Stimmt es, dass der ICE schneller ist als das Auto?

Stimmt es, dass…?

„Während das Auto im Stau steht, gleitet der ICE mit dreihundert vorbei – doch ganz so einfach ist die Rechnung nicht immer.“

Stimmt es, dass der ICE schneller ist als das Auto?

→ Ein Mythos, der von der Strecke abhängt, die man vergleicht.

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Kurz gesagt

Auf langen Strecken stimmt das. Der ICE fährt bis zu 300 Kilometer in der Stunde und ist von Stadtzentrum zu Stadtzentrum meist deutlich schneller als das Auto. Auf kurzen Strecken oder wo keine Schnellfahrstrecke verläuft, kann das Auto jedoch durchaus mithalten.

Wer zwischen zwei fernen Städten reist, hat oft die Wahl zwischen dem eigenen Auto und dem schnellen ICE.

Schnell entbrennt dann der Streit, ob der Zug oder der Wagen die kürzere Reisezeit bietet.

Ob der ICE wirklich schneller ist als das Auto, hängt allerdings stark von der jeweiligen Strecke ab.

Alstom Coradia Continental Dresden Hauptbahnhof
Foto: Rainerhaufe, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Das Tempo des ICE

Der ICE ist auf den dafür ausgebauten Schnellfahrstrecken mit bis zu dreihundert Kilometern in der Stunde unterwegs.

Dieses Tempo kann ein gewöhnliches Auto auf deutschen Straßen niemals dauerhaft erreichen.

Selbst wo kein Tempolimit gilt, fährt kaum ein Auto über längere Zeit so schnell.

Schon beim reinen Spitzentempo hat der ICE gegenüber dem Auto also einen klaren Vorsprung.

Alstom Coradia Continental Dresden Hauptbahnhof Juni 2016 017
Foto: Bybbisch94, Christian Gebhardt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Auto und seine Grenzen

Ein Auto mag auf freier Autobahn kurzzeitig recht schnell fahren, doch über die ganze Reise sieht es anders aus.

Staus, Baustellen und dichter Verkehr bremsen den Wagen immer wieder aus.

Dazu kommen notwendige Pausen, denn niemand kann viele Stunden ohne Rast am Steuer sitzen.

So sinkt die tatsächliche Reisegeschwindigkeit eines Autos über eine lange Strecke deutlich ab.

Gut zu wissen

Entscheidend ist der Vergleich von Tür zu Tür: Beim Zug zählt der Weg zum Bahnhof dazu, beim Auto die Parkplatzsuche. Weil viele Bahnhöfe im Zentrum liegen, spart der ICE oft den Weg in die Innenstadt.

Auf langen Strecken mit Schnellfahrstrecke gewinnt der ICE meist klar. Auf kurzen Strecken oder ohne schnelle Trasse kann das Auto mithalten.

Der Vergleich von Tür zu Tür

Um ehrlich zu vergleichen, muss man die ganze Reise von Tür zu Tür betrachten.

Beim Auto zählt die Fahrt von der eigenen Haustür bis zum Ziel, mitsamt der Parkplatzsuche.

Beim Zug zählt der Weg zum Bahnhof, die Fahrt und der Weg vom Zielbahnhof zum eigentlichen Ziel.

Erst dieser Vergleich von Tür zu Tür sagt wirklich etwas über die schnellere Reise aus.

Wo der ICE klar gewinnt

Auf langen Strecken zwischen großen Städten spielt der ICE seine Stärke voll aus.

Verläuft dazwischen eine Schnellfahrstrecke, ist er dem Auto meist deutlich überlegen.

Weil viele Bahnhöfe mitten in den Städten liegen, entfällt zudem die lange Fahrt ins Zentrum.

So kommt der Reisende mit dem ICE von Innenstadt zu Innenstadt oft spürbar schneller ans Ziel.

Wo das Auto mithält

Auf kurzen Strecken sieht die Rechnung dagegen oft ganz anders aus.

Hier fallen der Weg zum Bahnhof und die Wartezeit auf den Zug stärker ins Gewicht.

Auch wo keine Schnellfahrstrecke verläuft, muss der Zug langsamer fahren und verliert seinen Vorsprung.

In solchen Fällen kann das Auto durchaus ebenso schnell oder sogar schneller am Ziel sein.

Die Zeit im Zug nutzen

Ein wichtiger Unterschied liegt darin, was man während der Reise mit seiner Zeit anfangen kann.

Wer selbst am Steuer sitzt, muss sich die ganze Zeit auf den Verkehr konzentrieren.

Im ICE dagegen kann man lesen, arbeiten, schlafen oder einfach aus dem Fenster schauen.

So fühlt sich selbst eine gleich lange Reisezeit im Zug oft kürzer und angenehmer an.

Mehr als nur die reine Zeit

Ob Zug oder Auto schneller ist, entscheidet am Ende nicht allein die nackte Reisezeit.

Auch Kosten, Bequemlichkeit und die Belastung für die Umwelt spielen bei der Wahl eine Rolle.

Der ICE punktet mit nutzbarer Zeit und einer besseren Bilanz für das Klima.

Das Auto punktet mit der Freiheit, jederzeit und überallhin ohne Umstieg zu fahren.

Was von dem Mythos übrig bleibt

Am Ende lässt sich die Behauptung weder rundweg bejahen noch verneinen, sie hängt von der Strecke ab.

Auf langen Strecken mit Schnellfahrstrecke ist der ICE dem Auto von Zentrum zu Zentrum meist klar überlegen.

Auf kurzen Strecken oder ohne schnelle Trasse dagegen kann das Auto durchaus mithalten.

Wer das weiß, wählt für jede Reise das Verkehrsmittel, das auf gerade dieser Strecke die Nase vorn hat.

Häufige Fragen

Ist der ICE schneller als das Auto?
Auf langen Strecken meist ja. Der ICE fährt bis zu 300 km/h und ist von Zentrum zu Zentrum oft deutlich schneller. Auf kurzen Strecken kann das Auto mithalten.
Wie schnell fährt der ICE?
Auf den dafür ausgebauten Schnellfahrstrecken bis zu 300 Kilometer in der Stunde. Dieses Tempo kann ein Auto auf deutschen Straßen dauerhaft nicht erreichen.
Warum ist das Auto oft langsamer?
Weil Staus, Baustellen und nötige Pausen die tatsächliche Reisegeschwindigkeit über eine lange Strecke deutlich senken, auch wenn es kurzzeitig schnell fährt.
Wann ist das Auto gleich schnell?
Auf kurzen Strecken und dort, wo keine Schnellfahrstrecke verläuft. Dann fallen Weg zum Bahnhof und Wartezeit stärker ins Gewicht und der Zug fährt langsamer.
Zählt nur die reine Zeit?
Nein. Auch Kosten, Bequemlichkeit und die Umwelt spielen eine Rolle. Im Zug kann man die Zeit zudem zum Lesen, Arbeiten oder Ausruhen nutzen.

Weiterfahrt

Wie schnell fährt der ICE? – das Spitzentempo

ICE schneller als das Flugzeug? – der Vergleich mit dem Flug

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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