Ortstermin Bottrop Hauptbahnhof: Am Bahnhof der letzten Zeche

Ortstermin

„Hier ging 2018 ein Zeitalter zu Ende – und der Bahnhof steht mitten in einer Stadt, die sich neu erfindet.“

Ortstermin Bottrop Hauptbahnhof: Am Bahnhof der letzten Zeche

→ Ein Ortstermin dort, wo Deutschlands Steinkohle ihr letztes Kapitel schrieb.

Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin

Kurz gesagt

Der Hauptbahnhof von Bottrop liegt im nördlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. In der rund 117.000 Einwohner zählenden Stadt schloss Ende 2018 mit Prosper-Haniel die letzte aktive Steinkohlenzeche Deutschlands. Der Bahnhof bindet die Stadt an Essen und das Umland an.

Es gibt Städte, deren Name für ein ganzes Kapitel der deutschen Geschichte steht, ohne dass es vielen bewusst wäre.

Bottrop im nördlichen Ruhrgebiet ist eine solche Stadt, denn hier endete im Dezember 2018 der deutsche Steinkohlenbergbau.

Der Hauptbahnhof liegt mitten in dieser Stadt des Wandels und ist ein guter Ausgangspunkt, um sie zu erkunden.

Clp 92 80 1273 002 6 D ATLU Bottrop Hbf
Foto: Christian Liebscher, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bottrop in Zahlen

undefined

undefined

function sub() { [native code] }

undefined

undefined

function sub() { [native code] }

undefined

undefined

function sub() { [native code] }

Lage,Nördliches Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen

Einwohner,rund 117.000

Geschichte,Ende 2018 schloss die letzte deutsche Steinkohlenzeche Prosper-Haniel

Wahrzeichen,der begehbare Tetraeder auf einer alten Bergehalde

Verkehr,Regional-Express, Regionalbahn und S-Bahn Richtung Essen

Eine Stadt am Rand des Reviers

Bottrop liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets, dort wo die dichte Industrielandschaft allmählich in das flachere Münsterland übergeht.

Rund 117.000 Menschen leben in der kreisfreien Stadt, die lange Zeit ganz vom Bergbau geprägt war.

Anders als die großen Städte weiter südlich wirkt Bottrop ruhiger und überschaubarer, fast schon kleinstädtisch.

Der Hauptbahnhof bildet dabei einen wichtigen Ankerpunkt für die Menschen, die von hier aus ins Revier pendeln.

Clp Bf Bottrop Hbf Bstg
Foto: Christian Liebscher, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wo Deutschlands Kohle endete

Am 21. Dezember 2018 wurde in Bottrop mit der Zeche Prosper-Haniel die letzte aktive Steinkohlenzeche Deutschlands geschlossen.

Damit ging eine Ära zu Ende, die das Ruhrgebiet über anderthalb Jahrhunderte lang geprägt hatte.

Ein letztes Stück geförderte Kohle wurde damals feierlich an den Bundespräsidenten überreicht, als Sinnbild des Abschieds.

Bottrop trägt seither den Titel der Stadt, in der die deutsche Steinkohle ihr letztes Kapitel schrieb.

Clp Bf Bottrop Hbf Stellwerk Bof 1
Foto: Christian Liebscher, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Tipp für den Besuch

Vom Hauptbahnhof aus lohnt der Weg zum Tetraeder auf der alten Bergehalde. Von der begehbaren Stahlpyramide reicht der Blick weit über das nördliche Ruhrgebiet.

Wer sich für die Geschichte des Bergbaus interessiert, findet in der Umgebung zahlreiche Spuren der einst mächtigen Zechen, die die Stadt bis 2018 prägten.

Der Bahnhof und seine Züge

Der Hauptbahnhof von Bottrop ist ein vergleichsweise schlichter Durchgangsbahnhof ohne große Halle.

Hier halten Züge des Regional-Expresses und der Regionalbahn, die die Stadt mit dem Umland verbinden.

Über die S-Bahn ist Bottrop zudem eng mit dem nahen Essen und dem übrigen Netz des Reviers verknüpft.

So ist die Stadt trotz ihrer eher ruhigen Lage gut an die großen Zentren des Ruhrgebiets angebunden.

Clp Bf Bottrop Hbf Ladegleise 1
Foto: Christian Liebscher, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Tetraeder über der Stadt

Das wohl bekannteste Wahrzeichen Bottrops ist der Tetraeder, ein begehbares Bauwerk in Form einer riesigen Pyramide.

