Stimmt es, dass…?
„Stahl auf Stahl hat ohnehin wenig Halt – ist die Schiene nass oder glatt, wird der Bremsweg noch länger.“
Stimmt es, dass ein Zug auf nasser Schiene schlechter bremst?
→ Ein Mythos über den Halt auf der Schiene.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt. Ein Zug hat auf einer nassen oder mit Laub bedeckten Schiene weniger Halt und bremst darum schlechter. Denn Stahl auf Stahl bietet ohnehin nur wenig Grip. Gegen dieses Rutschen hilft ein Sandstreuer, der feinen Sand vor die Räder streut und so den Halt verbessert.
Ein Zug rollt auf glatten stählernen Rädern über eine glatte stählerne Schiene.
Dieser geringe Widerstand ist einerseits ein großer Vorteil, denn er spart Kraft.
Andererseits bedeutet er auch, dass der Halt des Zuges begrenzt ist.

Wenig Halt von Natur aus
Stahl auf Stahl bietet von Natur aus nur einen geringen Halt.
Die glatten Räder haften nur schwach auf der glatten Schiene.
Das ist beim Rollen ein Vorteil, denn es spart eine Menge Kraft.
Beim Bremsen aber wird dieser geringe Halt schnell zum Problem.

Nässe verschlechtert den Halt
Ist die Schiene nass, so wird der ohnehin geringe Halt noch geringer.
Ein feiner Film aus Wasser legt sich zwischen Rad und Schiene.
Dadurch haftet das Rad noch schlechter und rutscht leichter durch.
So verlängert sich der Bremsweg auf nasser Schiene spürbar.
Gut zu wissen
Ein Zug hat auf nasser oder mit Laub bedeckter Schiene weniger Halt und bremst schlechter, denn Stahl auf Stahl bietet ohnehin nur wenig Grip. Der Bremsweg wird dadurch länger.
Gegen das Rutschen hilft ein Sandstreuer, der feinen Sand vor die Räder streut und den Halt wiederherstellt. Gegen das glatte Herbstlaub reinigen besondere Züge die Schienen. Auch der Lokführer bremst bei schlechtem Wetter früher und sanfter.
Das gefürchtete Herbstlaub
Noch tückischer als Nässe ist im Herbst das Laub auf der Schiene.
Die Räder zermalmen das Laub zu einem glatten, schmierigen Film.
Auf diesem Film verliert das Rad einen großen Teil seines Halts.
Darum ist gerade der Herbst für die Bahn eine schwierige Zeit.
Wenn das Rad durchdreht
Verliert das Rad den Halt, so kann es beim Bremsen blockieren.
Beim Anfahren dagegen dreht es leer durch, ohne zu greifen.
Beides ist unerwünscht und macht die Fahrt weniger sicher.
Darum sucht die Bahn nach Wegen, den Halt wieder zu verbessern.
Der Sandstreuer hilft
Gegen das Rutschen hat der Zug ein einfaches, aber wirksames Mittel.
Ein Sandstreuer bläst feinen Sand direkt vor die Räder auf die Schiene.
Der Sand stellt den Halt zwischen Rad und Schiene wieder her.
So bekommt der Zug auch auf nasser Schiene wieder genug Grip.
Reinigen und vorbeugen
Gegen das Laub geht die Bahn zudem mit besonderen Zügen vor.
Diese reinigen die Schienen von dem glatten und schmierigen Film.
So sorgen sie dafür, dass die Räder wieder besser haften.
Mit solchen Maßnahmen mildert die Bahn die Tücken des Herbstes.
Der Lokführer fährt vorsichtiger
Auch der Lokführer selbst passt seine Fahrweise dem Wetter an.
Bei nasser oder glatter Schiene bremst er früher und sanfter.
So gleicht er den längeren Bremsweg durch seine Vorsicht aus.
Erfahrung und Umsicht sind darum gerade bei schlechtem Wetter wichtig.
Was von dem Mythos übrig bleibt
Am Ende stimmt es also: Ein Zug bremst auf nasser Schiene schlechter.
Denn Stahl auf Stahl hat ohnehin wenig Halt, und Nässe verringert ihn noch.
Der Sandstreuer und die Vorsicht des Lokführers gleichen das aber aus.
So bleibt die Fahrt auch bei nasser Schiene sicher, wenn auch mit längerem Bremsweg.
Sand für den Halt
Der feine Sand aus dem Sandstreuer wirkt fast wie ein kleines Wunder.
Er legt sich zwischen Rad und Schiene und stellt sofort mehr Halt her.
So kann der Zug auch auf glatter Schiene wieder greifen und bremsen.
Ein Vorrat an Sand wird darum im Zug stets mitgeführt.
Bei Bedarf streut ihn die Technik ganz von selbst vor die Räder.
So ist der schlichte Sand ein wichtiger Helfer für die Sicherheit.
Der Herbst als Prüfung
Jeder Herbst ist für die Bahn aufs Neue eine besondere Prüfung.
Das fallende Laub macht die Schienen auf vielen Strecken glatt.
Mit Reinigungszügen und Sand begegnet die Bahn dieser Gefahr.
So kommt sie auch durch die schwierige Zeit des Herbstlaubs.
Sicher trotz Nässe
Am Ende bleibt die Fahrt auch auf nasser Schiene sicher.
Der Sandstreuer, die Reinigung und die Vorsicht des Lokführers wirken zusammen.
So gleicht die Bahn den geringeren Halt zuverlässig aus.
Der Reisende bemerkt von all dem meist gar nichts.
Er kommt sicher ans Ziel, auch wenn der Bremsweg bei Nässe länger ist.
