Sollten die Apps und Automaten der Bahn einfacher werden?

Standpunkt

„Ein Ticket zu kaufen sollte einfacher sein als ein Fahrplan von 1900 – und ist es doch für viele ein Rätsel aus Menüs und Klicks.“

Sollten die Apps und Automaten der Bahn einfacher werden?

→ Ein Standpunkt über die Technik zwischen Reisendem und Ticket.

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Worum es geht

Ob die Apps und Automaten der Bahn einfacher werden sollten, ist eine Abwägung zwischen dem Wunsch nach kinderleichter Bedienung und der Vielfalt der Angebote, die abgebildet werden müssen. Eine einfache Technik gewinnt Reisende, doch das komplizierte Tarifsystem dahinter lässt sich nicht wegklicken.

Wer heute ein Bahnticket kaufen will, muss sich oft durch verschachtelte Menüs, Auswahlfelder und endlose Klicks kämpfen.

Am Automaten wie in der App verlieren viele Menschen dabei rasch die Übersicht und die Geduld.

Ob die Bahn ihre Technik deshalb dringend einfacher machen sollte, ist eine überraschend wichtige Frage.

Doppelstock Intercity (IC2) bei Ausfahrt aus Bahnhof Delmenhorst
Foto: Geogast, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die Hürde vor der Fahrt

Bevor die eigentliche Reise beginnt, steht für viele Menschen zuerst die Hürde des Ticketkaufs.

Am Automaten wie in der App muss man sich durch zahlreiche Auswahlfelder und Optionen arbeiten.

Wer damit nicht vertraut ist, verliert schnell den Überblick oder wählt aus Versehen das falsche Ticket.

So wird schon der erste Schritt der Reise für manche zu einer echten Belastungsprobe.

Doppelstock Intercity (IC2) bei Einfahrt in Bremen Hauptbahnhof
Foto: Geogast, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Wer besonders leidet

Unter einer komplizierten Technik leiden vor allem jene Menschen, die mit ihr nicht täglich umgehen.

Ältere Menschen, Gelegenheitsfahrer und alle, die der Technik fremdeln, sind besonders betroffen.

Auch Reisende aus dem Ausland, die die Sprache nicht gut beherrschen, stoßen rasch an ihre Grenzen.

Gerade diese Menschen aber möchte die Bahn für die Schiene gewinnen und nicht abschrecken.

Der Wert der Einfachheit

Eine einfache und klare Bedienung wäre für die Bahn ein großer Gewinn an Freundlichkeit.

Wer sein Ticket mühelos und in wenigen Schritten kauft, beginnt seine Reise entspannt und wohlgesonnen.

Jede unnötige Hürde dagegen ärgert die Reisenden und hält manche sogar ganz von der Bahn ab.

Einfachheit ist damit weit mehr als ein technisches Detail, nämlich ein Schlüssel zur Zufriedenheit.

Warum es so kompliziert ist

Ein Teil der Kompliziertheit liegt jedoch nicht in der Technik selbst, sondern in dem, was sie abbilden muss.

Das Tarifsystem der Bahn mit seinen vielen Preisen, Rabatten und Bedingungen ist von Natur aus verwickelt.

Ein Automat, der all diese Möglichkeiten anbietet, wird dadurch fast zwangsläufig unübersichtlich.

So spiegelt die komplizierte Bedienung in Wahrheit die Kompliziertheit des ganzen Systems wider.

Weniger Auswahl, mehr Klarheit

Ein Weg zu mehr Einfachheit führt deshalb über eine Vereinfachung des Angebots selbst.

Wo es weniger verschiedene Preise und Bedingungen gibt, lässt sich auch die Bedienung klarer gestalten.

Ein Automat, der nur die wichtigsten Wege anbietet, überfordert die Reisenden weit weniger.

So hängen die Einfachheit der Technik und die Einfachheit des Tarifs eng miteinander zusammen.

Der Mensch als Rückfalllösung

Solange die Technik kompliziert bleibt, ist der Mensch am Schalter eine wichtige Rückfalllösung.

Wer mit dem Automaten nicht zurechtkommt, findet am Schalter geduldige Hilfe und persönliche Beratung.

Deshalb sollte die Bahn nicht überall die Schalter durch Automaten ersetzen und den Menschen abschaffen.

Gerade die klare Bedienung und der Mensch als Hilfe ergänzen sich zu einem freundlichen Angebot.

Gutes Vorbild aus der Praxis

Dass eine einfache Bedienung möglich ist, zeigen einzelne gelungene Angebote durchaus.

Das Deutschlandticket etwa ist gerade wegen seiner Einfachheit von den Menschen begeistert angenommen worden.

Ein einziger klarer Preis ohne Wenn und Aber lässt sich mühelos verstehen und kaufen.

An solchen Vorbildern könnte sich die Bahn bei der Gestaltung ihrer Technik orientieren.

Ein möglicher Mittelweg

Vieles spricht dafür, die Apps und Automaten deutlich einfacher und übersichtlicher zu gestalten.

Klare Wege für die häufigsten Anliegen würden den meisten Reisenden das Leben erheblich erleichtern.

Zugleich muss das Tarifsystem selbst vereinfacht werden, denn ohne das bleibt jede Technik verwickelt.

Und der Mensch am Schalter sollte als geduldige Hilfe erhalten bleiben, für alle, die sie brauchen.

Pro und Contra

Dafür

+  Eine einfache Bedienung gewinnt Reisende und beginnt die Reise entspannt.

+  Ältere, Gelegenheitsfahrer und Gäste aus dem Ausland leiden unter komplizierter Technik.

+  Das Deutschlandticket zeigt, wie begeistert Einfachheit angenommen wird.

+  Jede unnötige Hürde schreckt manche ganz von der Bahn ab.

Dagegen

  Die Kompliziertheit liegt oft im Tarifsystem, nicht in der Technik.

  Ein Automat muss die vielen Angebote und Bedingungen abbilden.

  Weniger Auswahl bedeutet auch weniger günstige Möglichkeiten.

  Ohne einfacheren Tarif bleibt auch die beste App verwickelt.

Tipp für die Reise

Wer mit dem Automaten nicht zurechtkommt, findet am Schalter im Reisezentrum geduldige Hilfe. Für den Kauf über die App lohnt es sich, das eigene Ziel und die passende Ticketart schon vorher zu kennen, dann gehen die vielen Schritte leichter von der Hand.

Wenn die Technik einmal streikt

Wie jede Technik können auch die Automaten und Apps der Bahn einmal ausfallen oder zicken, gerade wenn man es am wenigsten gebrauchen kann.

Ein Automat, der die Karte nicht annimmt, oder eine App, die sich im entscheidenden Moment aufhängt, sorgt schnell für Verzweiflung.

Für solche Fälle ist es beruhigend zu wissen, dass man ein Ticket meist auch noch auf einem anderen Weg lösen kann.

Wer die verschiedenen Möglichkeiten kennt, bleibt selbst dann gelassen, wenn eine von ihnen einmal den Dienst verweigert.

Unterm Strich

Ob die Apps und Automaten einfacher werden sollten, lässt sich fast mit einem klaren Ja beantworten.

Eine klare und einfache Bedienung wäre ein großer Gewinn an Freundlichkeit und würde viele Reisende gewinnen.

Zugleich liegt die Wurzel der Kompliziertheit im verwickelten Tarifsystem, das man ebenfalls vereinfachen muss.

Einfachere Technik, ein einfacherer Tarif und der Mensch als Hilfe am Schalter erscheinen deshalb als der beste Weg.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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