Sollte es in Zügen ein eigenes Abteil zum Telefonieren geben?

Standpunkt

„Der eine will in Ruhe lesen, der andere dringend telefonieren – im selben Wagen ist einer von beiden immer der Störenfried.“

Sollte es in Zügen ein eigenes Abteil zum Telefonieren geben?

→ Ein Standpunkt über Ruhe und Lärm im Zug.

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Worum es geht

Ein eigenes Abteil zum Telefonieren würde die lauten von den ruhebedürftigen Reisenden trennen und beiden gerecht werden. Wer telefonieren oder arbeiten will, hätte seinen Platz, und die Ruhezonen blieben wirklich ruhig. Doch ein solches Abteil kostet Platz, und es lässt sich schwer durchsetzen. Ob es kommen sollte, ist eine Abwägung zwischen Ordnung und Aufwand.

Im Zug treffen zwei Bedürfnisse aufeinander, die sich nur schwer vertragen.

Der eine möchte in Ruhe lesen oder schlafen, der andere dringend telefonieren.

Ob ein eigenes Abteil zum Telefonieren diesen alten Streit lösen könnte, ist eine gute Frage.

Bahnhof Bad Pirawarth Gl.2 Prellbock
Foto: Linie29, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zwei Bedürfnisse im selben Wagen

Im Großraumwagen eines Zuges sitzen viele verschiedene Menschen dicht beieinander.

Der eine will die Fahrt für ein Nickerchen oder ein Buch nutzen.

Der andere muss ein wichtiges Gespräch führen oder am Laptop arbeiten.

So treffen im selben Wagen das Bedürfnis nach Ruhe und der Wunsch zu reden aufeinander.

2019 04 19 Bahnhof Winterberg (Westf) Gleis 1 mit Prellbock
Foto: Fantaglobe11, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Ruheabteil und seine Grenzen

Für die Ruhebedürftigen gibt es in vielen Fernzügen schon ein Ruheabteil.

Dort soll man nicht laut telefonieren und aufeinander Rücksicht nehmen.

Doch das Ruheabteil regelt nur, wo geschwiegen werden soll, nicht, wo man reden darf.

So bleibt für den, der telefonieren muss, der ganze übrige Zug ein heikles Gebiet.

Der Gedanke des Telefonabteils

Ein eigenes Abteil zum Telefonieren würde die Frage von der anderen Seite angehen.

Es wäre ein Ort, an dem das Reden und Arbeiten ausdrücklich erlaubt ist.

Wer ein Gespräch führen will, zöge sich einfach dorthin zurück.

So bekäme auch der laute Reisende einen Platz, an dem er niemanden stört.

Ein Gewinn für beide Seiten

Von einem solchen Abteil profitierten am Ende beide Seiten zugleich.

Der Telefonierende könnte ungestört und ohne schlechtes Gewissen reden.

Die übrigen Reisenden hätten dafür im restlichen Zug ihre ersehnte Ruhe.

So würde aus dem alten Streit ein friedliches Nebeneinander.

Gut für das mobile Arbeiten

Immer mehr Menschen nutzen die lange Zugfahrt heute zum Arbeiten.

Sie führen Gespräche, nehmen an Besprechungen teil und telefonieren mit Kollegen.

Ein eigenes Abteil käme diesem wachsenden Bedürfnis sehr entgegen.

So würde der Zug für viele Berufstätige noch attraktiver.

Das Argument des knappen Platzes

Gegen ein eigenes Telefonabteil spricht vor allem der knappe Platz im Zug.

Jeder Bereich, der für einen Zweck reserviert wird, fehlt an anderer Stelle.

In vollen Zügen ist jeder Sitzplatz ein knappes und begehrtes Gut.

So muss man abwägen, ob sich ein eigenes Abteil für diesen Zweck lohnt.

Die Mühe der Durchsetzung

Ein weiteres Problem ist die schwierige Durchsetzung solcher Regeln.

Schon heute wird das Ruheabteil nicht von allen Reisenden beachtet.

Ein Telefonabteil könnte ebenso leicht von der Ruhe suchenden Menschen belegt werden.

So bleibt die Frage, wie man ein solches Abteil überhaupt durchsetzen will.

Eine Frage der klugen Aufteilung

Am Ende steht die Abwägung zwischen der Ordnung und dem knappen Platz.

Dass laute und ruhige Reisende sich schlecht vertragen, ist unbestritten.

Der Streit dreht sich darum, ob ein eigenes Abteil die beste Lösung dafür ist.

So könnte schon eine kluge Aufteilung des Zuges in ruhige und lebhafte Bereiche viel bewirken.

Pro und Contra

Dafür

+  Der Telefonierende könnte ungestört reden, ohne andere zu stören.

+  Die übrigen Reisenden hätten im restlichen Zug ihre Ruhe.

+  Immer mehr Menschen nutzen die Fahrt zum mobilen Arbeiten.

+  Beide Bedürfnisse bekämen so ihren eigenen, passenden Ort.

Dagegen

  Jeder reservierte Bereich fehlt an anderer Stelle als Sitzplatz.

  In vollen Zügen ist jeder Platz ein knappes Gut.

  Solche Regeln lassen sich nur schwer durchsetzen.

  Schon das bestehende Ruheabteil wird nicht von allen beachtet.

Praktischer Tipp

Wer im Zug telefonieren muss, tut dies am besten im Bereich der Einstiege oder im Gang zwischen den Wagen, nicht im Ruheabteil. Ein Blick auf die Kennzeichnung der Wagen zeigt, wo Ruhe erwünscht ist. Wer Ruhe sucht, reserviert am besten von vornherein einen Platz im Ruheabteil.

Rücksicht macht die Fahrt angenehm

Viel ließe sich schon mit einem einfachen Maß an gegenseitiger Rücksicht erreichen.

Wer ein längeres Gespräch führen muss, zieht sich dafür in den Eingangsbereich zurück.

Wer Ruhe sucht, wählt einen Platz in einem als ruhig gekennzeichneten Bereich.

So sorgt schon die Rücksicht der Reisenden für ein friedliches Miteinander.

Ein Wandel im Reisen

Die Frage nach dem Telefonabteil zeigt, wie sehr sich das Reisen gewandelt hat.

Früher las man im Zug ein Buch oder eine Zeitung, heute wird oft gearbeitet.

Der Zug ist für viele zu einem rollenden Büro geworden.

So muss auch die Einteilung der Wagen mit den neuen Gewohnheiten Schritt halten.

Ein Blick auf andere Länder

In manchen Ländern kennt man bereits eigene Bereiche für das Telefonieren.

Dort gibt es kleine Kabinen oder Zonen, in denen man ungestört reden darf.

Solche Beispiele zeigen, dass sich der Gedanke durchaus umsetzen lässt.

Sie liefern der Debatte immer wieder neue und praktische Anregungen.

Unterm Strich

Ob es in Zügen ein eigenes Abteil zum Telefonieren geben sollte, lässt sich nicht einfach beantworten.

Für ein solches Abteil spricht, dass es lauten und ruhigen Reisenden zugleich gerecht würde.

Dagegen stehen der knappe Platz und die Mühe, eine solche Regel durchzusetzen.

Der klügste Weg liegt wohl in einer klaren Aufteilung des Zuges in ruhige und lebhafte Bereiche.

Weiterfahrt

Was ist ein Ruhebereich? – die andere Seite

Darf man im Zug telefonieren? – ein Mythos

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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