Stimmt es, dass…?
„Wer erst am Bahnsteig ein Ticket kauft, zahlt oft ein Vielfaches dessen, was der frühe Bucher für dieselbe Fahrt bezahlt hat.“
Stimmt es, dass Bahntickets teurer werden, je näher der Reisetag rückt?
→ Ein Mythos über Sparpreise, Kontingente und den richtigen Zeitpunkt.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass…?
Kurz gesagt
Das stimmt oft. Die besonders günstigen Sparpreise gibt es nur in begrenzter Zahl je Zug. Sind diese Kontingente ausverkauft, bleibt nur der teurere Flexpreis. Deshalb ist eine früh gebuchte Fahrt im Fernverkehr in der Regel deutlich billiger als eine kurzfristig gekaufte.
Viele Reisende haben die Erfahrung gemacht, dass ein und dieselbe Fahrt einmal wenige Euro und ein anderes Mal ein Vielfaches davon kostet.
Besonders wer erst kurz vor der Abfahrt ein Ticket kauft, zahlt oft überraschend viel für seine Reise.
Hinter diesem verwirrenden Auf und Ab der Preise steckt jedoch ein durchaus nachvollziehbares System.

Sparpreis und Flexpreis
Im Fernverkehr der Bahn gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Preisen für dieselbe Strecke.
Der Sparpreis ist die günstige Variante, ist aber an einen bestimmten Zug gebunden und nur begrenzt verfügbar.
Der Flexpreis dagegen ist deutlich teurer, gilt dafür aber für jeden beliebigen Zug an einem Tag.
Zwischen diesen beiden Welten bewegt sich der Preis, den man für eine Fahrt am Ende bezahlt.

Das begrenzte Kontingent
Der entscheidende Punkt ist, dass es die günstigen Sparpreise nur in begrenzter Zahl für jeden einzelnen Zug gibt.
Man kann sich das wie einen Topf mit einer festen Menge billiger Tickets vorstellen, die nach und nach verkauft werden.
Ist dieser Topf für einen bestimmten Zug einmal leer, sind auch die günstigen Preise für diese Fahrt vergriffen.
Wer dann noch ein Ticket kauft, muss auf die nächsthöhere und damit teurere Preisstufe ausweichen.
Gut zu wissen
Die günstigen Sparpreise sind je Zug nur begrenzt verfügbar. Sind sie ausverkauft, bleibt nur der teurere Flexpreis.
Der Sparpreis ist an einen bestimmten Zug gebunden. Verpasst man diesen aus eigenem Verschulden, verfällt das günstige Ticket in der Regel.
Warum früh buchen sich lohnt
Weil die günstigen Kontingente zuerst verkauft werden, sind sie meist nur weit im Voraus zu bekommen.
Wer früh bucht, greift zu, solange der Topf mit den billigen Tickets noch gut gefüllt ist.
Wer dagegen bis kurz vor der Reise wartet, findet oft nur noch die teuren Reste oder gar keinen Sparpreis mehr.
Deshalb gilt bei der Bahn die einfache Faustregel, dass frühes Buchen sich in barem Geld auszahlt.
Nicht immer und überall
So verbreitet dieses System ist, es gilt nicht ausnahmslos für jede Fahrt und jeden Zug.
Auf weniger nachgefragten Verbindungen sind die günstigen Kontingente oft auch kurzfristig noch zu haben.
Im Nahverkehr wiederum gibt es diese Staffelung meist gar nicht, dort kostet die Fahrt zu jeder Zeit dasselbe.
Vor allem im stark nachgefragten Fernverkehr macht sich der frühe Kauf jedoch deutlich bemerkbar.
Der Preis als Steuerung
Hinter dem steigenden Preis steckt auch die Absicht, die Reisenden gleichmäßiger auf die Züge zu verteilen.
Wer flexibel ist, wird durch die günstigen Preise in die weniger gefragten und oft leereren Züge gelenkt.
Die begehrten Züge zu den Stoßzeiten dagegen sind schneller ausverkauft und damit teurer.
Auf diese Weise dient der Preis nicht nur dem Umsatz, sondern auch der besseren Auslastung des ganzen Netzes.
Die Kehrseite der günstigen Preise
Der niedrige Sparpreis hat allerdings seinen Preis in Gestalt einer geringeren Flexibilität.
Wer einen Sparpreis bucht, ist an den gewählten Zug gebunden und darf nicht einfach einen anderen nehmen.
Verpasst man diesen Zug aus eigenem Verschulden, verfällt das günstige Ticket in der Regel.
Wer noch nicht genau weiß, wann er fahren will, muss diese fehlende Freiheit gegen den niedrigen Preis abwägen.
Wie man am günstigsten fährt
Wer möglichst wenig zahlen möchte, bucht seine Fahrt am besten so früh wie möglich und legt sich auf einen Zug fest.
Es lohnt sich, verschiedene Abfahrtszeiten zu vergleichen, denn die Preise können sich von Zug zu Zug stark unterscheiden.
Oft sind Verbindungen zu ungünstigen Zeiten oder mit einem Umstieg deutlich billiger als die begehrten Direktzüge.
Wer diese Kniffe kennt, kann bei der Bahn mit etwas Planung erstaunlich günstig reisen.
Was von dem Mythos übrig bleibt
Am Ende bestätigt sich die Beobachtung vieler Reisender in ihrem Kern, wenn auch mit einigen Einschränkungen.
Ja, im Fernverkehr werden die Tickets tendenziell teurer, je näher der Reisetag rückt und je voller der Zug wird.
Der Grund ist das begrenzte Kontingent der günstigen Sparpreise, das sich mit der Zeit erschöpft.
Wer das weiß, bucht seine Reise rechtzeitig und spart damit oft ein Vielfaches des kurzfristigen Preises.
Häufige Fragen
Werden Bahntickets kurzfristig teurer?
Warum ist das so?
Lohnt sich frühes Buchen?
Gilt das auch im Nahverkehr?
Was ist der Nachteil des Sparpreises?
Weiterfahrt
→ Welche BahnCard lohnt sich? – 25, 50 oder 100
→ Anschluss verpasst – was tun? – Rechte bei Verspätung
