Ortstermin
„Endstation Kurort Altenberg im Erzgebirge, bitte alle aussteigen, Anschluss an die Busse gleich neben dem Empfangsgebäude.“
Der Bahnhof Altenberg, wo die Müglitztalbahn den Kamm des Erzgebirges erreicht
→ Ein Ortstermin im Osterzgebirge.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Altenberg wurde am 10. November 1923 als Endpunkt einer Schmalspurbahn eröffnet und bis 1938 für die Normalspur neu gebaut. Als einer der ersten Bahnhöfe Deutschlands bekam er Lichtsignale statt Formsignalen, was vor allem mit den extremen Wetterbedingungen im Winter begründet wurde.
Altenberg liegt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge auf dem Kamm des Osterzgebirges, und der Hauptort ist seit 2016 ein Luftkurort.
Über Jahrhunderte prägte der Zinnerzbergbau die Stadt, denn um 1440 wurden Bergleute hier fündig und stießen auf die bedeutendste Zinnlagerstätte Mitteleuropas.
Im 20. Jahrhundert wurde Altenberg wegen seiner schneesicheren Lage und des Bahnanschlusses zum Wintersportzentrum im Osterzgebirge.

Zu steil für die Schmalspurloks
Seit 1890 fuhr eine Schmalspurbahn von Heidenau durch das Müglitztal bis Geising, und schon bald wurde immer wieder eine Verlängerung bis Altenberg gefordert.
Zunächst lehnte man das ab, weil die damaligen sächsischen Schmalspurlokomotiven für den großen Höhenunterschied nicht stark genug waren.
1910 schlug das sächsische Finanzministerium dem Landtag den Bau der Strecke vor, eine weitere Verlängerung bis Moldava oder Hermsdorf-Rehefeld, wie sie die Stadt Altenberg forderte, lehnte es aber ab.
1914 wurde die Verlängerung genehmigt, doch wegen des Ersten Weltkriegs begannen die Bauarbeiten erst 1919 als Notstandsarbeiten.

Ein Holzhaus als Endstation
Der Bahnhof Altenberg entstand im Jahr 1923 und wurde am 10. November 1923 zusammen mit der Strecke von Geising feierlich eröffnet.
Aus Kostengründen baute man statt eines geplanten zweistöckigen Empfangsgebäudes nur einen einfachen Holzbau.
Dieses Holzhaus gibt es noch heute, es dient inzwischen als Museum.
Im Heizhaus waren zwei Lokomotiven stationiert, und auf der Strecke fuhren Dampfloks der Baureihe 99.67–71.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Kurort Altenberg (Erzgeb) ist Endpunkt der Müglitztalbahn von Heidenau. Er wurde 1923 für die Schmalspurbahn eröffnet und 1938 für die Normalspur neu gebaut.
Werktags fahren die Züge im Stundentakt, am Wochenende alle zwei Stunden. Der Busbahnhof liegt seit 2002 direkt am Empfangsgebäude.
Umbau auf Normalspur
Verheerende Hochwasser in den Jahren 1897 und 1927, viele unbeschrankte Bahnübergänge und immer mehr Güter und Fahrgäste zeigten die Grenzen der Schmalspurbahn.
Im September 1934 beschloss der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft deshalb, die Strecke auf Normalspur umzubauen und sie für einen besseren Hochwasserschutz höher zu legen.
Am 15. August 1938 wurde der Schmalspurbahnhof in Altenberg zusammen mit dem Abschnitt bis Lauenstein außer Betrieb genommen.
Für die Reichsbahn war die neue Strecke das „neue Tor zum Osterzgebirge“, das die Wintersportregion Altenberg „zum Sportplatz vor den Toren der Reichshauptstadt“ machen sollte.

Heimatstil mit Zwiebelturm
In Altenberg entstand ein neues Empfangsgebäude im Heimatstil mit Zwiebelturm und Uhrwerk.
Mit Blick auf den starken Wintersportverkehr erhielt der Bahnhof vier Bahnsteiggleise und einen Lokbahnhof mit zweiständigem Lokschuppen, Werkstatt und einem Wasserbehälter für 150 Kubikmeter unter dem Dach.
Am 24. Dezember 1938 fuhr der erste planmäßige Reisezug in Altenberg ein.
Weil ein Erdrutsch am 14. Dezember 1938 die neue Strecke verschüttet hatte, war zwischen Niederschlottwitz und Glashütte aber noch bis zum 26. April 1939 ein Ersatzverkehr nötig.

