Stimmt es, dass Züge nachts schneller fahren?

Stimmt es, dass…?

„Nachts scheint der Zug durch die dunkle Landschaft zu rasen – dabei fährt er keinen Kilometer schneller als am Tag.“

Stimmt es, dass Züge nachts schneller fahren?

→ Ein Mythos, der mehr mit dem Gefühl als mit dem Tempo zu tun hat.

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Kurz gesagt

Das stimmt nicht. Für einen Zug gelten in der Nacht genau dieselben Geschwindigkeiten wie am Tag. Ein Zug fährt nachts keinen Kilometer schneller. Dass sich die Fahrt nachts oft schneller anfühlt, liegt an der Dunkelheit und an der Ruhe, nicht an einem höheren Tempo.

Wer nachts im Zug sitzt und in die vorbeifliegende Dunkelheit blickt, hat oft ein besonderes Gefühl.

Der Zug scheint durch die Nacht zu rasen, schneller und ungestümer als am hellen Tag.

Ob Züge nachts wirklich schneller fahren, ist eine Frage, deren Antwort verblüfft.

Triberg 1. FD Zug auf der Schwarzwaldbahn (am Bahnhof Triberg) LABW Staa
Foto: Willy Pragher, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Dasselbe Tempo bei Tag und Nacht

Zunächst einmal steht fest, dass für einen Zug nachts dieselben Regeln gelten wie am Tag.

Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit einer Strecke ändert sich nicht mit der Tageszeit.

Ein Zug darf nachts also genau so schnell fahren wie am hellen Tag, nicht schneller.

So ist die verbreitete Vorstellung vom schnelleren Nachtzug schlicht ein Irrtum.

Triberg 1. FD Zug auf der Schwarzwaldbahn (am Bahnhof Triberg) LABW Staa
Foto: Willy Pragher, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Warum es sich schneller anfühlt

Wenn der Zug nicht schneller fährt, warum fühlt sich die Nachtfahrt dann oft rasanter an?

Der Grund liegt vor allem in der Dunkelheit, die den Blick auf die Landschaft verändert.

In der Nacht sieht man nur vereinzelte Lichter, die blitzschnell vorüberzuhuschen scheinen.

Dieses Vorbeihuschen weniger heller Punkte täuscht dem Auge ein höheres Tempo vor.

Gut zu wissen

Für Züge gelten nachts dieselben Geschwindigkeiten wie am Tag. Dass sich die Fahrt schneller anfühlt, liegt an der Dunkelheit, in der nur vereinzelte Lichter vorüberzuhuschen scheinen, und an der Ruhe.

Anders ist nachts, dass weniger Personenzüge unterwegs sind. So hat ein Zug freiere Bahn und kommt gleichmäßiger voran, ohne je schneller zu fahren als erlaubt.

Die Ruhe der Nacht

Auch die Ruhe der Nacht trägt zu dem besonderen Gefühl der Geschwindigkeit bei.

Ohne die vielen Geräusche und Eindrücke des Tages nimmt man das Fahren anders wahr.

Das gleichmäßige Rollen des Zuges tritt in der Stille deutlicher hervor.

So verstärkt die nächtliche Ruhe den Eindruck einer besonders zügigen Fahrt.

Was nachts wirklich anders ist

Anders als das Tempo ist in der Nacht tatsächlich manches andere am Bahnverkehr.

Auf den Strecken sind nachts weit weniger Personenzüge unterwegs als am Tag.

Dadurch hat ein Zug oft freiere Bahn und muss seltener auf andere Rücksicht nehmen.

So kann er seine Fahrt gleichmäßiger und ohne häufiges Ausweichen fortsetzen.

Die freie Strecke in der Nacht

Weil nachts weniger los ist, kann ein Zug seine erlaubte Geschwindigkeit besser ausfahren.

Am Tag bremsen ihn volle Bahnhöfe und der dichte Verkehr immer wieder aus.

In der Nacht dagegen kann er auf freier Strecke gleichmäßig sein Tempo halten.

So kommt er vielleicht insgesamt zügiger voran, ohne je schneller zu fahren als erlaubt.

Die Nacht der Güterzüge

Besonders die Güterzüge nutzen die ruhige und freie Nacht für ihre Fahrten.

Weil kaum Personenzüge unterwegs sind, haben sie freie Bahn für weite Strecken.

Doch auch sie fahren nachts nicht schneller, als es die Strecke erlaubt.

Sie kommen nur ungestörter voran, weil sie seltener ausweichen müssen.

Sicherheit geht immer vor

Dass nachts kein höheres Tempo erlaubt ist, hat mit der Sicherheit zu tun.

Die Geschwindigkeit einer Strecke richtet sich nach ihrem Zustand, ihren Kurven und Signalen.

Diese ändern sich in der Nacht nicht, also bleibt auch das erlaubte Tempo dasselbe.

So geht die Sicherheit bei Tag und Nacht gleichermaßen vor jedem höheren Tempo.

Was von dem Mythos übrig bleibt

Am Ende erweist sich die verbreitete Annahme als ein hübscher, aber klarer Irrtum.

Nein, Züge fahren nachts nicht schneller, denn es gelten dieselben Geschwindigkeiten wie am Tag.

Dass sich die Fahrt schneller anfühlt, liegt an der Dunkelheit und an der Ruhe der Nacht.

Wer das weiß, genießt das rasante Gefühl der Nachtfahrt, ohne einem Irrtum aufzusitzen.

Der Reiz der Nachtfahrt

Auch wenn der Zug nachts nicht schneller fährt, hat die Nachtfahrt einen ganz eigenen Reiz.

Die dunkle Landschaft, die vereinzelten Lichter und die Ruhe schaffen eine besondere Stimmung.

Viele Reisende empfinden die Fahrt durch die Nacht als geheimnisvoll und beruhigend zugleich.

So bleibt die Nachtfahrt ein Erlebnis, auch ohne dass der Zug einen Kilometer schneller wäre.

Häufige Fragen

Fahren Züge nachts schneller?
Nein. Für einen Zug gelten nachts dieselben Geschwindigkeiten wie am Tag. Er fährt keinen Kilometer schneller, nur weil es dunkel ist.
Warum fühlt es sich schneller an?
Wegen der Dunkelheit. Man sieht nur vereinzelte Lichter, die blitzschnell vorüberzuhuschen scheinen. Das täuscht dem Auge ein höheres Tempo vor. Auch die Ruhe verstärkt den Eindruck.
Was ist nachts wirklich anders?
Es sind weniger Personenzüge unterwegs. Dadurch hat ein Zug freiere Bahn, muss seltener ausweichen und kommt gleichmäßiger voran, ohne schneller zu fahren.
Warum darf er nicht schneller fahren?
Weil sich die erlaubte Geschwindigkeit nach dem Zustand der Strecke, ihren Kurven und Signalen richtet. Diese ändern sich nachts nicht, also bleibt das Tempo dasselbe.
Nutzen Güterzüge die Nacht?
Ja. Weil kaum Personenzüge fahren, haben sie freie Bahn für weite Strecken. Doch auch sie fahren nicht schneller, sie kommen nur ungestörter voran.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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