Triebkopf: Die Lok am Ende des ICE

Ich verstehe nur Bahnhof

„Ganz vorn im ICE, hinter der spitzen Nase, sitzt kein einziger Fahrgast – dort steckt die geballte Kraft.“

Triebkopf: Die Lok am Ende des ICE

→ Alles über die kraftvolle Spitze der älteren ICE.

Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon

Kurz gesagt

Ein Triebkopf ist die angetriebene Einheit an der Spitze und am Ende der älteren ICE. In ihm steckt der gesamte Antrieb, doch er befördert keine Reisenden. Zwischen den beiden Triebköpfen an den Enden liegen die Wagen mit den Sitzplätzen. Moderne Züge verteilen den Antrieb dagegen über den ganzen Zug.

Wer an der Spitze eines ICE steht, blickt auf eine lange, elegant geformte Nase.

Was viele nicht wissen: In diesem vordersten Teil des Zuges sitzt kein einziger Reisender.

Diese angetriebene Spitze der älteren ICE trägt einen eigenen Namen und heißt Triebkopf.

152 147 mit Güterzug des Kombinierten Ladungsverkehrs (KLV) und ICE (Bau
Foto: Joachim Seyferth, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die Kraft an der Spitze

Ein Triebkopf ist die angetriebene Einheit an den beiden Enden eines älteren ICE.

In ihm steckt der gesamte Antrieb des Zuges mit seinen kräftigen Motoren.

Von hier aus wird der ganze lange Zug gezogen und geschoben zugleich.

So ist der Triebkopf gewissermaßen die geballte Kraft an der Spitze und am Ende des Zuges.

Bahnhofsuhr, Bergbahnhof Wendelsteinbahn
Foto: Geogast, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Kopf ohne Reisende

Anders als die übrigen Wagen befördert der Triebkopf keine einzigen Reisenden.

Sein Inneres ist vollständig mit der Technik des Antriebs ausgefüllt.

Motoren, Transformatoren und Bremsen nehmen den ganzen Raum in Anspruch.

Für Sitzplätze bleibt in diesem kraftvollen Teil des Zuges deshalb kein Platz.

Gut zu wissen

Ein älterer ICE hat zwei Triebköpfe, einen an jedem Ende. In ihnen steckt der gesamte Antrieb, doch sie befördern keine Reisenden. Dazwischen liegen die Wagen mit den Sitzplätzen.

Moderne ICE haben keinen Triebkopf mehr. Ihr Antrieb ist über den ganzen Zug verteilt, was das Gewicht besser verteilt und an den Enden Platz für Reisende schafft.

Zwei Triebköpfe an den Enden

Ein älterer ICE hat gleich zwei solcher Triebköpfe, einen an jedem Ende des Zuges.

Zwischen ihnen liegen die vielen Wagen mit den Sitzplätzen für die Reisenden.

Der eine Triebkopf zieht den Zug voran, der andere schiebt ihn von hinten.

So arbeiten die beiden Köpfe zusammen, um den langen Zug in Bewegung zu halten.

Fahren in beide Richtungen

Weil an jedem Ende ein Triebkopf mit einem Führerstand sitzt, muss der Zug nie gewendet werden.

Am Ende der Strecke wechselt das Personal einfach in den Führerstand am anderen Ende.

Was eben noch hinten war, ist nun vorne, und der Zug kann in die Gegenrichtung fahren.

So verbindet der Triebkopf die geballte Kraft mit der Bequemlichkeit des raschen Wendens.

Der Nachteil des schweren Kopfes

So kraftvoll der Triebkopf ist, er bringt auch einen gewichtigen Nachteil mit sich.

Denn die gesamte Technik an einem Ende macht den Triebkopf außerordentlich schwer.

Dieses hohe Gewicht an nur einer Stelle drückt stark auf die Schienen.

Zudem gehen die beiden Triebköpfe als Raum für Sitzplätze verloren.

Der Weg zum verteilten Antrieb

Aus diesen Nachteilen entstand die Idee, den Antrieb anders im Zug unterzubringen.

Statt ihn in zwei schweren Köpfen zu bündeln, verteilte man ihn über den ganzen Zug.

Bei den neueren ICE sitzen die Motoren unter den einzelnen Wagen.

So verschwand der Triebkopf bei diesen Zügen zugunsten des verteilten Antriebs.

Der Vorteil der neuen Bauart

Der verteilte Antrieb bringt gegenüber dem Triebkopf mehrere Vorteile mit sich.

Das Gewicht verteilt sich gleichmäßiger und schont dadurch die Gleise.

Zugleich steht auch an den Enden des Zuges Platz für Reisende zur Verfügung.

So ist die neuere Bauart oft leichter und bietet mehr Sitzplätze als die mit den Triebköpfen.

Ein Stück ICE-Geschichte

Der Triebkopf gehört fest zur Geschichte des ICE und seiner ersten Bauarten.

Ihm verdanken die ersten schnellen Züge ihre kraftvolle und unverwechselbare Gestalt.

Auch wenn die neueren Züge ihn nicht mehr haben, prägt er das Bild des ICE bis heute.

Wer die kraftvolle Spitze ohne Sitzplätze kennt, versteht ein wichtiges Stück der Technik des Zuges.

Der Triebkopf im Museum

Weil die ältesten ICE nach und nach ausgemustert werden, sind manche schon zu Museumsstücken geworden.

In einigen Eisenbahnmuseen kann man einen solchen Triebkopf aus der Nähe betrachten.

Ohne die Wagen dahinter wirkt er wie eine eigenständige, besonders elegante Lokomotive.

So bleibt ein Stück der frühen ICE-Geschichte für die Nachwelt anschaulich erhalten.

Ein unverwechselbares Bild

Der lange, elegant geformte Triebkopf hat das Bild des ICE über Jahrzehnte geprägt.

Seine spitze Nase wurde für viele Menschen zum Sinnbild des schnellen Reisens auf der Schiene.

Bis heute erkennt man die ersten Bauarten des ICE sofort an dieser unverwechselbaren Form.

So lebt der Triebkopf im Bild des schnellen Zuges fort, auch wo die neueren Züge ihn nicht mehr haben.

Häufige Fragen

Was ist ein Triebkopf?
Die angetriebene Einheit an den Enden älterer ICE. In ihm steckt der gesamte Antrieb, doch er befördert keine Reisenden. Dazwischen liegen die Wagen mit den Sitzen.
Warum sitzen dort keine Reisenden?
Weil das Innere des Triebkopfs vollständig mit der Technik des Antriebs ausgefüllt ist. Motoren, Transformatoren und Bremsen nehmen den ganzen Raum ein.
Wie viele Triebköpfe hat ein ICE?
Die älteren Bauarten haben zwei, einen an jedem Ende. Der eine zieht den Zug voran, der andere schiebt ihn. So muss der Zug am Streckenende nie gewendet werden.
Warum haben moderne ICE keinen Triebkopf?
Weil ihr Antrieb über den ganzen Zug verteilt ist. Das verteilt das Gewicht besser, schont die Gleise und schafft auch an den Enden Platz für Reisende.
Was ist der Nachteil des Triebkopfs?
Sein hohes Gewicht an nur einer Stelle drückt stark auf die Schienen. Zudem gehen die beiden Triebköpfe als Raum für Sitzplätze verloren.

Weiterfahrt

Was ist ein Triebzug? – Antrieb über den ganzen Zug

Wie schwer ist ein ICE? – das Gewicht des Zuges

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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