Trassenpreis: Die Maut, die jeder Zug bezahlt

Ich verstehe nur Bahnhof · Das Wörterbuch · Begriff 027

Trassenpreis

→ Übersetzt: Maut für die Schiene. Zahlbar pro Kilometer.

Lesezeit: 5 Minuten · Das System Bahn

Die 30-Sekunden-Antwort

Der Trassenpreis ist die Gebühr dafür, dass ein Zug ein Stück Schiene benutzen darf. Bezahlt wird pro Kilometer an den Netzbetreiber. Jedes Unternehmen zahlt denselben Tarif. Das Geld fließt in den Erhalt des Netzes. Steigt der Trassenpreis, steigen am Ende auch die Ticketpreise.

Auf der Autobahn zahlen LKW eine Maut. Das kennen die meisten.

Auf der Schiene zahlt jeder Zug eine. Auch der Regionalzug mit zwölf Fahrgästen.

Diese Gebühr heißt Trassenpreis. Sie ist einer der größten Posten im ganzen System.

Und sie steckt in jedem Ticket, das du kaufst.

Dahinter steckt ein Kreislauf, der viele Fachleute nervös macht. Er kommt am Ende.

Was ist eine Trasse?

Eine Trasse ist kein Stück Gleis. Sie ist ein Zeitfenster auf einem Gleis.

Der Vergleich mit dem Flughafen passt gut. Auch dort kauft man keine Landebahn, sondern eine Startzeit.

Diese Zeitfenster sind der eigentliche Engpass im System. Auf einer vollen Strecke sind sie hart umkämpft.

Der Personenverkehr hat dabei meist Vorrang. Güterzüge fahren deshalb oft nachts.

Wer einen Zug fahren lassen will, muss dieses Fenster beantragen. Ein Jahr im Voraus.

Der Netzbetreiber prüft dann alle Anfragen. Er baut daraus den Fahrplan für ganz Deutschland.

Bekommst du die Trasse, gehört dir dieses Zeitfenster. Und du zahlst dafür pro gefahrenem Kilometer.

Bezahlt wird auch dann, wenn kaum jemand mitfährt. Die Gebühr hängt nicht an deiner Auslastung.

Genau das macht schwach genutzte Strecken so schwierig. Der leere Zug kostet fast dasselbe wie der volle.

Wie dieser Preis entsteht, erklärt dieses Video. Es kommt aus der Perspektive der Güterbahnen.

Video: „Was sind Trassenpreise?“ vom Kanal DIE GÜTERBAHNEN.

Warum es diese Gebühr gibt

Der Grund ist Fairness. Das Netz gehört einer Firma, aber fahren dürfen alle.

Damit die Konkurrenz eine Chance hat, müssen die Preise für alle gleich sein. Auch für die eigenen Züge des Konzerns.

Diese Trennung ist der Kern der europäischen Bahnreform. Mehr dazu steht hier: Wer ist eigentlich die Bahn?

Mit den Einnahmen soll der Netzbetreiber sein Netz in Schuss halten. So war die Idee.

In der Praxis reichte das Geld nie aus. Jahrzehntelang wurde weniger investiert als nötig.

Was den Preis bestimmt

Nicht jeder Kilometer kostet gleich viel. Mehrere Faktoren spielen hinein.

Eine Schnellfahrstrecke ist teurer als eine Nebenbahn. Sie hat mehr Technik und höhere Unterhaltskosten.

Auch die Tageszeit zählt. Eine begehrte Trasse am Morgen kostet mehr als eine nachts um drei.

Dazu kommt das Gewicht des Zuges. Ein schwerer Güterzug beansprucht die Gleise stärker als ein Triebwagen.

Leisere Wagen bekommen dagegen einen Bonus. Damit sollen laute Güterzüge verschwinden.

Der Kreislauf

Jetzt die Auflösung vom Anfang.

Das Netz ist marode und muss saniert werden. Das kostet enorm viel Geld.

Ein Teil davon wird über die Trassenpreise hereingeholt. Also steigen sie deutlich.

Der Kreis schließt sich

1. Das Netz braucht Geld

Jahrzehnte des Sparens müssen aufgeholt werden. Der Trassenpreis steigt.

2. Fahren wird teurer

Jeder Betreiber zahlt mehr pro Kilometer. Das gilt für Personen- und Güterverkehr.

3. Du zahlst mit

Die Kosten landen im Ticketpreis. Oder Verbindungen werden gestrichen, weil sie sich nicht mehr lohnen.

Genau hier liegt das Dilemma. Ein besseres Netz macht das Bahnfahren erst einmal teurer.

Besonders hart trifft es den Güterverkehr. Er konkurriert direkt mit dem LKW auf der Straße.

Wird die Schiene zu teuer, wandert die Ware auf die Autobahn. Das ist das Gegenteil des politischen Ziels.

Deshalb wird über Zuschüsse gestritten. Der Staat kann die Preise dämpfen, wenn er zahlt.

„Diese Verbindung entfällt dauerhaft.“

→ Sie hat sich nicht mehr gerechnet. Die Schiene war zu teuer.

Der Chefübersetzer sagt

„Der Zug zahlt Maut dafür, dass er auf kaputten Gleisen langsam fahren darf. Die Reparatur bezahlt er gleich mit.“

Das heißt für dich am Gleis

1. Steigende Ticketpreise haben oft hier ihren Ursprung. Es ist selten reine Gier.

2. Gestrichene Verbindungen folgen derselben Logik. Wenig genutzte Linien rechnen sich zuerst nicht mehr.

3. Wer trotzdem sparen will, bucht früh. Die Sparpreise gibt es weiterhin.

Weiterfahrt

Wer ist eigentlich die Bahn? – Begriff 015 im Wörterbuch

Generalsanierung – Begriff 020

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Demnächst auf der Tafel: Güterverkehr · Ausschreibung · Regionalisierungsmittel

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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