Sollte es in jedem Zug eine Toilette geben?

Standpunkt

„Auf einer langen Fahrt wird eine fehlende Toilette schnell zur Qual – doch nicht in jedem kleinen Zug ist Platz für eine.“

Sollte es in jedem Zug eine Toilette geben?

→ Ein Standpunkt über eine Frage, die jeden einmal drängt.

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Worum es geht

Eine Toilette im Zug ist auf längeren Fahrten eine Frage der Würde und gehört für viele zum Selbstverständlichen. Doch sie kostet Platz und Geld und ist anfällig für Schäden. Ob wirklich jeder Zug eine Toilette braucht, hängt vor allem von der Länge der Fahrten ab, die er bedient.

Auf einer längeren Zugfahrt gibt es kaum etwas Unangenehmeres, als vergeblich eine Toilette zu suchen.

Gerade Kinder, ältere Menschen und Kranke sind auf eine Toilette an Bord dringend angewiesen.

Ob wirklich jeder Zug eine Toilette haben sollte, ist eine Frage, die früher oder später jeden angeht.

J38 801 Hauptbahnhof Ostknoten, ET 2124
Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Eine Frage der Würde

Für viele Menschen ist eine Toilette im Zug eine schlichte Frage der Würde.

Auf einer Fahrt von mehreren Stunden lässt sich das Bedürfnis nicht beliebig lange aufschieben.

Gerade für Kinder, ältere Menschen und Kranke wird eine fehlende Toilette rasch zur Qual.

Deshalb gehört für viele eine Toilette ganz selbstverständlich zu einem Zug dazu.

Neubau Malefinkbachbruecke Tetz Februar 2022
Foto: KlausMiniwolf, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Züge ohne Toilette

Und doch gibt es Züge, in denen man vergeblich nach einer Toilette sucht.

Besonders kleine Nahverkehrszüge und Straßenbahnen haben oft keine an Bord.

Der Grund ist der begrenzte Platz und der Aufwand, den eine Toilette mit sich bringt.

Für die kurzen Wege, die solche Züge bedienen, hält man sie oft für verzichtbar.

Das Argument der kurzen Wege

Wer für Züge ohne Toilette ist, verweist auf die Kürze der Fahrten im Nahverkehr.

Auf einer Fahrt von nur wenigen Minuten braucht kaum jemand eine Toilette an Bord.

Der Platz lässt sich stattdessen für mehr Sitze oder mehr Raum zum Stehen nutzen.

So erscheint der Verzicht auf die Toilette bei ganz kurzen Strecken durchaus vertretbar.

Das Argument der langen Fahrten

Ganz anders sieht es aus, sobald ein Zug auch längere Strecken bedient.

Schon eine Fahrt von einer Stunde kann ohne Toilette für manche zur Belastung werden.

Und nicht immer weiß man vorher, wie lange man tatsächlich unterwegs sein wird.

Deshalb sollte zumindest jeder Zug auf längeren Strecken eine Toilette bereithalten.

Die Frage der Kosten

Gegen eine Toilette in jedem Zug spricht vor allem die Frage der Kosten.

Eine Toilette braucht Platz, Technik und eine regelmäßige, aufwendige Reinigung.

Dieser Aufwand fällt bei jedem einzelnen Fahrzeug aufs Neue an.

So muss man abwägen, wo sich der Aufwand für eine Toilette wirklich lohnt.

Das Problem der Sauberkeit

Eine Toilette im Zug ist nur dann ein Gewinn, wenn sie auch sauber und benutzbar ist.

Eine schmutzige oder defekte Toilette nützt niemandem und verärgert die Reisenden.

Gerade in vielen Zügen sind die Toiletten leider oft in keinem guten Zustand.

Deshalb geht es nicht nur um die Zahl der Toiletten, sondern auch um ihre Pflege.

Die barrierefreie Toilette

Eine besondere Bedeutung hat die Toilette für Menschen mit einer Behinderung.

Sie sind auf eine barrierefreie Toilette angewiesen, die auch mit dem Rollstuhl nutzbar ist.

Eine solche Toilette braucht mehr Platz und eine besondere Ausstattung.

Für die Teilhabe aller Menschen ist sie jedoch von großer und unverzichtbarer Bedeutung.

Eine Abwägung nach der Strecke

Am Ende hängt die Antwort vor allem von der Länge der Fahrten ab, die ein Zug bedient.

Auf ganz kurzen Strecken mag der Verzicht auf eine Toilette vertretbar sein.

Auf längeren Fahrten dagegen ist eine saubere und zugängliche Toilette unverzichtbar.

So gilt es, nach der Strecke mit Augenmaß zu entscheiden, wo eine Toilette nötig ist.

Pro und Contra

Dafür

+  Eine Toilette ist auf längeren Fahrten eine schlichte Frage der Würde.

+  Kinder, ältere Menschen und Kranke sind besonders auf sie angewiesen.

+  Man weiß nicht immer vorher, wie lange man tatsächlich unterwegs sein wird.

+  Für Menschen mit Behinderung ist eine barrierefreie Toilette unverzichtbar.

Dagegen

  Eine Toilette kostet Platz, Technik und aufwendige Reinigung.

  Auf ganz kurzen Strecken braucht sie kaum jemand.

  Der Platz ließe sich für mehr Sitze oder Stehplätze nutzen.

  Eine schmutzige oder defekte Toilette nützt am Ende niemandem.

Gut zu wissen

Ob ein bestimmter Zug eine Toilette hat, verrät oft schon die Reiseauskunft. Fernzüge und die meisten Regionalzüge auf längeren Strecken haben eine, während kleine Nahverkehrszüge auf kurzen Strecken und Straßenbahnen häufig ohne auskommen.

Ein Recht für alle

Für Menschen mit bestimmten Erkrankungen ist eine Toilette an Bord nicht nur bequem, sondern notwendig.

Sie können ihre Fahrt oft nur antreten, wenn sie sicher sein dürfen, eine Toilette vorzufinden.

Deshalb ist die Toilette im Zug für manche Reisende die Voraussetzung dafür, überhaupt mitzufahren.

So wird aus der scheinbar nebensächlichen Frage eine des gleichen Rechts auf Mobilität für alle.

Die Toilette und ihre Technik

Die Toiletten in modernen Zügen arbeiten heute mit einem geschlossenen System.

Anders als früher gelangt nichts mehr unmittelbar auf das Gleis, sondern alles in einen Tank.

Dieser Tank wird an bestimmten Orten geleert und die Toilette wieder gereinigt.

So sind die Zugtoiletten von heute weit sauberer und umweltfreundlicher als die von einst.

Unterm Strich

Ob wirklich jeder Zug eine Toilette braucht, lässt sich nicht mit einem schlichten Ja beantworten.

Auf längeren Fahrten ist eine saubere und zugängliche Toilette eine Frage der Würde und unverzichtbar.

Auf ganz kurzen Strecken dagegen mag der Verzicht darauf vertretbar sein.

Wichtiger als die bloße Zahl ist am Ende, dass die vorhandenen Toiletten sauber und für alle nutzbar sind.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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