Er steht auf einer alten Bergehalde, also einem künstlichen Hügel aus dem Abraum des Bergbaus.

Über Treppen und Stege kann man in dem stählernen Gerüst nach oben steigen und weit über das Revier blicken.

So wurde aus einem Rest des Bergbaus ein Aussichtspunkt, der die Landschaft des Wandels sichtbar macht.

Clp Bf Bottrop Hbf Stellwerk Bof 2
Foto: Christian Liebscher, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Vom Bergbau zum Freizeitland

Wo einst die Kohle regierte, sucht Bottrop heute seinen Platz mit ganz anderen Angeboten.

Im Norden der Stadt liegt ein großer Freizeitpark, der Besucher aus einer weiten Umgebung anzieht.

Eine ehemalige Bergehalde trägt außerdem eine Skihalle, in der man das ganze Jahr über auf Schnee fahren kann.

Diese ungewöhnliche Mischung zeigt, wie eine alte Bergbaustadt sich ein neues Gesicht zu geben versucht.

Clp Bf Bottrop Hbf Ladegleise 2
Foto: Christian Liebscher, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Grün zwischen den Zechen

Zwischen den ehemaligen Zechen und Halden hat sich in Bottrop überraschend viel Grün erhalten.

Parks, Kanäle und Wege laden dazu ein, die Stadt abseits der alten Industrie zu erkunden.

Der nahe Rhein-Herne-Kanal zieht sich als ruhiges Band durch die Landschaft des nördlichen Reviers.

So findet man hier neben den Spuren des Bergbaus auch stille Ecken, die zum Verweilen einladen.

Alter Bottroper Hauptbahnhof
Foto: Bärbel Miemietz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Eine Stadt im Umbruch

Mit dem Ende des Bergbaus steht Bottrop vor der Aufgabe, sich vollständig neu zu erfinden.

Die Stadt gilt als Vorreiterin beim Umbau hin zu sparsamerem Energieverbrauch und moderner Technik.

Viele Gebäude wurden erneuert, und neue Arbeitsplätze sollen die weggefallenen des Bergbaus ersetzen.

Der Bahnhof ist dabei ein Sinnbild: ein nüchterner Ort, von dem aus die Menschen in eine neue Zeit aufbrechen.

Bahnhof Bottrop Feldhausen
Foto: Stefan Flöper, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Ortstermin mit Geschichte

Wer in Bottrop aussteigt, findet keinen prunkvollen Bahnhof, sondern einen schlichten Halt mitten in der Stadt.

Doch das Umfeld erzählt eine große Geschichte: vom Aufstieg und Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland.

Der Tetraeder, die Halden und die alten Zechen machen diesen Wandel bis heute sichtbar und greifbar.

So bleibt am Ende des Ortstermins der Eindruck einer Stadt, die ihre Vergangenheit ehrt und zugleich nach vorne schaut.

Bahnhof Bottrop Vonderort
Foto: Stefan Flöper, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Bahnhof Bottrop Boy 2007
Foto: Stefan Flöper, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wo liegt der Hauptbahnhof von Bottrop?
Im nördlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Stadt zählt rund 117.000 Einwohner und grenzt an das flachere Münsterland.
Warum ist Bottrop für den Bergbau bekannt?
Ende 2018 schloss hier mit Prosper-Haniel die letzte aktive Steinkohlenzeche Deutschlands. Damit endete in Bottrop der deutsche Steinkohlenbergbau.
Welche Züge halten in Bottrop?
Regional-Express und Regionalbahn verbinden die Stadt mit dem Umland, die S-Bahn bindet sie eng an das nahe Essen und das übrige Netz des Reviers an.
Was ist der Tetraeder?
Ein begehbares Bauwerk in Form einer riesigen Pyramide auf einer alten Bergehalde. Über Treppen kann man hinaufsteigen und weit über das Ruhrgebiet blicken.
Was kann man in Bottrop unternehmen?
Neben dem Tetraeder locken ein großer Freizeitpark und eine Skihalle auf einer ehemaligen Halde. Dazu laden Parks und der Rhein-Herne-Kanal zum Spazieren ein.

Weiterfahrt

Ortstermin Witten – wo das Revier begann

Ortstermin Oberhausen – ein Nachbar im Revier

Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →