Stimmt es, dass Züge nicht rückwärts fahren können?

Stimmt es, dass…?

„Ein Zug, der nur vorwärts könnte, wäre am Ende jeder Strecke verloren – zum Glück ist das Gegenteil der Fall.“

Stimmt es, dass Züge nicht rückwärts fahren können?

→ Ein Mythos, der sich schon am nächsten Bahnsteig widerlegt.

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Kurz gesagt

Das stimmt nicht. Züge können sehr wohl rückwärts fahren, und viele sind sogar eigens dafür gebaut. Ein Wendezug oder ein Triebzug lässt sich von beiden Enden steuern und fährt in beide Richtungen gleich schnell. Nur eine einzelne Lok fährt rückwärts oft etwas langsamer.

Man sieht einen Zug fast immer nur vorwärts fahren, mit der Lokomotive oder dem Führerstand voran.

So entsteht leicht der Eindruck, ein Zug könne sich überhaupt nur in eine einzige Richtung bewegen.

Ob Züge wirklich nicht rückwärts fahren können, lässt sich jedoch schon am nächsten Bahnsteig überprüfen.

VMS Alstom Coradia Continental 5Teiler 4
Foto: Nillerdk, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Denkfehler im Alltag

Weil ein Zug meist in eine Richtung durch die Landschaft fährt, hält man ihn für rein vorwärtsgerichtet.

Doch am Ende jeder Strecke stellt sich zwangsläufig die Frage, wie der Zug wieder zurückkommt.

Könnte ein Zug tatsächlich nur vorwärts fahren, wäre er am Endbahnhof hoffnungslos gefangen.

Schon dieser einfache Gedanke zeigt, dass an der Behauptung etwas nicht stimmen kann.

Alstom Coradia Continental (1440) am Bw Aachen
Foto: Der Messer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Züge für beide Richtungen gebaut

Tatsächlich sind sehr viele Züge von vornherein für die Fahrt in beide Richtungen gebaut.

Ein Wendezug und ein Triebzug besitzen an jedem Ende einen vollständigen Führerstand.

Von diesem lässt sich der Zug in die eine wie in die andere Richtung gleich gut steuern.

So braucht ein solcher Zug am Ende der Strecke nur den Führerstand zu wechseln und fährt zurück.

Gut zu wissen

Wendezüge und Triebzüge haben an jedem Ende einen Führerstand und fahren in beide Richtungen gleich schnell. Am Streckenende wechselt das Personal nur die Seite.

Eine einzelne Lokomotive ohne Steuerwagen kann ebenfalls rückwärts fahren, tut dies aber oft langsamer, weil die Sicht nach hinten eingeschränkt ist.

In beide Richtungen gleich schnell

Bei diesen Zügen gibt es zwischen vorwärts und rückwärts überhaupt keinen Unterschied im Tempo.

Denn was für den Zug vorne und hinten ist, hängt nur davon ab, welcher Führerstand gerade besetzt ist.

In der einen Richtung schiebt die Lok, in der anderen zieht sie, doch das Tempo bleibt dasselbe.

So fährt ein moderner Nahverkehrszug in beide Richtungen mit voller Geschwindigkeit.

Die einzelne Lokomotive

Etwas anders liegt der Fall bei einer einzelnen Lokomotive ohne Steuerwagen am anderen Ende.

Eine solche Lok kann zwar ebenfalls rückwärts fahren, tut dies aber oft mit geringerem Tempo.

Der Grund liegt darin, dass die Sicht nach hinten eingeschränkt ist und die Bauart es so vorsieht.

Deshalb fährt eine einzelne Lok rückwärts meist langsamer als in ihrer eigentlichen Vorwärtsrichtung.

Das Rangieren

Besonders deutlich zeigt sich das Rückwärtsfahren beim Rangieren auf den Gleisanlagen.

Dort werden Wagen und Loks ständig vor- und zurückgeschoben, um Züge zusammenzustellen.

Ohne die Fähigkeit, rückwärts zu fahren, wäre dieses tägliche Rangieren völlig unmöglich.

So gehört das Fahren in beide Richtungen zum ganz normalen Alltag auf jedem Bahnhof.

Warum es meist vorwärts geht

Wenn Züge so gut rückwärts fahren können, fragt man sich, warum man es so selten sieht.

Der Grund ist einfach: Auf der freien Strecke fährt ein Zug natürlich in seine Fahrtrichtung.

Das Rückwärtsfahren beschränkt sich meist auf das Wenden am Ende und das Rangieren im Bahnhof.

So bleibt die Fahrt rückwärts zwar häufig, aber für die Reisenden oft unbemerkt.

Ein Blick in den Steuerwagen

Wer den Beweis mit eigenen Augen sehen will, achte einmal auf den vordersten Wagen eines Nahverkehrszuges.

Oft sitzt dort das Personal in einem Steuerwagen, während die Lok ganz hinten den Zug schiebt.

Der Zug fährt dann gewissermaßen rückwärts, nämlich mit der Lok am hinteren Ende.

Für die Reisenden aber fühlt sich diese Fahrt genauso an wie jede andere auch.

Was von dem Mythos übrig bleibt

Am Ende erweist sich die verbreitete Behauptung als schlicht falsch, so naheliegend sie auch klingt.

Nein, es stimmt nicht, dass Züge nicht rückwärts fahren können, viele sind sogar genau dafür gebaut.

Wendezüge und Triebzüge fahren in beide Richtungen gleich schnell, nur die einzelne Lok ist rückwärts langsamer.

Wer das weiß, sieht dem schiebenden Zug am Bahnsteig sein verborgenes Können nun an.

Der Kopfbahnhof als bester Beweis

Nirgends lässt sich das Rückwärtsfahren so gut beobachten wie an einem Kopfbahnhof.

Dort enden die Gleise stumpf, und jeder Zug muss denselben Weg wieder hinausfahren, den er hereinkam.

Was bei der Einfahrt vorne war, ist bei der Ausfahrt hinten, und der Zug fährt gewissermaßen rückwärts hinaus.

So beweist jeder Zug an einem Kopfbahnhof aufs Neue, dass die Fahrt in beide Richtungen selbstverständlich ist.

Häufige Fragen

Können Züge rückwärts fahren?
Ja, sehr wohl. Viele Züge sind sogar eigens dafür gebaut. Ein Wendezug oder Triebzug lässt sich von beiden Enden steuern und fährt in beide Richtungen.
Fahren sie rückwärts genauso schnell?
Wendezüge und Triebzüge ja, denn was vorne und hinten ist, hängt nur vom besetzten Führerstand ab. Eine einzelne Lok fährt rückwärts oft etwas langsamer.
Warum sieht man es so selten?
Weil ein Zug auf der freien Strecke natürlich in seine Fahrtrichtung fährt. Das Rückwärtsfahren beschränkt sich meist auf das Wenden am Ende und das Rangieren.
Warum ist die einzelne Lok langsamer?
Weil die Sicht nach hinten eingeschränkt ist und die Bauart es so vorsieht. Deshalb fährt eine einzelne Lok rückwärts meist langsamer als vorwärts.
Wie erkenne ich einen rückwärts fahrenden Zug?
Achten Sie auf den vordersten Wagen: Sitzt dort das Personal in einem Steuerwagen, während die Lok hinten schiebt, fährt der Zug gewissermaßen rückwärts.

Weiterfahrt

Was ist ein Wendezug? – der Zug für beide Richtungen

Was ist ein Steuerwagen? – der Wagen mit dem Führerstand

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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