Sollte es in jedem Zug kostenloses WLAN geben?

Standpunkt

„Im Fernzug ist das WLAN oft selbstverständlich, im Regionalzug sucht man es vergebens – ist das noch zeitgemäß?“

Sollte es in jedem Zug kostenloses WLAN geben?

→ Ein Standpunkt über das Netz an Bord.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Kostenloses WLAN in jedem Zug wäre ein zeitgemäßer Service, der das Arbeiten und die Unterhaltung unterwegs erleichtert. Doch ein gutes Netz im fahrenden Zug ist technisch schwer und teuer, gerade in Tunneln und auf dem Land. Ob es überall kostenlos sein sollte, ist eine Abwägung zwischen dem Wunsch der Reisenden und dem Aufwand.

Im modernen Fernzug ist das kostenlose WLAN für viele längst eine Selbstverständlichkeit.

Doch steigt man in einen Regionalzug, so sucht man ein solches Netz oft vergebens.

Ob es in jedem Zug ein kostenloses WLAN geben sollte, ist deshalb eine viel gestellte Frage.

NR Meißen Bahnhof
Foto: Jörg Blobelt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Netz an Bord

Ein WLAN im Zug verbindet die Reisenden während der Fahrt mit dem Internet.

Im Fernverkehr, etwa im ICE, gehört es heute vielerorts zur Ausstattung.

Im Nahverkehr dagegen ist ein solches Netz noch längst nicht überall zu finden.

So hängt es stark vom Zug ab, ob man unterwegs im Netz ist oder nicht.

MNR Meißen Bahnhof
Foto: Jörg Blobelt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein zeitgemäßer Service

Wer für das WLAN in jedem Zug ist, sieht darin einen zeitgemäßen Service.

In einer Zeit, in der fast jeder ein Smartphone nutzt, wird ein Netz erwartet.

Ein Zug ohne Netz wirkt auf viele heute geradezu aus der Zeit gefallen.

So gehört das WLAN aus dieser Sicht in jeden modernen Zug.

Arbeiten und Unterhaltung unterwegs

Ein gutes Netz macht die Fahrzeit für viele Menschen erst richtig nutzbar.

Der eine arbeitet unterwegs, der andere schaut einen Film oder liest die Nachrichten.

Familien mit Kindern sind für die Unterhaltung auf langer Fahrt dankbar.

So verwandelt das WLAN die Reisezeit in wertvolle und angenehme Zeit.

Ein Vorteil im Wettbewerb

Ein kostenloses Netz kann auch mehr Menschen zum Umstieg auf die Bahn bewegen.

Wer im Zug arbeiten kann, verzichtet leichter auf das eigene Auto.

Denn im Auto muss man sich auf die Straße konzentrieren, im Zug nicht.

So ist das WLAN ein Vorteil der Bahn im Wettbewerb mit anderen Verkehrsmitteln.

Das Argument der Technik

Gegen ein WLAN in jedem Zug spricht zunächst die schwierige Technik.

Ein Netz in einem schnell fahrenden Zug herzustellen, ist gar nicht so einfach.

Die Verbindung muss ständig von einem Funkmast zum nächsten wechseln.

So ist ein gutes und stabiles Netz an Bord eine echte technische Herausforderung.

Das Loch im Netz

Besonders schwierig ist die Versorgung in Tunneln und auf dem flachen Land.

Wo schon das gewöhnliche Handynetz schwächelt, kann auch das WLAN kaum helfen.

Dann bricht die Verbindung ab, und der Ärger der Reisenden ist groß.

So weckt ein WLAN mitunter Erwartungen, die es gar nicht erfüllen kann.

Die Frage der Kosten

Ein WLAN in jeden Zug einzubauen und zu betreiben, kostet viel Geld.

Jeder Zug müsste dafür mit der nötigen Technik ausgestattet werden.

Dieses Geld fehlt dann womöglich an anderer, wichtigerer Stelle.

So muss man abwägen, ob das Netz wichtiger ist als etwa mehr oder pünktlichere Züge.

Eine Frage der richtigen Reihenfolge

Am Ende steht die Abwägung zwischen dem Wunsch nach Netz und dem Aufwand.

Dass ein WLAN ein schöner und zeitgemäßer Service ist, steht außer Frage.

Der Streit dreht sich darum, ob es überall zugleich sein muss oder nach und nach kommt.

So liegt die kluge Lösung wohl darin, das Netz Schritt für Schritt in immer mehr Züge zu bringen.

Pro und Contra

Dafür

+  Ein WLAN ist ein zeitgemäßer Service, den viele heute erwarten.

+  Es macht die Fahrzeit zum Arbeiten und zur Unterhaltung nutzbar.

+  Wer im Zug arbeiten kann, verzichtet leichter auf das Auto.

+  Das Netz ist ein Vorteil der Bahn im Wettbewerb.

Dagegen

  Ein stabiles Netz im fahrenden Zug ist technisch schwierig.

  In Tunneln und auf dem Land bricht die Verbindung leicht ab.

  Der Einbau in jeden Zug kostet viel Geld.

  Das Geld fehlt dann womöglich für mehr oder pünktlichere Züge.

Praktischer Tipp

Wer im Zug auf ein Netz angewiesen ist, sollte sich nicht allein auf das WLAN verlassen. Ein eigener mobiler Zugang über das Handy ist oft die zuverlässigere Wahl. Wichtige Dateien lädt man am besten schon vor der Fahrt herunter, damit ein Funkloch im Tunnel nicht zum Problem wird.

WLAN und das Handynetz

Das WLAN im Zug ist eng mit dem gewöhnlichen Handynetz draußen verbunden.

Denn der Zug sammelt das Signal von den Masten am Rand der Strecke ein.

Ist das Netz dort schlecht, so schwächelt auch das WLAN im Zug.

So kann das beste WLAN nur so gut sein wie das Netz entlang der Strecke.

Ein guter Ausbau der Masten kommt daher auch dem Netz an Bord zugute.

Ein Netz für viele zugleich

Eine Besonderheit ist, dass sich viele Reisende ein Netz zugleich teilen.

Sind sehr viele Menschen im Zug online, so wird die Verbindung für alle langsamer.

Ein gutes Bordnetz muss diesen Ansturm vieler Nutzer verkraften können.

So ist die Zahl der Reisenden eine weitere Herausforderung für das WLAN.

Unterm Strich

Ob es in jedem Zug kostenloses WLAN geben sollte, lässt sich im Grundsatz bejahen.

Denn ein Netz an Bord ist ein zeitgemäßer Service, der die Fahrzeit wertvoll macht.

Dagegen stehen die schwierige Technik und die Kosten, gerade in Tunneln und auf dem Land.

Der klügste Weg liegt darin, das WLAN Schritt für Schritt in immer mehr Züge zu bringen, statt es überall zugleich zu erzwingen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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