Lichtsignale gegen den Winter
Altenberg war vor 1945 einer der ersten Bahnhöfe in Deutschland, an dem Lichtsignale statt der üblichen Formsignale standen.
Begründet wurde das vor allem mit den extremen Wetterbedingungen im Winter auf dem Kamm des Osterzgebirges.
Ab dem 26. April 1939 waren die Lokomotiven 84 005 und 84 008 als erste planmäßige Maschinen in Altenberg beheimatet, dazu kamen Triebwagen.
Eine Besonderheit waren zusätzliche Wintersportzüge, die nur bei passenden Wintersportbedingungen eingelegt wurden.

Kriegsende und Uranbergbau
Gegen Kriegsende wurden mehrere Dieselschnelltriebzüge auf den Reservegleisen in Altenberg abgestellt.
Bei Luftangriffen am Ende des Krieges brannte das Empfangsgebäude aus, und die Gleisanlagen wurden beschädigt.
Ab dem Sommer 1950 baute die Wismut in Bärenhecke Uranerz ab, und die Schichtzüge für die Bergleute wurden in Altenberg stationiert.
Zur gleichen Zeit wechselte man bei der Befeuerung der Loks von Steinkohle auf Braunkohle, wofür die vierfache Menge Kohle nötig war.

Von der Dampflok zum Triebwagen
Im Sommer 1967 kamen die ersten Diesellokomotiven der Baureihe V 100 auf die Strecke, und ab dem 28. September 1968 fuhren nur noch Dieselloks.
Am 17. Mai 1999 begann eine umfassende Erneuerung der Müglitztalbahn, bei der auch Güter- und Anschlussgleise zurückgebaut wurden.
In Altenberg wurde das vierte Gleis stillgelegt, und auf dem Gelände entstand bis 2002 ein neuer Busbahnhof direkt am Empfangsgebäude.
Am 8. Oktober 1999 wurde die Strecke feierlich wiedereröffnet, und nun fuhren neue Triebwagen der Baureihe 643.

Das Hochwasser von 2002
Das Hochwasser im August 2002 traf den Bahnhof Altenberg selbst nicht, zerstörte aber die Strecke im Müglitztal so stark, dass der Betrieb ab dem 12. August 2002 für mehr als ein Jahr ruhte.
Ein Triebwagen konnte die zerstörten Abschnitte nicht mehr passieren und wurde im Oktober 2002 in zwei Teilen auf Tiefladern über die Straße abtransportiert.
Erst ab dem 20. Dezember 2003 war Altenberg wieder planmäßig mit dem Zug erreichbar, und heute fahren die Züge werktags im Stundentakt mit einer Kreuzung in Glashütte und am Wochenende alle zwei Stunden.
Der alte Lokschuppen steht als Kulturdenkmal unter Schutz, doch Anfang 2019 stürzte sein Dach ein.

Ankommen in Altenberg
Vom Bergbau erzählt die Altenberger Pinge, ein Einsturztrichter, der im Jahr 1620 entstand.
Das 1957 eröffnete Bergbaumuseum liegt in einer Zinnpochwäsche aus dem 16. Jahrhundert und zeigt zusammen mit dem 180 Meter langen Neubeschert-Glück-Stollen den Weg des Zinns vom Abbau bis zur Aufbereitung.
Im Ortsteil Zinnwald-Georgenfeld führt seit 1992 ein Besucherbergwerk in den Tiefe-Bünau-Stollen aus dem Jahr 1686.
Rund um die Stadt locken der Geisingberg, der Kahleberg, das Georgenfelder Hochmoor und der Botanische Garten Schellerhau.

Häufige Fragen
Seit wann fährt die Bahn nach Altenberg?
Warum wurde die Strecke auf Normalspur umgebaut?
Was ist am Bahnhof Altenberg besonders?
Wie oft fahren Züge nach Altenberg?
Was ist die Altenberger Pinge?
Weiterfahrt
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→ Ortstermin: Dresden Hauptbahnhof – die Landeshauptstadt, einst mit durchgehenden Zügen bis Altenberg verbunden
