Sollte es in Zügen ein Alkoholverbot geben?

Standpunkt

„Das Feierabendbier im Zug ist für die einen selbstverständlich, für die anderen der Beginn einer unruhigen Fahrt.“

Sollte es in Zügen ein Alkoholverbot geben?

→ Ein Standpunkt über den Alkohol auf der Schiene.

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Worum es geht

Ein Alkoholverbot im Zug könnte für mehr Ruhe und Sicherheit sorgen, gerade rund um große Veranstaltungen. Doch es würde auch die vielen treffen, die bei einem Glas friedlich bleiben, und wäre schwer durchzusetzen. Ob es ein solches Verbot geben sollte, ist eine Abwägung zwischen Sicherheit und Freiheit.

Für viele Reisende gehört ein Getränk auf der langen Fahrt ganz selbstverständlich dazu.

Doch mancher Zug verwandelt sich, besonders am Abend, in einen lauten und unruhigen Ort.

Ob deshalb ein Alkoholverbot im Zug sinnvoll wäre, ist eine viel gestellte Streitfrage.

Alpen, Bönninghardt, Bahnhof, 2017 08 CN 02
Foto: Steffen Schmitz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Alkohol im Zug

Bislang darf man in den meisten Zügen ganz selbstverständlich Alkohol trinken.

Der eine genießt ein Feierabendbier, der andere ein Glas Wein zur Reise.

Für die meisten Menschen ist das eine harmlose und friedliche Sache.

Doch es gibt auch die andere, unschöne Seite dieser Freiheit.

Krefeld, Uerdingen, Bahnhof, 2018 02 CN 01
Foto: Steffen Schmitz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wenn die Stimmung kippt

Manchmal kippt die Stimmung in einem Zug ins Laute und Unangenehme.

Besonders am späten Abend oder rund um große Veranstaltungen kommt das vor.

Betrunkene Fahrgäste werden dann mitunter laut, aufdringlich oder aggressiv.

Für die übrigen Reisenden wird die Fahrt dann zu einer unangenehmen Erfahrung.

Das Argument für das Verbot

Wer für ein Verbot ist, denkt vor allem an die Sicherheit und die Ruhe.

Ohne Alkohol, so die Hoffnung, bliebe es in den Zügen friedlicher.

Weniger Streit, weniger Vandalismus und weniger Angst wären die Folge.

So soll das Verbot den Zug für alle zu einem angenehmeren Ort machen.

Schutz für das Personal

Von mehr Ruhe würde besonders das Personal in den Zügen profitieren.

Denn es sind oft die Mitarbeiter, die betrunkene Fahrgäste beruhigen müssen.

Nicht selten werden sie dabei beschimpft oder gar bedroht.

Ein Alkoholverbot könnte sie vor solchen unschönen Erlebnissen schützen.

Das Argument der Freiheit

Gegen ein Verbot spricht vor allem der Gedanke der persönlichen Freiheit.

Die allermeisten Menschen trinken ihr Getränk in aller Ruhe und friedlich.

Ein Verbot würde diese vielen für das Fehlverhalten weniger bestrafen.

So erscheint ein allgemeines Verbot manchem als unverhältnismäßig.

Ein Glas gehört zur Reise

Für viele Reisende gehört ein Getränk einfach zur Reise dazu.

Ein Bier im Bordbistro oder ein Glas Sekt zum Anstoßen ist ein kleiner Genuss.

Diesen harmlosen Genuss allen zu nehmen, fällt vielen schwer zu rechtfertigen.

So steht der Wunsch nach Ruhe gegen ein Stück Reisefreude.

Die Mühe der Durchsetzung

Ein weiteres Problem ist die schwierige Durchsetzung eines solchen Verbots.

Wer soll in jedem Zug kontrollieren, ob sich alle daran halten?

Ein Verbot, das kaum durchgesetzt werden kann, verliert rasch seine Wirkung.

So könnte ein allgemeines Verbot am Ende ins Leere laufen.

Eine Frage des Maßes

Am Ende steht die Abwägung zwischen der Sicherheit und der Freiheit.

Dass es zu viel Alkohol im Zug Probleme gibt, steht dabei außer Frage.

Der Streit dreht sich darum, ob ein allgemeines Verbot die richtige Antwort ist.

So könnte ein Verbot zu bestimmten Zeiten und Anlässen der klügere Mittelweg sein.

Pro und Contra

Dafür

+  Ohne Alkohol bliebe es in den Zügen ruhiger und friedlicher.

+  Weniger Streit, Vandalismus und Angst wären die Folge.

+  Das Personal würde vor Beschimpfung und Bedrohung geschützt.

+  Gerade rund um große Veranstaltungen brächte es mehr Sicherheit.

Dagegen

  Die allermeisten Menschen trinken friedlich und in Ruhe.

  Ein Verbot bestraft die vielen für das Fehlverhalten weniger.

  Ein Glas zur Reise ist für viele ein harmloser Genuss.

  Ein allgemeines Verbot ließe sich kaum durchsetzen.

Praktischer Tipp

Wer sich in einem Zug durch betrunkene Fahrgäste bedroht fühlt, sollte das Personal ansprechen oder die Notrufeinrichtung im Zug nutzen. Oft hilft es, den Wagen zu wechseln. Rund um große Veranstaltungen gilt in manchen Zügen und Netzen ohnehin schon ein zeitweiliges Alkoholverbot.

Ein Blick auf andere Netze

In manchen Städten und Netzen gibt es bereits ein Alkoholverbot.

Dort darf in Bussen und Bahnen kein Alkohol mehr getrunken werden.

Die Erfahrungen mit diesen Verboten sind durchaus unterschiedlich.

Sie liefern der Debatte aber immer wieder neue und nützliche Hinweise.

So lässt sich aus den Beispielen lernen, was ein Verbot bewirken kann.

Zwischen Genuss und Rücksicht

Am Ende geht es um das rechte Maß zwischen Genuss und Rücksicht.

Ein Glas in Ehren stört niemanden und gehört für viele zur Reise.

Wer aber übermäßig trinkt und andere belästigt, überschreitet eine Grenze.

So liegt die Verantwortung auch bei jedem einzelnen Reisenden selbst.

Eine Frage der Rücksicht

Letztlich ist der Umgang mit Alkohol im Zug auch eine Frage der Rücksicht.

Wer maßvoll genießt und leise bleibt, stört niemanden auf der Fahrt.

Wo diese Rücksicht fehlt, hilft am Ende auch die freundlichste Bitte wenig.

So hängt das gute Miteinander im Zug an mehr als nur an Regeln.

Es hängt am Anstand jedes einzelnen Reisenden.

Unterm Strich

Ob es in Zügen ein Alkoholverbot geben sollte, lässt sich nicht mit einem schlichten Ja oder Nein beantworten.

Für ein Verbot sprechen die Sicherheit, die Ruhe und der Schutz des Personals.

Dagegen stehen die Freiheit der vielen friedlichen Reisenden und die Mühe der Durchsetzung.

Der klügste Weg dürfte ein gezieltes Verbot zu bestimmten Zeiten und rund um große Veranstaltungen sein, statt eines allgemeinen Verbots für alle.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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