Stimmt es, dass es früher eine vierte Klasse gab?

Stimmt es, dass…?

„Holzbänke, Stehplätze, kein Komfort – in der vierten Klasse reiste man einst so einfach wie nie.“

Stimmt es, dass es früher eine vierte Klasse gab?

→ Ein Blick in die Klassen von einst.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass…?

Kurz gesagt

Ja, das stimmt. Früher gab es in den Zügen nicht nur die erste und zweite, sondern sogar eine dritte und vierte Klasse. In der vierten Klasse reiste man besonders einfach, oft auf harten Holzbänken oder gar im Stehen. Diese unterste Klasse wurde vor langer Zeit abgeschafft, heute gibt es nur noch zwei Klassen.

Wer heute in den Zug steigt, hat die Wahl zwischen genau zwei Klassen, der ersten und der zweiten.

Doch das war nicht immer so, denn früher ging die Einteilung noch viel weiter nach unten.

Ob es wirklich einmal eine vierte Klasse gab und wie man darin reiste, schauen wir uns heute an.

Bahnhof, Drebkau, Deutschland panoramio
Foto: André L., CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Die Klassen in Zahlen

4 Klassen

einst üblich

von fein bis einfach

Holzbänke

vierte Klasse

oder Stehplätze

2 Klassen

heute

erste und zweite

Früher gab es bis zu vier Wagenklassen; die vierte war die einfachste von allen.

Mehr als zwei Klassen

In der frühen Zeit der Eisenbahn gab es weit mehr als die heutigen zwei Klassen.

Die Wagen waren fein nach dem Geldbeutel der Reisenden aufgeteilt.

Neben der ersten und zweiten gab es lange auch eine dritte Klasse.

Und ganz unten, für die einfachsten Reisen, stand sogar eine vierte Klasse.

Ziltendorfer Bahnhof, Deutschland panoramio
Foto: André Fischer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Reisen in der vierten Klasse

In der vierten Klasse ging es so einfach zu wie in keiner anderen.

Oft gab es nur harte Holzbänke, manchmal nicht einmal die.

Dann reisten die Menschen einfach stehend in einem kahlen Wagen.

Von Komfort konnte in dieser untersten Klasse keine Rede sein.

Gut zu wissen

Früher hatten die Züge bis zu vier Wagenklassen. In der vierten und untersten Klasse reiste man besonders einfach, oft auf harten Holzbänken oder sogar im Stehen. Sie war die günstigste Fahrt und damit die Klasse der einfachen Leute.

Die vierte Klasse wurde vor langer Zeit abgeschafft, später fiel auch die dritte weg. Aus den einst vier Klassen wurden die heutigen zwei: die erste und die zweite Klasse.

Die Klasse der einfachen Leute

Die vierte Klasse war die Klasse der einfachen und armen Leute.

Wer wenig Geld hatte, konnte sich nur diese günstigste Fahrt leisten.

Auch Arbeiter auf dem Weg zur Schicht nutzten sie in großer Zahl.

So brachte gerade die vierte Klasse die Eisenbahn zu allen Menschen.

Günstig, aber hart

Der große Vorteil der vierten Klasse war ihr sehr niedriger Preis.

Dafür musste man aber auf jeden Komfort vollständig verzichten.

Enge, harte Bänke und ein kahler Wagen waren die Regel.

So war die vierte Klasse ein Angebot allein für den schmalen Geldbeutel.

Das Ende der vierten Klasse

Mit der Zeit erschien die vierte Klasse immer weniger zeitgemäß.

Man empfand es als unwürdig, Menschen so einfach zu befördern.

Darum wurde die unterste Klasse vor langer Zeit ganz abgeschafft.

Damit verschwand die einfachste Art des Reisens von den Schienen.

Immer weniger Klassen

Nach der vierten fiel mit der Zeit auch die dritte Klasse weg.

Aus den einstmals vier Klassen wurden so nach und nach nur noch zwei.

Die verbliebenen Klassen wurden dabei neu benannt und geordnet.

So entstand die heutige Einteilung in erste und zweite Klasse.

Zwei Klassen bis heute

Heute gibt es in den Zügen nur noch die erste und die zweite Klasse.

Die zweite Klasse ist dabei die günstigere und von den meisten genutzte.

Die erste Klasse bietet gegen Aufpreis etwas mehr Ruhe und Platz.

Von einer dritten oder vierten Klasse spricht heute niemand mehr.

Ein klares Ja

Am Ende lässt sich die Frage mit einem klaren Ja beantworten.

Früher gab es tatsächlich eine dritte und sogar eine vierte Klasse.

In der vierten reiste man besonders einfach, oft auf Holzbänken.

Heute erinnert an diese Zeit nur noch die Einteilung in zwei Klassen.

Ein Blick auf den Kern

Wer genauer hinschaut, erkennt hinter der Frage einen wahren Kern.

Erst die genaue Betrachtung trennt den Irrtum von der Tatsache.

So wird aus einer verbreiteten Annahme eine belegte Erkenntnis.

Und diese Erkenntnis hilft, die Bahn ein wenig besser zu verstehen.

Woher der Irrtum kommt

Viele halbwahre Annahmen über die Bahn haben durchaus einen nachvollziehbaren Ursprung.

Oft steckt ein wahrer Kern in ihnen, der dann falsch verallgemeinert wird.

So wird aus einer bloßen Ausnahme schnell eine vermeintliche Regel für alles.

Wer genauer hinsieht, kann den Irrtum vom wahren Kern gut trennen.

Häufige Fragen

Gab es wirklich eine vierte Klasse?
Ja. Früher hatten die Züge bis zu vier Klassen. Die vierte war die einfachste und günstigste von allen.
Wie reiste man in der vierten Klasse?
Sehr einfach. Oft gab es nur harte Holzbänke, manchmal reisten die Menschen sogar stehend in einem kahlen Wagen. Komfort gab es keinen.
Für wen war die vierte Klasse gedacht?
Vor allem für die einfachen und armen Leute sowie für Arbeiter. Wer wenig Geld hatte, konnte sich nur diese günstigste Fahrt leisten.
Warum wurde sie abgeschafft?
Weil man es mit der Zeit als unwürdig empfand, Menschen so einfach zu befördern. Darum wurde die unterste Klasse vor langer Zeit ganz abgeschafft.
Wie viele Klassen gibt es heute?
Nur noch zwei: die erste und die zweite Klasse. Von einer dritten oder vierten Klasse spricht heute niemand mehr.

Weiterfahrt

Wo ist die erste Klasse? – vorn oder hinten

Die gute Bahnreise – worauf es ankommt

Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →