibt den anderen an.
So entsteht ein cleveres Geben und Nehmen im Netz: Wo einer bremst, spart ein anderer Strom.
Über den Tag summiert sich das zu einer erheblichen Energiemenge, die sonst einfach verloren wäre.
Vom Widerstand zum Speicher
Die Idee ist nicht neu, aber ihre Nutzung wird immer besser.
Früher wurde die beim Bremsen gewonnene Energie oft in großen Widerständen einfach in Wärme umgewandelt und verpuffte ungenutzt in die Luft.
Heute fließt sie zurück ins Netz, und zunehmend kommen Speicher hinzu: Batterien oder Schwungräder an den Unterwerken fangen die Energie auf, wenn gerade kein Zug sie braucht, und geben sie später wieder ab.
Im Nahverkehr besonders wirksam
Am meisten bringt die Rückspeisung dort, wo viel gebremst und beschleunigt wird: in der S-Bahn und der U-Bahn.
Dort halten die Züge alle paar Minuten, und bei jedem Halt lässt sich Energie zurückgewinnen.
Weil in einem dichten Nahverkehrsnetz ständig irgendein Zug beschleunigt, findet der zurückgespeiste Strom fast immer sofort einen Abnehmer.
Gerade hier zahlt sich das Prinzip besonders aus.
So arbeitet bei jeder Bremsung ein kleines Kraftwerk mit.
Was früher als Wärme verloren ging, hält heute den nächsten Zug in Fahrt – leise, unsichtbar und höchst effizient.
Für die Fahrgäste ist der Effekt kaum spürbar, aber allgegenwärtig.
Das sanfte, gleichmäßige Verzögern moderner Züge ist oft schon das Werk der elektrischen Bremse – erst ganz zum Schluss übernehmen die mechanischen Bremsen das Anhalten.
Dass dabei auch noch Strom zurückfließt, merkt niemand im Wagen.
Und doch summiert sich dieser unsichtbare Beitrag über Millionen Bremsungen täglich zu einer riesigen Menge gesparter Energie.
Die Rückspeisung ist damit ein Musterbeispiel für kluge Technik: Sie kostet den Fahrgast nichts, ist im Betrieb kaum zu bemerken – und macht die Bahn doch ein gutes Stück sparsamer und umweltfreundlicher.
So schließt sich der Kreis: Die Energie, die den Zug einst in Fahrt brachte, treibt nach dem Bremsen den nächsten an.
Kaum irgendwo wird der kluge Umgang mit Energie so anschaulich wie auf der Schiene.
Was mit der Energie passiert
Beim Bremsen wird der Fahrmotor zum Generator und erzeugt Strom.
Der Strom fließt zurück in die Oberleitung und treibt einen anderen Zug an.
Kann ihn kein Zug aufnehmen, hilft moderne Technik, ihn zu speichern – oder er wird als Wärme abgegeben.

Nicht immer geht alles zurück
Ganz ohne Grenzen ist das System nicht.
Der zurückgespeiste Strom lässt sich nur nutzen, wenn gerade ein anderer Zug Energie braucht oder ein Speicher bereitsteht.
Ist das Netz an dieser Stelle „nicht aufnahmefähig“, kann die Energie nicht vollständig genutzt werden.
Früher wurde die Bremsenergie oft in großen Widerständen einfach in Wärme umgewandelt und verpuffte.
Moderne Netze und zunehmend auch Speicher sorgen dafür, dass immer mehr davon tatsächlich wiederverwendet wird.
Ein großer Spareffekt
Unterm Strich spart die Rückspeisung einen erheblichen Teil der Antriebsenergie – je nach Strecke und Betrieb einen zweistelligen Prozentsatz.
Für eine Bahn, die täglich enorme Mengen Strom verbraucht, ist das viel.
Damit ist das rekuperative Bremsen einer der Gründe, warum die elektrische Bahn so effizient ist.
Sie holt sich einen Teil der Energie zurück, die andere Verkehrsmittel einfach verheizen – ein unsichtbarer, aber wirkungsvoller Beitrag zum Energiesparen.
Häufige Fragen
Erzeugt ein Zug beim Bremsen wirklich Strom?
Wohin geht dieser Strom?
Wie nennt man das?
Geht die ganze Energie zurück?
Wie viel spart das?
Weiterfahrt
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