Ortstermin Dresden Hauptbahnhof: Foster-Membrandach, Kopf- und Durchgangsbahnhof in einem

Bahn-Slam · Ortstermin

„Sehr geehrte Fahrgäste, schauen Sie nach oben: Das Dach über Ihnen hat ein weltberühmter Architekt entworfen.“

Ortstermin: Dresden Hauptbahnhof

→ Ein Bahnhof von 1898 unter einem Dach aus dem 21. Jahrhundert – weich, weiß und lichtdurchlässig.

Lesezeit: 7 Minuten · Ortstermin · Dresden

Kurz gesagt

Der Dresdner Hauptbahnhof ist eine architektonische Besonderheit: Er ist Kopf- und Durchgangsbahnhof zugleich, auf zwei Ebenen. Eröffnet 1898, trägt er seit dem Umbau von 2000 bis 2006 ein spektakuläres Dach des Stararchitekten Norman Foster – eine lichtdurchlässige Membran aus teflonbeschichtetem Glasfasergewebe, 33.000 Quadratmeter groß. Rund 60.000 Reisende nutzen ihn täglich, verteilt auf 16 Bahnsteiggleise. So verbindet der Bahnhof Gründerzeit-Geschichte mit moderner Baukunst unter einem Dach, das tagsüber von selbst leuchtet.

Die meisten Bahnhofshallen sind aus Stahl und Glas, dunkel verstrebt und rußgeschwärzt.

In Dresden ist das anders: Hier wölbt sich ein weiches, weißes Dach über die Gleise, durch das das Tageslicht milchig hereinfällt.

Es sieht aus wie ein aufgespanntes Segel – und stammt von einem der berühmtesten Architekten der Welt.

Darunter verbirgt sich ein Bahnhof, der schon allein durch seine Bauweise aus der Reihe fällt.

Die Bahnsteighalle des Dresdner Hauptbahnhofs
Das lichtdurchlässige Membrandach prägt die Halle. Foto: Bybbisch94, Christian Gebhardt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kopf- und Durchgangsbahnhof zugleich

Dresden ist ein seltener Zwitter.

Die Mittelhalle ist ein Kopfbahnhof: Dort enden sieben Gleise an Prellböcken.

Nord- und Südhalle dagegen haben je drei durchgehende Gleise, teils aufgeständert über der Straße.

So kann der Bahnhof beides: Züge enden lassen und Züge durchfahren – auf verschiedenen Ebenen übereinander.

Der Bahnhof in Zahlen

60.000

Reisende pro Tag

rund 381 Zughalte (2018)

1898

Eröffnung

am 16. April

16

Bahnsteiggleise

Kopf- und Durchgangsgleise

33.000 m²

Membrandach

teflonbeschichtetes Glasfasergewebe

2000–2006

Umbau des Dachs

nach Entwurf von Norman Foster

1978

unter Denkmalschutz

der historische Bau

Quelle: Wikipedia „Dresden Hauptbahnhof“. Reisendenzahl 2018, Zahlen gerundet.

Das Membrandach des Dresdner Hauptbahnhofs
Teflonbeschichtetes Glasfasergewebe: selbstreinigend und lichtdurchlässig. Foto: Bybbisch94, Christian Gebhardt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Dach von Norman Foster

Beim Umbau zwischen 2000 und 2006 bekam der Bahnhof sein heutiges Dach.

Der britische Architekt Norman Foster ersetzte das alte, kriegsbeschädigte Glasdach durch eine Membran aus teflonbeschichtetem Glasfasergewebe.

Das Material lässt Licht durch, ist aber selbstreinigend und leicht – 33.000 Quadratmeter, die über den Gleisen schweben.

Tagsüber braucht die Halle deshalb kaum künstliches Licht; sie leuchtet von selbst.

Innenansicht des Dresdner Hauptbahnhofs
Unter dem hellen Dach wirkt die historische Halle weit und leicht. Foto: Bybbisch94, Christian Gebhardt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Geschichte unter neuem Dach

Der Bahnhof wurde 1898 eröffnet, entworfen von mehreren Architekten der Gründerzeit.

Er überstand Kriege und die DDR-Zeit, in der er zusehends verfiel.

Der Umbau rettete das denkmalgeschützte Gebäude und verband es mit moderner Technik.

So steht Dresden heute für die gelungene Ehe aus alter Substanz und neuer Baukunst.

Gleise und Bahnsteige im Dresdner Hauptbahnhof
Auf zwei Ebenen enden und kreuzen sich die Gleise. Foto: Bybbisch94, Christian Gebhardt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Warum die Zweiteilung?

Dresden liegt an mehreren Strecken, die unterschiedlich verlaufen. Manche enden in der Stadt, andere führen hindurch.

Statt die Reisenden zwischen getrennten Bahnhöfen laufen zu lassen, baute man alles in einen – mit Kopf- und Durchgangsgleisen übereinander.

Das ist selten und macht den Bahnhof für Eisenbahnfreunde besonders reizvoll.

Wenn Sie dort sind

Stellen Sie sich mitten in die Halle und schauen Sie nach oben – das weiße Dach wirkt aus der Nähe noch eindrucksvoller.

Vergleichen Sie die Ebenen: unten die endenden Gleise, oben die durchfahrenden.

Und kommen Sie bei Sonnenschein: Dann leuchtet die ganze Halle wie von innen.

Häufige Fragen zum Dresdner Hauptbahnhof

Was ist am Dresdner Hauptbahnhof besonders?
Er ist Kopf- und Durchgangsbahnhof zugleich, auf zwei Ebenen, und trägt ein lichtdurchlässiges Membrandach von Norman Foster.
Wer hat das Dach entworfen?
Der britische Stararchitekt Norman Foster, beim Umbau zwischen 2000 und 2006. Es besteht aus teflonbeschichtetem Glasfasergewebe, 33.000 Quadratmeter groß.
Wann wurde der Bahnhof eröffnet?
Am 16. April 1898. Das historische Gebäude steht seit 1978 unter Denkmalschutz.
Wie viele Reisende hat er?
Rund 60.000 am Tag, verteilt auf 16 Bahnsteiggleise.
Warum ist es ein Kopf- und Durchgangsbahnhof?
Die Mittelhalle hat endende Kopfgleise, Nord- und Südhalle durchgehende Gleise – so kann der Bahnhof Züge enden lassen und durchfahren, auf verschiedenen Ebenen.
Braucht die Halle tagsüber Licht?
Kaum. Das Membrandach lässt so viel Tageslicht durch, dass die Halle von selbst hell ist.

Quellen

Wikipedia: „Dresden Hauptbahnhof“ – Eröffnung 1898, Kombination aus Kopf- und Durchgangsbahnhof, 16 Gleise, Foster-Membrandach (33.000 m², 2000–2006), Reisendenzahl, Denkmalschutz.

Stand: September 2026. Zahlen gerundet.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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