Stimmt es, dass…?
„Ein überflutetes Gleis sieht harmlos aus, doch darunter kann das Wasser den ganzen Damm weggespült haben.“
Stimmt es, dass Züge bei Hochwasser nicht fahren dürfen?
→ Ein Mythos über Hochwasser und gesperrte Strecken auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt. Steht das Wasser über den Schienen oder droht es, den Bahndamm zu unterspülen, wird die Strecke gesperrt. Ein überfluteter oder unterspülter Bahndamm kann nachgeben und einen Zug zum Entgleisen bringen. Die Sperrung ist deshalb eine notwendige Sicherheitsmaßnahme.
Wenn nach starken Regenfällen die Flüsse über die Ufer treten, bleibt auch die Bahn davon nicht verschont.
Immer wieder werden dann Strecken gesperrt, weil das Wasser die Gleise überflutet oder den Bahndamm bedroht.
Warum Hochwasser für die Bahn eine so ernste Gefahr ist, wird auf den ersten Blick oft unterschätzt.

Wasser über den Schienen
Die offensichtlichste Gefahr bei einem Hochwasser ist das Wasser, das über die Schienen steigt.
Steht das Wasser hoch genug, kann es in die Technik des Zuges und der Anlagen eindringen und Schäden verursachen.
Zudem lässt sich unter der Wasseroberfläche nicht mehr erkennen, ob das Gleis noch unversehrt ist.
Deshalb wird eine überflutete Strecke aus gutem Grund für den Verkehr gesperrt.

Die unsichtbare Gefahr im Damm
Weit tückischer als das sichtbare Wasser über den Schienen ist die unsichtbare Gefahr im Bahndamm selbst.
Das strömende Wasser kann den Damm, auf dem die Gleise liegen, von unten aushöhlen und wegspülen.
Von außen sieht das Gleis dann noch völlig in Ordnung aus, während der Untergrund bereits fehlt.
Ein Zug, der über eine solche Stelle fährt, könnte plötzlich einbrechen und entgleisen.
Gut zu wissen
Die größte Gefahr ist nicht das sichtbare Wasser über den Schienen, sondern der unsichtbar unterspülte Bahndamm, der nachgeben und einen Zug entgleisen lassen kann.
Nach dem Hochwasser muss die Strecke erst auf Schäden geprüft werden. Deshalb läuft der Verkehr auch nach dem Rückgang des Wassers nur langsam wieder an.
Warum gesperrt wird
Weil sich die Schäden am Damm von außen nicht erkennen lassen, muss die Bahn im Zweifel vorsichtig sein.
Eine bedrohte Strecke wird deshalb vorsorglich gesperrt, bevor überhaupt etwas Sichtbares geschieht.
Lieber verhindert man eine Fahrt zu viel, als einen einzigen Zug in Gefahr zu bringen.
Diese Vorsicht ist der Grund, warum bei Hochwasser oft schon frühzeitig ganze Strecken gesperrt werden.
Unterspülte Brücken
Besonders gefährdet sind bei einem Hochwasser die vielen Brücken, unter denen das Wasser hindurchfließt.
Das reißende Wasser kann die Fundamente der Brückenpfeiler aushöhlen und ihre Standfestigkeit bedrohen.
Auch Treibgut, das sich an den Pfeilern staut, erhöht den Druck auf das Bauwerk.
Deshalb werden Brücken bei Hochwasser besonders genau überwacht und im Zweifel gesperrt.
Die Kontrolle nach dem Wasser
Ist das Hochwasser zurückgegangen, kann der Verkehr nicht sofort wieder aufgenommen werden.
Zuerst müssen Fachleute die Strecke sorgfältig auf Schäden am Damm, an den Gleisen und an den Brücken untersuchen.
Erst wenn sich eine Strecke als sicher erweist, dürfen die Züge wieder darüber fahren.
Diese gründliche Kontrolle kostet Zeit, weshalb der Verkehr auch nach dem Hochwasser nur langsam wieder anläuft.
Schäden, die bleiben
Ein schweres Hochwasser kann an den Bahnanlagen erhebliche und langwierige Schäden hinterlassen.
Weggespülte Dämme und unterspülte Brücken müssen mitunter aufwendig wiederhergestellt werden.
Eine Strecke kann deshalb nach einem großen Hochwasser für Wochen oder gar Monate gesperrt bleiben.
Die Beseitigung solcher Schäden gehört zu den aufwendigsten Folgen von Unwettern für die Bahn.
Vorsorge gegen das Wasser
Weil Hochwasser immer wieder vorkommt, versucht die Bahn, ihre Anlagen möglichst widerstandsfähig zu bauen.
An gefährdeten Stellen werden die Dämme verstärkt und die Entwässerung verbessert.
Auch die genaue Beobachtung der Wetterlage hilft, gefährdete Strecken frühzeitig zu sperren.
Ganz verhindern lässt sich die Gefahr durch Hochwasser jedoch nicht, denn das Wasser sucht sich seinen Weg.
Was von dem Mythos übrig bleibt
Am Ende bestätigt sich die Beobachtung in vollem Umfang und ganz ohne Übertreibung.
Ja, bei Hochwasser dürfen Züge auf bedrohten Strecken tatsächlich nicht fahren, und das aus gutem Grund.
Nicht nur das Wasser über den Schienen, sondern vor allem der unsichtbar unterspülte Damm macht die Fahrt zu gefährlich.
Wer das weiß, versteht, warum die Bahn bei Hochwasser lieber einmal zu viel als einmal zu wenig sperrt.
Wenn die Bahn zur Rettung wird
So sehr das Hochwasser der Bahn zusetzt, in mancher Katastrophe wird die Schiene zugleich zu einem wichtigen Helfer.
Sind Straßen überflutet und unpassierbar, kann eine höher gelegene Bahnstrecke mitunter noch befahrbar bleiben.
Dann bringt die Bahn Helfer, Material und im Notfall sogar Evakuierte in die betroffenen Gebiete oder aus ihnen heraus.
So zeigt sich, dass dieselbe Schiene, die das Wasser bedroht, in der Not auch zu einer Lebensader werden kann.
Häufige Fragen
Fahren Züge bei Hochwasser wirklich nicht?
Was ist die größte Gefahr?
Warum wird vorsorglich gesperrt?
Warum fahren die Züge nach dem Wasser nicht sofort?
Kann Hochwasser lange Folgen haben?
Weiterfahrt
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