Stimmt es, dass Zugführer und Lokführer nicht dasselbe sind?

Stimmt es, dass…?

„Wer glaubt, der Zugführer sitze vorn und lenke, liegt falsch – die beiden Rollen sind erstaunlich verschieden.“

Stimmt es, dass Zugführer und Lokführer nicht dasselbe sind?

→ Ein Mythos über die Menschen, die den Zug führen, auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Das stimmt. Der Lokführer sitzt vorn und steuert den Zug, während der Zugführer die Verantwortung für die ganze Fahrt trägt und meist als Zugbegleiter durch die Wagen geht. Die beiden Begriffe werden oft verwechselt, bezeichnen aber zwei ganz verschiedene Aufgaben.

Im täglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe Zugführer und Lokführer oft munter durcheinandergeworfen.

Viele Menschen glauben, der Zugführer sei jener, der vorn im Führerstand sitzt und den Zug lenkt.

Tatsächlich aber bezeichnen die beiden Wörter zwei ganz verschiedene Aufgaben, was manchen überrascht.

Arriva Flirt, Susteren (P)
Foto: Matti Blume, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Lokführer am Steuer

Der Lokführer ist jener Mensch, der vorn im Führerstand sitzt und den Zug tatsächlich steuert.

Er lässt den Zug anfahren, hält das erlaubte Tempo, bremst rechtzeitig und beachtet die Signale entlang der Strecke.

Seine Aufgabe verlangt höchste Konzentration, denn er trägt die unmittelbare Verantwortung für das sichere Fahren.

In seiner Hand liegt buchstäblich die Steuerung des tonnenschweren Zuges.

Doppelstock Intercity, Bremen Hauptbahnhof, Oktober 2015 • 3
Foto: Geogast, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Der Zugführer mit der Gesamtverantwortung

Der Zugführer dagegen sitzt in aller Regel nicht im Führerstand und steuert den Zug auch nicht.

Er ist vielmehr derjenige, der die Verantwortung für die gesamte Fahrt und für den ganzen Zug trägt.

Meist geht er als Zugbegleiter durch die Wagen, kümmert sich um die Reisenden und behält den Überblick.

So ist der Zugführer gewissermaßen der Chef des ganzen Zuges, auch wenn er ihn nicht lenkt.

Gut zu wissen

Der Lokführer steuert den Zug im Führerstand. Der Zugführer trägt die Verantwortung für die ganze Fahrt und gibt an jedem Halt das Zeichen zur Abfahrt.

In vielen kleinen Nahverkehrszügen gibt es keinen eigenen Zugführer mehr, dort fährt der Lokführer allein. In Fernzügen gehören beide zur Besatzung.

Warum die Begriffe verwirren

Die Verwirrung entsteht, weil das Wort Zugführer so klingt, als bezeichne es den, der den Zug führt.

Im alltäglichen Sinne denkt man dabei zuerst an den Menschen am Steuer, also den Lokführer.

Doch das Wort Führer meint hier weniger das Lenken als vielmehr die Leitung und die Verantwortung.

Aus diesem sprachlichen Missverständnis heraus werden die beiden Begriffe oft vertauscht.

Zwei Rollen, ein Zug

In einem großen Zug arbeiten der Lokführer und der Zugführer eng zusammen, jeder in seiner eigenen Rolle.

Der Lokführer steuert vorn, der Zugführer behält im Zug den Überblick und kümmert sich um die Reisenden.

Über eine Verbindung stehen die beiden miteinander in Kontakt und stimmen sich bei Bedarf ab.

So sorgen sie gemeinsam dafür, dass der Zug sicher und geordnet ans Ziel gelangt.

Wer das Zeichen zur Abfahrt gibt

Eine wichtige Aufgabe des Zugführers ist es, an jedem Halt das Zeichen zur Abfahrt zu geben.

Er achtet darauf, dass alle Reisenden sicher ein- und ausgestiegen sind und die Türen geschlossen werden können.

Erst wenn alles bereit ist, gibt er dem Lokführer das Zeichen, dass die Fahrt weitergehen kann.

So entscheidet der Zugführer über den Abfahrtsmoment, während der Lokführer den Zug dann in Bewegung setzt.

Nicht in jedem Zug beide

In vielen kleinen Nahverkehrszügen gibt es heute gar keinen eigenen Zugführer mehr.

Dort fährt der Lokführer allein und übernimmt einen Teil der Aufgaben, die sonst der Zugführer hätte.

In den großen Fernzügen dagegen gehören beide fest zur Besatzung.

So hängt es von der Art des Zuges ab, ob man beide oder nur einen von ihnen antrifft.

Ein Blick in die Geschichte

Die Trennung der beiden Rollen reicht weit in die Geschichte der Eisenbahn zurück.

Schon früh erkannte man, dass das Steuern des Zuges und die Verantwortung für die Fahrt zwei verschiedene Aufgaben sind.

Der eine sollte sich ganz auf das sichere Fahren konzentrieren, der andere auf den Betrieb und die Reisenden.

Diese sinnvolle Arbeitsteilung hat sich bis in die heutige Zeit bewährt und erhalten.

Was von dem Mythos übrig bleibt

Am Ende bestätigt sich die überraschende Behauptung in vollem Umfang und ganz ohne Einschränkung.

Ja, Zugführer und Lokführer sind tatsächlich nicht dasselbe, sondern bezeichnen zwei ganz verschiedene Aufgaben.

Der Lokführer steuert den Zug, der Zugführer trägt die Verantwortung für die ganze Fahrt.

Wer das weiß, verwechselt die beiden nie wieder und versteht die Arbeitsteilung im Zug ein Stück besser.

Ein Beruf, viele Namen

Zur Verwirrung trägt bei, dass es für die Menschen im Zugbetrieb je nach Zeit und Region ganz verschiedene Bezeichnungen gab und gibt.

Mal ist vom Schaffner die Rede, mal vom Zugbegleiter, mal vom Zugführer, und im Alltag verschwimmen diese Begriffe leicht.

Fachlich aber ist die Rolle klar getrennt von der des Lokführers, der allein für das Steuern des Zuges zuständig ist.

Wer diese Unterscheidung einmal verinnerlicht hat, durchschaut das Nebeneinander der vielen Namen mit einem Lächeln.

Häufige Fragen

Sind Zugführer und Lokführer dasselbe?
Nein. Der Lokführer steuert den Zug im Führerstand. Der Zugführer trägt die Verantwortung für die ganze Fahrt und geht meist als Zugbegleiter durch die Wagen.
Wer lenkt den Zug?
Der Lokführer. Er sitzt vorn, lässt den Zug anfahren, hält das Tempo, bremst und beachtet die Signale.
Was macht der Zugführer?
Er trägt die Gesamtverantwortung für den Zug, kümmert sich um die Reisenden und gibt an jedem Halt das Zeichen zur Abfahrt.
Warum werden die Begriffe verwechselt?
Weil das Wort Zugführer klingt, als bezeichne es den, der lenkt. Doch Führer meint hier die Leitung und Verantwortung, nicht das Steuern.
Gibt es in jedem Zug beide?
Nein. In vielen kleinen Nahverkehrszügen fährt der Lokführer allein. In den großen Fernzügen gehören beide zur Besatzung.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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