Stimmt es, dass…?
„Auf derselben Strecke stößt der Zug pro Kopf nur einen Bruchteil dessen aus, was das Auto in die Luft bläst.“
Stimmt es, dass Bahnfahren klimafreundlicher ist als Autofahren?
→ Ein Mythos, der sich mit klaren Zahlen bestätigen lässt.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass…?
Kurz gesagt
Das stimmt, und zwar deutlich. Pro Reisenden und Kilometer verursacht die Bahn viel weniger klimaschädliches Kohlendioxid als das Auto oder das Flugzeug. Der Grund liegt darin, dass ein Zug sehr viele Menschen zugleich befördert und zunehmend mit Strom aus erneuerbaren Quellen fährt.
Wer sich für eine Reise entscheidet, fragt sich heute oft, welches Verkehrsmittel dem Klima am wenigsten schadet.
Dabei fällt der Blick schnell auf die Bahn, die seit Langem als besonders umweltfreundlich gilt.
Ob Bahnfahren wirklich klimafreundlicher ist als Autofahren, lässt sich mit klaren Zahlen beantworten.

Der entscheidende Vergleich
Um Verkehrsmittel ehrlich zu vergleichen, betrachtet man den Ausstoß pro Reisenden und Kilometer.
Man rechnet also aus, wie viel klimaschädliches Gas eine Person auf einem Kilometer Fahrt verursacht.
Bei diesem Vergleich schneidet die Bahn deutlich besser ab als das Auto und erst recht als das Flugzeug.
Pro Kopf stößt der Zug nur einen Bruchteil dessen aus, was ein Auto auf derselben Strecke in die Luft bläst.

Viele Menschen in einem Zug
Der wichtigste Grund für diesen Vorteil ist die große Zahl der Menschen in einem einzigen Zug.
Ein gut besetzter Zug befördert hunderte Reisende zugleich mit nur einem Antrieb.
Der Aufwand für diesen Antrieb verteilt sich damit auf sehr viele Schultern.
So entfällt auf jeden einzelnen Reisenden nur ein kleiner Anteil des gesamten Verbrauchs.
Gut zu wissen
Der Vorteil entsteht vor allem dadurch, dass ein Zug sehr viele Menschen zugleich befördert und der Aufwand sich auf alle verteilt. Dazu kommt der zunehmend saubere Strom aus der Oberleitung.
Wie groß der Vorteil ist, hängt von der Auslastung ab: Ein gut besetzter Zug schneidet weit besser ab als ein fast leerer. Jede zusätzliche Person verbessert die Bilanz.
Der Strom aus der Leitung
Ein weiterer großer Vorteil der Bahn liegt in der Art, wie sie ihre Energie bezieht.
Die meisten Züge auf den Hauptstrecken fahren elektrisch mit Strom aus der Oberleitung.
Dieser Strom stammt zu einem wachsenden Teil aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne.
Je sauberer dieser Strom wird, desto klimafreundlicher wird zugleich das Fahren mit der Bahn.
Das Auto und sein Verbrenner
Ein Auto dagegen fährt meist mit einem Motor, der Benzin oder Diesel verbrennt.
Dabei entsteht unmittelbar klimaschädliches Kohlendioxid, das in die Luft gelangt.
Zudem sitzt in vielen Autos nur eine einzige Person, sodass sich der Ausstoß auf niemanden verteilt.
So verursacht das Auto pro Reisenden ein Vielfaches dessen, was die Bahn auf gleicher Strecke ausstößt.
Der weite Weg des Flugzeugs
Noch schlechter als das Auto schneidet auf vielen Strecken das Flugzeug ab.
Ein Flug verbraucht besonders viel Treibstoff, vor allem beim Start und beim Steigen.
Für Strecken, die man ebenso gut mit der Bahn zurücklegen könnte, ist der Flug besonders schädlich.
Deshalb gilt gerade der Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn als großer Gewinn für das Klima.
Es kommt auf die Auslastung an
Der Vorteil der Bahn hängt allerdings davon ab, wie gut die Züge tatsächlich besetzt sind.
Ein fast leerer Zug verteilt seinen Verbrauch nur auf wenige Menschen und schneidet schlechter ab.
Ein gut gefüllter Zug dagegen spielt seinen Vorteil gegenüber dem Auto voll aus.
Deshalb ist jede zusätzliche Person im Zug zugleich ein Gewinn für die Bilanz des Klimas.
Mehr als nur das Kohlendioxid
Der Vorteil der Bahn zeigt sich nicht allein beim klimaschädlichen Kohlendioxid.
Auch beim Verbrauch von Fläche und beim Ausstoß anderer Schadstoffe ist die Schiene im Vorteil.
Ein einziges Gleis befördert weit mehr Menschen als eine ebenso breite Straße.
So schont die Bahn nicht nur das Klima, sondern auch den knappen Platz in unserem Land.
Was von dem Mythos übrig bleibt
Am Ende bestätigt sich die verbreitete Annahme in vollem Umfang und mit klaren Zahlen.
Ja, Bahnfahren ist deutlich klimafreundlicher als Autofahren und erst recht als Fliegen.
Viele Menschen in einem Zug und der zunehmend saubere Strom machen diesen Vorteil aus.
Wer das weiß, leistet mit der Wahl der Bahn einen spürbaren Beitrag zum Schutz des Klimas.
Warum das Gleis so wenig Platz braucht
Ein oft übersehener Vorteil der Bahn liegt darin, wie sparsam sie mit dem knappen Platz umgeht.
Auf einem einzigen Gleis kann die Bahn in einer Stunde weit mehr Menschen befördern als eine gleich breite Straße.
Wo sich auf der Straße die Autos stauen, gleiten auf der Schiene ganze Züge voller Menschen dahin.
So schont die Bahn nicht nur das Klima, sondern auch die wertvolle Fläche in unseren dicht besiedelten Städten.
Häufige Fragen
Ist Bahnfahren wirklich klimafreundlicher?
Warum ist die Bahn so viel besser?
Ist der Zug auch besser als das Flugzeug?
Hängt der Vorteil von der Auslastung ab?
Zählt nur das Kohlendioxid?
Weiterfahrt
→ Fahren Züge ohne Oberleitung? – saubere Technik
→ ICE schneller als das Auto? – Zug gegen Straße
