Ortstermin
„Hier ging 2018 ein Zeitalter zu Ende – und der Bahnhof steht mitten in einer Stadt, die sich neu erfindet.“
Ortstermin Bottrop Hauptbahnhof: Am Bahnhof der letzten Zeche
→ Ein Ortstermin dort, wo Deutschlands Steinkohle ihr letztes Kapitel schrieb.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Der Hauptbahnhof von Bottrop liegt im nördlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. In der rund 117.000 Einwohner zählenden Stadt schloss Ende 2018 mit Prosper-Haniel die letzte aktive Steinkohlenzeche Deutschlands. Der Bahnhof bindet die Stadt an Essen und das Umland an.
Es gibt Städte, deren Name für ein ganzes Kapitel der deutschen Geschichte steht, ohne dass es vielen bewusst wäre.
Bottrop im nördlichen Ruhrgebiet ist eine solche Stadt, denn hier endete im Dezember 2018 der deutsche Steinkohlenbergbau.
Der Hauptbahnhof liegt mitten in dieser Stadt des Wandels und ist ein guter Ausgangspunkt, um sie zu erkunden.

Bottrop in Zahlen
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Lage,Nördliches Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen
Einwohner,rund 117.000
Geschichte,Ende 2018 schloss die letzte deutsche Steinkohlenzeche Prosper-Haniel
Wahrzeichen,der begehbare Tetraeder auf einer alten Bergehalde
Verkehr,Regional-Express, Regionalbahn und S-Bahn Richtung Essen
Eine Stadt am Rand des Reviers
Bottrop liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets, dort wo die dichte Industrielandschaft allmählich in das flachere Münsterland übergeht.
Rund 117.000 Menschen leben in der kreisfreien Stadt, die lange Zeit ganz vom Bergbau geprägt war.
Anders als die großen Städte weiter südlich wirkt Bottrop ruhiger und überschaubarer, fast schon kleinstädtisch.
Der Hauptbahnhof bildet dabei einen wichtigen Ankerpunkt für die Menschen, die von hier aus ins Revier pendeln.

Wo Deutschlands Kohle endete
Am 21. Dezember 2018 wurde in Bottrop mit der Zeche Prosper-Haniel die letzte aktive Steinkohlenzeche Deutschlands geschlossen.
Damit ging eine Ära zu Ende, die das Ruhrgebiet über anderthalb Jahrhunderte lang geprägt hatte.
Ein letztes Stück geförderte Kohle wurde damals feierlich an den Bundespräsidenten überreicht, als Sinnbild des Abschieds.
Bottrop trägt seither den Titel der Stadt, in der die deutsche Steinkohle ihr letztes Kapitel schrieb.

Tipp für den Besuch
Vom Hauptbahnhof aus lohnt der Weg zum Tetraeder auf der alten Bergehalde. Von der begehbaren Stahlpyramide reicht der Blick weit über das nördliche Ruhrgebiet.
Wer sich für die Geschichte des Bergbaus interessiert, findet in der Umgebung zahlreiche Spuren der einst mächtigen Zechen, die die Stadt bis 2018 prägten.
Der Bahnhof und seine Züge
Der Hauptbahnhof von Bottrop ist ein vergleichsweise schlichter Durchgangsbahnhof ohne große Halle.
Hier halten Züge des Regional-Expresses und der Regionalbahn, die die Stadt mit dem Umland verbinden.
Über die S-Bahn ist Bottrop zudem eng mit dem nahen Essen und dem übrigen Netz des Reviers verknüpft.
So ist die Stadt trotz ihrer eher ruhigen Lage gut an die großen Zentren des Ruhrgebiets angebunden.

Der Tetraeder über der Stadt
Das wohl bekannteste Wahrzeichen Bottrops ist der Tetraeder, ein begehbares Bauwerk in Form einer riesigen Pyramide.
Er steht auf einer alten Bergehalde, also einem künstlichen Hügel aus dem Abraum des Bergbaus.
Über Treppen und Stege kann man in dem stählernen Gerüst nach oben steigen und weit über das Revier blicken.
So wurde aus einem Rest des Bergbaus ein Aussichtspunkt, der die Landschaft des Wandels sichtbar macht.

Vom Bergbau zum Freizeitland
Wo einst die Kohle regierte, sucht Bottrop heute seinen Platz mit ganz anderen Angeboten.
Im Norden der Stadt liegt ein großer Freizeitpark, der Besucher aus einer weiten Umgebung anzieht.
Eine ehemalige Bergehalde trägt außerdem eine Skihalle, in der man das ganze Jahr über auf Schnee fahren kann.
Diese ungewöhnliche Mischung zeigt, wie eine alte Bergbaustadt sich ein neues Gesicht zu geben versucht.

Grün zwischen den Zechen
Zwischen den ehemaligen Zechen und Halden hat sich in Bottrop überraschend viel Grün erhalten.
Parks, Kanäle und Wege laden dazu ein, die Stadt abseits der alten Industrie zu erkunden.
Der nahe Rhein-Herne-Kanal zieht sich als ruhiges Band durch die Landschaft des nördlichen Reviers.
So findet man hier neben den Spuren des Bergbaus auch stille Ecken, die zum Verweilen einladen.

Eine Stadt im Umbruch
Mit dem Ende des Bergbaus steht Bottrop vor der Aufgabe, sich vollständig neu zu erfinden.
Die Stadt gilt als Vorreiterin beim Umbau hin zu sparsamerem Energieverbrauch und moderner Technik.
Viele Gebäude wurden erneuert, und neue Arbeitsplätze sollen die weggefallenen des Bergbaus ersetzen.
Der Bahnhof ist dabei ein Sinnbild: ein nüchterner Ort, von dem aus die Menschen in eine neue Zeit aufbrechen.

Ein Ortstermin mit Geschichte
Wer in Bottrop aussteigt, findet keinen prunkvollen Bahnhof, sondern einen schlichten Halt mitten in der Stadt.
Doch das Umfeld erzählt eine große Geschichte: vom Aufstieg und Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland.
Der Tetraeder, die Halden und die alten Zechen machen diesen Wandel bis heute sichtbar und greifbar.
So bleibt am Ende des Ortstermins der Eindruck einer Stadt, die ihre Vergangenheit ehrt und zugleich nach vorne schaut.


Häufige Fragen
Wo liegt der Hauptbahnhof von Bottrop?
Warum ist Bottrop für den Bergbau bekannt?
Welche Züge halten in Bottrop?
Was ist der Tetraeder?
Was kann man in Bottrop unternehmen?
Weiterfahrt
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