Standpunkt
„Für eine Familie mit mehreren Kindern kann eine Bahnfahrt schnell teurer werden als eine Fahrt mit dem Auto.“
Sollten Kinder immer kostenlos Bahn fahren?
→ Ein Standpunkt über die freie Fahrt für Kinder.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt
Worum es geht
Kostenlose Fahrten für Kinder würden Familien entlasten und sie zum Umstieg auf die Bahn bewegen. Doch der Bahn entgehen dadurch Einnahmen, und es stellt sich die Frage, bis zu welchem Alter ein Kind frei fahren soll. Ob Kinder immer kostenlos fahren sollten, ist eine Abwägung zwischen Familienfreundlichkeit und den Einnahmen.
Für eine Familie mit mehreren Kindern kann eine Bahnfahrt rasch teuer werden.
Schnell übersteigt der Preis für alle zusammen die Kosten einer Fahrt mit dem Auto.
Ob Kinder deshalb immer kostenlos Bahn fahren sollten, ist eine viel gestellte Frage.

Die heutige Regelung
Schon heute fahren kleine Kinder bei der Bahn kostenlos mit.
Auch ältere Kinder zahlen oft weniger oder fahren in Begleitung frei.
Doch ab einem bestimmten Alter wird für das Kind der volle Preis fällig.
So gibt es zwar Vergünstigungen, aber keine durchgehend freie Fahrt für alle Kinder.

Die Last für Familien
Für eine Familie summieren sich die Fahrpreise schnell zu einem stattlichen Betrag.
Je mehr Kinder mitreisen, desto teurer wird die gemeinsame Fahrt.
Für viele Familien ist das ein Grund, doch lieber das Auto zu nehmen.
So kann der Preis die Familie von der Bahn geradezu wegtreiben.
Ein Anreiz für die Familie
Wer für die freie Fahrt ist, sieht darin einen starken Anreiz für Familien.
Fahren die Kinder kostenlos, wird die Bahn für die Familie viel attraktiver.
Mehr Familien würden dann das Auto stehen lassen und den Zug nehmen.
So käme die freie Fahrt für Kinder auch dem Klima und den Straßen zugute.
Kinder früh für die Bahn gewinnen
Wer als Kind gern und oft mit der Bahn fährt, bleibt ihr oft ein Leben lang treu.
Die freie Fahrt könnte so schon die Kleinen für die Schiene begeistern.
Aus den jungen Fahrgästen von heute werden die Stammkunden von morgen.
So wäre die freie Fahrt auch eine kluge Investition in die Zukunft.
Das Argument der Einnahmen
Gegen die durchgehend freie Fahrt spricht der Verlust an Einnahmen.
Jedes Kind, das nichts zahlt, fehlt am Ende in der Kasse der Bahn.
Dieses Geld braucht die Bahn aber für ihren Betrieb und ihren Ausbau.
So müsste der Verlust an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden.
Die Frage des Alters
Schwierig ist auch die Frage, bis zu welchem Alter ein Kind frei fahren soll.
Ein kleines Kind braucht kaum Platz und ist ohnehin meist frei.
Ein fast erwachsener Jugendlicher aber nimmt einen vollen Sitzplatz ein.
So muss man eine kluge Grenze ziehen, die weder zu eng noch zu weit ist.
Die Frage des Sitzplatzes
Fahren viele Kinder frei, so stellt sich auch die Frage nach dem Platz.
Auch ein frei fahrendes Kind braucht in einem vollen Zug seinen Sitzplatz.
In den vollen Zügen könnte das den ohnehin knappen Platz weiter verschärfen.
So ist die freie Fahrt nicht ganz ohne Folgen für die Enge im Zug.
Eine Frage der Familienfreundlichkeit
Am Ende steht die Abwägung zwischen der Familienfreundlichkeit und den Einnahmen.
Dass Familien eine Entlastung verdienen, steht dabei außer Frage.
Der Streit dreht sich um die Kosten und um die richtige Altersgrenze.
So liegt ein guter Weg wohl in einer großzügigen, aber klug begrenzten Regelung.
Pro und Contra
Dafür
+ Für Familien summieren sich die Fahrpreise schnell zu viel Geld.
+ Die freie Fahrt wäre ein starker Anreiz, das Auto stehen zu lassen.
+ Wer als Kind gern Bahn fährt, bleibt ihr oft ein Leben lang treu.
+ Das käme auch dem Klima und den Straßen zugute.
Dagegen
− Jedes frei fahrende Kind fehlt in der Kasse der Bahn.
− Das Geld braucht die Bahn für Betrieb und Ausbau.
− Es ist schwer, die richtige Altersgrenze zu ziehen.
− Auch ein frei fahrendes Kind braucht im vollen Zug seinen Platz.
Praktischer Tipp
Familien fahren schon heute oft günstig: Kleine Kinder reisen kostenlos, ältere in Begleitung ihrer Eltern häufig frei oder stark ermäßigt. Ein Familien- oder Länderticket lohnt sich für gemeinsame Ausflüge fast immer. Wer früh bucht, bekommt zudem günstige Sparpreise für die ganze Familie.
Ein Blick in die Nachbarländer
In einigen Ländern fahren Kinder schon heute großzügiger kostenlos mit.
Solche Beispiele werden in der Debatte immer wieder aufmerksam betrachtet.
Sie zeigen, dass eine familienfreundliche Regelung durchaus möglich ist.
Zugleich zeigen sie, was eine solche Freiheit den Staat und die Bahn kostet.
So liefert der Blick über die Grenzen der Diskussion neue Anregungen.
Mehr als nur der Preis
Ob eine Familie die Bahn nimmt, hängt nicht allein vom Preis ab.
Auch bequeme Verbindungen und genug Platz für Kinderwagen sind wichtig.
Erst wenn all das zusammenkommt, wird die Bahn für Familien wirklich attraktiv.
So ist die freie Fahrt für Kinder nur ein Baustein einer familienfreundlichen Bahn.
Der Wert einer frühen Gewohnheit
Wer als Kind die Bahn liebgewinnt, für den bleibt sie ein Leben lang vertraut.
Die freie Fahrt könnte diese frühe Gewohnheit auf einfache Weise fördern.
So wäre sie nicht nur ein Geschenk, sondern auch eine kluge Wette auf die Zukunft.
Aus den kleinen Fahrgästen von heute werden die Stammkunden von morgen.
Unterm Strich
Ob Kinder immer kostenlos Bahn fahren sollten, lässt sich nicht mit einem schlichten Ja beantworten.
Für die freie Fahrt sprechen die Entlastung der Familien und der Anreiz zum Umstieg.
Dagegen stehen die entgehenden Einnahmen und die schwierige Frage der Altersgrenze.
Der klügste Weg liegt in einer großzügigen, aber klug begrenzten Regelung, die Familien wirklich spürbar entlastet.
Weiterfahrt
→ Mehr Platz für Kinderwagen? – ein verwandter Streit
→ Was sind Ländertickets? – günstig für Familien
