Standpunkt
„Wer als junger Mensch die Bahn schätzen lernt, bleibt ihr oft ein Leben lang treu – doch günstige Tickets kosten Geld.“
Sollte es günstigere Tickets für junge Menschen geben?
→ Ein Standpunkt über die Frage, ob die Jugend günstiger fahren sollte.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt
Worum es geht
Günstige Tickets für junge Menschen fördern deren Mobilität und gewöhnen sie früh an die Bahn, was ihr langfristig neue Fahrgäste bringt. Doch jede Ermäßigung kostet Einnahmen, die anderswo fehlen. Ob sie sinnvoll ist, hängt davon ab, wie man Förderung und Wirtschaftlichkeit gegeneinander abwägt.
Junge Menschen haben oft wenig Geld, sind aber besonders viel unterwegs, zur Schule, zur Ausbildung oder zu Freunden.
Für sie kann der Preis einer Fahrkarte darüber entscheiden, ob sie überhaupt mit der Bahn fahren.
Ob es deshalb günstigere Tickets eigens für junge Menschen geben sollte, ist eine Frage von großer Bedeutung.

Wenig Geld, viel unterwegs
Junge Menschen befinden sich in einer Zeit, in der sie meist noch wenig Geld zur Verfügung haben.
Zugleich sind sie besonders viel unterwegs, zur Schule, zur Ausbildung oder zum Studium.
Auch in ihrer Freizeit wollen sie zu Freunden, zu Veranstaltungen oder auf Reisen.
So trifft ein hoher Fahrpreis gerade die jungen Menschen an einer empfindlichen Stelle.

Die Bahn früh schätzen lernen
Wer als junger Mensch oft und günstig mit der Bahn fährt, lernt sie früh zu schätzen.
Die Gewohnheit, mit der Bahn zu reisen, prägt sich in jungen Jahren besonders tief ein.
Wer sie einmal gewonnen hat, bleibt der Bahn oft ein Leben lang als Fahrgast treu.
So ist ein günstiges Ticket für die Jugend zugleich eine Investition in die Zukunft der Bahn.
Der Gewinn für die Umwelt
Junge Menschen, die früh mit der Bahn fahren, verzichten eher auf ein eigenes Auto.
Wer die Bahn gewohnt ist, sieht im Auto weniger eine Notwendigkeit als eine Möglichkeit unter vielen.
Das entlastet die Straßen und schont die Umwelt über viele Jahre hinweg.
So dient die Förderung der jungen Fahrgäste am Ende auch dem Schutz des Klimas.
Ein Ticket schon in vielen Ländern
In manchen Ländern gibt es längst besondere und günstige Angebote für junge Menschen.
Mit einer besonderen Karte können sie dort ein ganzes Land bereisen, oft zu einem geringen Preis.
Solche Angebote haben sich als beliebt und wirkungsvoll erwiesen.
Sie zeigen, dass die Förderung der jungen Reisenden durchaus gelingen kann.
Das Argument der Kosten
Gegen günstige Tickets für die Jugend spricht vor allem die Frage der Einnahmen.
Jede Ermäßigung bedeutet, dass die Bahn für dieselbe Fahrt weniger Geld erhält.
Dieses Geld fehlt dann für den Betrieb, für neue Züge oder für die Pflege der Strecken.
So muss man abwägen, wie viel man sich die Förderung der jungen Reisenden kosten lassen will.
Die Frage der Gerechtigkeit
Manche fragen, ob es gerecht ist, ausgerechnet eine Altersgruppe besonders zu begünstigen.
Auch ältere Menschen mit wenig Geld sind schließlich auf günstige Fahrkarten angewiesen.
Warum, so lautet der Einwand, sollte die Jugend hier bessergestellt werden als andere?
Andere entgegnen, dass gerade die Jugend am Anfang ihres Weges besonderer Förderung bedarf.
Wer als jung gilt
Ein günstiges Jugendticket wirft stets die Frage auf, bis zu welchem Alter es gelten soll.
Eine niedrige Grenze umfasst nur Schüler, eine höhere auch Studenten und junge Berufstätige.
Je höher die Grenze, desto mehr junge Menschen profitieren, desto teurer aber wird es auch.
So dreht sich der Streit oft weniger um das Ob als um die richtige Wahl dieser Grenze.
Eine Abwägung mit Augenmaß
Am Ende steht die Frage zwischen der Förderung der Jugend und den Einnahmen der Bahn.
Günstige Tickets für junge Menschen fördern ihre Mobilität und binden sie früh an die Bahn.
Zugleich darf die Bahn ihre Einnahmen nicht so weit schmälern, dass anderes darunter leidet.
So gilt es, mit Augenmaß ein Angebot zu finden, das der Jugend hilft und die Bahn trägt.
Pro und Contra
Dafür
+ Junge Menschen haben wenig Geld, sind aber besonders viel unterwegs.
+ Wer früh mit der Bahn fährt, bleibt ihr oft ein Leben lang treu.
+ Junge Bahnfahrer verzichten eher auf ein eigenes Auto, was der Umwelt nützt.
+ In vielen Ländern haben sich günstige Jugendtickets bereits bewährt.
Dagegen
− Jede Ermäßigung kostet Einnahmen, die für den Betrieb fehlen.
− Auch andere Gruppen mit wenig Geld sind auf günstige Tickets angewiesen.
− Es ist schwer zu entscheiden, bis zu welchem Alter das Ticket gelten soll.
− Die Förderung einer einzelnen Gruppe kann als ungerecht empfunden werden.
Praktischer Tipp
Schon heute gibt es für junge Menschen besondere Ermäßigungen, etwa vergünstigte Rabattkarten oder günstigere Sparpreise. Vor einer Reise lohnt sich für Schüler, Studenten und Auszubildende der Blick auf die eigens für sie gedachten Angebote.
Ein Ticket für den ganzen Nahverkehr
Einen großen Schritt für die Mobilität junger Menschen brachte das bundesweite Nahverkehrsticket.
Für einen festen Preis im Monat kann man damit den ganzen Nahverkehr im Land nutzen.
Für Schüler, Auszubildende und Studenten gibt es dieses Ticket vielerorts noch günstiger.
So ist gerade für junge Menschen ein einfaches und bezahlbares Angebot entstanden.
Unterm Strich
Ob es günstigere Tickets für junge Menschen geben sollte, lässt sich nicht mit einem schlichten Ja beantworten.
Für die Mobilität der Jugend und die Zukunft der Bahn wäre ein solches Angebot ein großer Gewinn.
Zugleich kostet jede Ermäßigung Einnahmen, und andere Gruppen haben ähnliche Bedürfnisse.
Der klügste Weg liegt in einem Angebot mit Augenmaß, das die Jugend fördert, ohne die Bahn zu überfordern.
Weiterfahrt
→ Welche Ticketarten gibt es? – Fahrkarten im Überblick
→ Welche BahnCard lohnt sich? – Rabattkarten der Bahn
