Ortstermin: Bahnhof Goslar

Ortstermin

„Nächster Halt: Goslar. Vom Bahnsteig bis zum Weltkulturerbe sind es nur ein paar Minuten zu Fuß.“

Ortstermin: Bahnhof Goslar

→ Ein Bahnhof von 1866 am Rand des Harzes – Tor zu einer Welterbe-Stadt.

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Kurz gesagt

Der Bahnhof Goslar ging 1866 in Betrieb. Er hat fünf Gleise und ist das Tor zur Altstadt von Goslar und zum Erzbergwerk Rammelsberg – beide zusammen seit 1992 UNESCO-Weltkulturerbe.

Goslar am Nordrand des Harzes ist eine der besterhaltenen Altstädte Deutschlands, mit tausend Fachwerkhäusern und einer über tausendjährigen Geschichte als Kaiserstadt. Sein Bahnhof ist der nüchterne, praktische Gegenpol zu diesem mittelalterlichen Kern – und zugleich dessen wichtigstes Tor.

Empfangsgebäude des Bahnhofs Goslar
Foto: Ymblanter, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Am 23. März 1866 eröffnete die Hannoversche Staatsbahn die Strecke von Vienenburg nach Goslar. Damit war die alte Bergstadt ans wachsende Eisenbahnnetz angeschlossen und für Reisende wie für den Erztransport viel leichter erreichbar.

Bahnhof Goslar, Gebäude
Foto: GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Empfangsgebäude war bei der Eröffnung erst teilweise fertig. Die Bauarbeiten zogen sich bis 1877, und um 1900 folgte ein Umbau. So trägt der Bau die Spuren mehrerer Jahrzehnte – ein Mittelteil, seitliche Anbauten, spätere Ergänzungen.

Bahnhof Goslar, Ansicht
Foto: Klaaschwotzer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Knoten am Harzrand

Nach und nach wurde Goslar zum Knotenpunkt. 1883 kam die Strecke von Hildesheim hinzu, 1912 die Verbindung nach Bad Harzburg. Damit war die Stadt von mehreren Seiten ans Netz angebunden und wurde zum Umsteigepunkt am Nordharz.

Bahnhof Goslar, weitere Ansicht
Foto: Klaaschwotzer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Strecke nach Bad Harzburg von 1912 verbindet bis heute zwei der bekanntesten Harz-Bahnhöfe. Wer die Region mit der Bahn erkundet, kommt an Goslar als Drehscheibe kaum vorbei.

Bahnhof Goslar, Gebäudeansicht
Foto: Klaaschwotzer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bahnhof Goslar in Zahlen

1866

Eröffnung

Hannoversche Staatsbahn

5 Gleise

am Bahnsteig

1912

Strecke nach Bad Harzburg

der Harz-Nachbar

Welterbe

gleich nebenan

Altstadt & Rammelsberg

Quelle: Deutsche Bahn, Stadt Goslar.

Bahnsteige am Bahnhof Goslar
Foto: Ymblanter, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Tor zum Weltkulturerbe

Seit 1992 ist die Altstadt von Goslar zusammen mit dem Erzbergwerk Rammelsberg UNESCO-Weltkulturerbe. Im Rammelsberg wurde über tausend Jahre lang Erz abgebaut – ein Reichtum, der die Stadt einst groß machte.

Bahnhof Goslar, Detail
Foto: GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Vom Bahnhof sind es nur wenige Gehminuten bis in die Gassen mit ihren kunstvoll verzierten Fachwerkhäusern, dem Marktplatz und der Kaiserpfalz. Der Kontrast zwischen dem sachlichen Bahnhof und der mittelalterlichen Pracht könnte kaum größer sein.

Bahnhof Goslar, Seitenansicht
Foto: GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Für viele Besucher beginnt der Goslar-Besuch deshalb genau hier, am Bahnhof. Er ist die Schwelle: Hinter dem Bahnsteig beginnt eine Stadt, die aussieht wie vor vielen hundert Jahren. Man muss nur ein paar Schritte gehen.

