Ortstermin
„Nächster Halt: Goslar. Vom Bahnsteig bis zum Weltkulturerbe sind es nur ein paar Minuten zu Fuß.“
Ortstermin: Bahnhof Goslar
→ Ein Bahnhof von 1866 am Rand des Harzes – Tor zu einer Welterbe-Stadt.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Goslar ging 1866 in Betrieb. Er hat fünf Gleise und ist das Tor zur Altstadt von Goslar und zum Erzbergwerk Rammelsberg – beide zusammen seit 1992 UNESCO-Weltkulturerbe.
Goslar am Nordrand des Harzes ist eine der besterhaltenen Altstädte Deutschlands, mit tausend Fachwerkhäusern und einer über tausendjährigen Geschichte als Kaiserstadt. Sein Bahnhof ist der nüchterne, praktische Gegenpol zu diesem mittelalterlichen Kern – und zugleich dessen wichtigstes Tor.

Am 23. März 1866 eröffnete die Hannoversche Staatsbahn die Strecke von Vienenburg nach Goslar. Damit war die alte Bergstadt ans wachsende Eisenbahnnetz angeschlossen und für Reisende wie für den Erztransport viel leichter erreichbar.

Das Empfangsgebäude war bei der Eröffnung erst teilweise fertig. Die Bauarbeiten zogen sich bis 1877, und um 1900 folgte ein Umbau. So trägt der Bau die Spuren mehrerer Jahrzehnte – ein Mittelteil, seitliche Anbauten, spätere Ergänzungen.

Ein Knoten am Harzrand
Nach und nach wurde Goslar zum Knotenpunkt. 1883 kam die Strecke von Hildesheim hinzu, 1912 die Verbindung nach Bad Harzburg. Damit war die Stadt von mehreren Seiten ans Netz angebunden und wurde zum Umsteigepunkt am Nordharz.

Die Strecke nach Bad Harzburg von 1912 verbindet bis heute zwei der bekanntesten Harz-Bahnhöfe. Wer die Region mit der Bahn erkundet, kommt an Goslar als Drehscheibe kaum vorbei.

Bahnhof Goslar in Zahlen
1866
Eröffnung
Hannoversche Staatsbahn
5 Gleise
am Bahnsteig
1912
Strecke nach Bad Harzburg
der Harz-Nachbar
Welterbe
gleich nebenan
Altstadt & Rammelsberg
Quelle: Deutsche Bahn, Stadt Goslar.

Tor zum Weltkulturerbe
Seit 1992 ist die Altstadt von Goslar zusammen mit dem Erzbergwerk Rammelsberg UNESCO-Weltkulturerbe. Im Rammelsberg wurde über tausend Jahre lang Erz abgebaut – ein Reichtum, der die Stadt einst groß machte.

Vom Bahnhof sind es nur wenige Gehminuten bis in die Gassen mit ihren kunstvoll verzierten Fachwerkhäusern, dem Marktplatz und der Kaiserpfalz. Der Kontrast zwischen dem sachlichen Bahnhof und der mittelalterlichen Pracht könnte kaum größer sein.

Für viele Besucher beginnt der Goslar-Besuch deshalb genau hier, am Bahnhof. Er ist die Schwelle: Hinter dem Bahnsteig beginnt eine Stadt, die aussieht wie vor vielen hundert Jahren. Man muss nur ein paar Schritte gehen.

Heute halten in Goslar vor allem Regionalzüge, die die Stadt mit Hannover, Braunschweig und dem Harzumland verbinden. Als Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge in den Harz ist der Bahnhof das ganze Jahr über gut besucht.

So verbindet der Bahnhof Goslar, was einen guten Ortstermin ausmacht: ein Gebäude aus mehreren Epochen, eine bewegte Rolle als Knotenpunkt am Harzrand und die kurze, magische Distanz zwischen nüchternem Bahnsteig und tausendjähriger Welterbe-Stadt.
Häufige Fragen
Wie alt ist der Bahnhof?
Was kann man von hier erreichen?
Hängt Goslar mit Bad Harzburg zusammen?
Wie viele Gleise hat der Bahnhof?
Welche Züge halten in Goslar?
Die Kaiserstadt und ihr Erz
Goslars Reichtum kam einst aus dem Berg. Im Rammelsberg wurde über tausend Jahre lang Erz gefördert – Silber, Kupfer, Blei. Dieser Schatz machte die Stadt im Mittelalter zu einer der wichtigsten Deutschlands, in der Kaiser Hof hielten.
Die Eisenbahn kam spät, aber zur rechten Zeit: 1866, als Bergbau und Industrie neue, schnelle Transportwege brauchten. Der Bahnhof war damit von Anfang an mehr als ein Personenhalt – er diente auch dem Erz und den Gütern.
Heute ist der Bergbau Geschichte, der Rammelsberg ein vielbesuchtes Museum. Doch die Bahn blieb. Sie bringt nun statt Erz vor allem Besucher in die Stadt, die das mittelalterliche Erbe bestaunen wollen.
Wer den Bahnhofsvorplatz verlässt, taucht binnen Minuten in dieses Erbe ein: Marktplatz, Kaiserpfalz, Gildehäuser, alles dicht beieinander. Goslar zählt zu den Städten, in denen sich Geschichte fast mit Händen greifen lässt.
So ist der Bahnhof das nüchterne Vorzimmer zu einem Freilichtmuseum deutscher Geschichte – ein Kontrast, der jeden Ortstermin hier zu etwas Besonderem macht.
Auffällig ist auch, wie selbstverständlich Bahn und Welterbe hier zusammenspielen. Kaum eine andere deutsche Stadt bringt Reisende so direkt an den Rand eines UNESCO-Erbes wie Goslar.
Der Bahnhof selbst wird darüber leicht übersehen – zu Unrecht. Er ist der stille Türöffner, ohne den die tausend Fachwerkhäuser für viele Besucher gar nicht so bequem erreichbar wären.
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Bahnhof Bad Harzburg – der Harz-Nachbar an der Strecke von 1912
→ Ortstermin: Bahnhof Bamberg – noch ein Bahnhof an einer Welterbe-Stadt
→ Ortstermin: Bahnhof Wernigerode – die andere Seite des Harzes