Bahnhof Goslar, Bahnsteigbereich
Foto: GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Heute halten in Goslar vor allem Regionalzüge, die die Stadt mit Hannover, Braunschweig und dem Harzumland verbinden. Als Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge in den Harz ist der Bahnhof das ganze Jahr über gut besucht.

Bahnhofsschild am Bahnhof Goslar
Foto: David Short from Windsor, UK, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

So verbindet der Bahnhof Goslar, was einen guten Ortstermin ausmacht: ein Gebäude aus mehreren Epochen, eine bewegte Rolle als Knotenpunkt am Harzrand und die kurze, magische Distanz zwischen nüchternem Bahnsteig und tausendjähriger Welterbe-Stadt.

Häufige Fragen

Wie alt ist der Bahnhof?
Die erste Strecke nach Goslar wurde 1866 eröffnet. Das Empfangsgebäude wurde bis 1877 fertiggestellt und um 1900 umgebaut.
Was kann man von hier erreichen?
Die Altstadt von Goslar und das Erzbergwerk Rammelsberg – zusammen UNESCO-Weltkulturerbe – liegen wenige Minuten entfernt.
Hängt Goslar mit Bad Harzburg zusammen?
Ja, über die 1912 eröffnete Strecke. Beide Bahnhöfe liegen am Nordrand des Harzes.
Wie viele Gleise hat der Bahnhof?
Fünf Bahnsteiggleise. Über die Jahrzehnte wurde Goslar zum Knotenpunkt mehrerer Strecken.
Welche Züge halten in Goslar?
Vor allem Regionalzüge Richtung Hannover, Braunschweig und ins Harzumland. Als Ausflugsbahnhof ist er ganzjährig gut besucht.

Die Kaiserstadt und ihr Erz

Goslars Reichtum kam einst aus dem Berg. Im Rammelsberg wurde über tausend Jahre lang Erz gefördert – Silber, Kupfer, Blei. Dieser Schatz machte die Stadt im Mittelalter zu einer der wichtigsten Deutschlands, in der Kaiser Hof hielten.

Die Eisenbahn kam spät, aber zur rechten Zeit: 1866, als Bergbau und Industrie neue, schnelle Transportwege brauchten. Der Bahnhof war damit von Anfang an mehr als ein Personenhalt – er diente auch dem Erz und den Gütern.

Heute ist der Bergbau Geschichte, der Rammelsberg ein vielbesuchtes Museum. Doch die Bahn blieb. Sie bringt nun statt Erz vor allem Besucher in die Stadt, die das mittelalterliche Erbe bestaunen wollen.

Wer den Bahnhofsvorplatz verlässt, taucht binnen Minuten in dieses Erbe ein: Marktplatz, Kaiserpfalz, Gildehäuser, alles dicht beieinander. Goslar zählt zu den Städten, in denen sich Geschichte fast mit Händen greifen lässt.

So ist der Bahnhof das nüchterne Vorzimmer zu einem Freilichtmuseum deutscher Geschichte – ein Kontrast, der jeden Ortstermin hier zu etwas Besonderem macht.

Auffällig ist auch, wie selbstverständlich Bahn und Welterbe hier zusammenspielen. Kaum eine andere deutsche Stadt bringt Reisende so direkt an den Rand eines UNESCO-Erbes wie Goslar.

Der Bahnhof selbst wird darüber leicht übersehen – zu Unrecht. Er ist der stille Türöffner, ohne den die tausend Fachwerkhäuser für viele Besucher gar nicht so bequem erreichbar wären.

Weiterfahrt

Ortstermin: Bahnhof Bad Harzburg – der Harz-Nachbar an der Strecke von 1912

Ortstermin: Bahnhof Bamberg – noch ein Bahnhof an einer Welterbe-Stadt

Ortstermin: Bahnhof Wernigerode – die andere Seite des Harzes

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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