Stromabnehmer: Der Bügel, der dem Zug den Strom holt

Ich verstehe nur Bahnhof

„Ein Bügel auf dem Dach, der leise an einem Draht entlangschleift – so holt sich der schnellste Zug seine ganze Kraft.“

Stromabnehmer: Der Bügel, der dem Zug den Strom holt

→ Alles über den Bügel auf dem Dach des Zuges.

Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon

Kurz gesagt

Der Stromabnehmer ist der Bügel auf dem Dach eines elektrischen Zuges. Er wird nach oben gedrückt und schleift mit leichtem Druck an der Oberleitung entlang. So holt er den Strom aus dem Draht in den Zug. Sein oberer Teil trägt eine besondere Schleifleiste, die den Verschleiß auf sich nimmt.

Ein elektrischer Zug bezieht seinen Strom aus einem Draht, der über dem Gleis gespannt ist.

Doch wie gelangt der Strom aus diesem Draht eigentlich in den fahrenden Zug hinein?

Diese Aufgabe erfüllt ein unscheinbarer Bügel auf dem Dach, der Stromabnehmer.

0350 Brockenbahn Dampflokomotive
Foto: W. Bulach, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Bügel auf dem Dach

Der Stromabnehmer ist ein Bügel oder ein Gestänge auf dem Dach des Zuges.

Er lässt sich nach oben ausfahren, bis er die Oberleitung über dem Gleis berührt.

Über diese Berührung fließt der Strom aus dem Draht in den Zug hinein.

So ist der Stromabnehmer die entscheidende Verbindung zwischen Draht und Zug.

Dampflokomotive Bautzen 9
Foto: Fiver, der Hellseher, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Immer in Kontakt mit dem Draht

Damit der Strom stetig fließt, muss der Bügel den Draht ununterbrochen berühren.

Eine Feder drückt ihn deshalb mit leichtem, gleichmäßigem Druck nach oben.

So bleibt der Kontakt auch dann bestehen, wenn der Draht in der Höhe leicht schwankt.

Selbst bei hohem Tempo verliert der Bügel die Oberleitung dadurch nicht.

Gut zu wissen

Der Stromabnehmer ist der Bügel auf dem Dach elektrischer Züge. Eine Feder drückt ihn nach oben, sodass er ständig an der Oberleitung schleift und den Strom in den Zug holt.

Ganz oben trägt er eine Schleifleiste, oft aus Kohle. Sie nutzt sich ab und schont so den teuren Draht. Der Lokführer kann den Bügel vom Führerstand aus heben und senken.

Die Schleifleiste am Bügel

Ganz oben trägt der Stromabnehmer eine besondere Leiste, die Schleifleiste.

Sie ist es, die tatsächlich am Draht entlangschleift und den Strom aufnimmt.

Diese Leiste besteht oft aus einem weichen Werkstoff wie Kohle.

So nutzt sich die leicht austauschbare Leiste ab und schont den teuren Draht.

Hoch und runter auf Kommando

Der Stromabnehmer lässt sich vom Führerstand aus heben und senken.

Vor der Fahrt fährt der Lokführer ihn nach oben an die Oberleitung.

Am Ende der Fahrt oder bei einer Störung senkt er ihn wieder ab.

So hat der Lokführer die Verbindung zum Strom stets sicher in der Hand.

Meist nur einer im Einsatz

Viele Züge tragen gleich zwei Stromabnehmer auf ihrem Dach.

Im Betrieb ist aber meist nur einer von ihnen zugleich gehoben.

Der zweite dient als Ersatz oder wird für andere Stromnetze gebraucht.

So ist der Zug für den Fall gerüstet, dass ein Bügel einmal ausfällt.

Ein Funken in der Nacht

Wer nachts einen Zug beobachtet, sieht am Stromabnehmer manchmal ein kurzes Funkeln.

Es entsteht, wenn der Kontakt zwischen Bügel und Draht für einen Moment schwankt.

Ein kleiner Funke springt dann über, bevor die Berührung wieder ganz schließt.

Dieses Funkeln ist meist harmlos und gehört zum Bild der elektrischen Bahn.

Ein empfindliches Bauteil

Der Stromabnehmer ist ein wichtiges und zugleich empfindliches Bauteil.

Reißt die Oberleitung, so kann sie den Bügel schwer beschädigen.

Auch Eis am Draht setzt dem Stromabnehmer im Winter zu.

Darum wird der Bügel regelmäßig geprüft und die Schleifleiste erneuert.

Die Brücke zum Strom

Am Ende ist der Stromabnehmer die kleine, aber entscheidende Brücke zum Strom.

Ohne ihn könnte kein elektrischer Zug die Kraft aus der Oberleitung nutzen.

Leise schleift er an dem Draht entlang und holt so die ganze Kraft in den Zug.

So hängt an diesem unscheinbaren Bügel die Fahrt der schnellsten Züge.

Der Bügel im Wandel der Zeit

Die frühen Stromabnehmer sahen anders aus als die schlanken Bügel von heute.

Lange Zeit war ein großer, rautenförmiger Bügel auf den Dächern zu sehen.

Später setzte sich der einarmige Bügel durch, der weniger Platz braucht.

So spiegelt schon die Form des Stromabnehmers den Fortschritt der Technik wider.

Ein leises Schleifen

Wer am Bahnsteig steht, hört den Stromabnehmer meist gar nicht.

Nur ein ganz leises Schleifen begleitet seinen Lauf an dem Draht entlang.

Bei aller Kraft, die er überträgt, verrichtet er seine Arbeit fast lautlos.

So bleibt der wichtige Bügel für die meisten Reisenden unbemerkt.

Häufige Fragen

Was ist ein Stromabnehmer?
Der Bügel auf dem Dach eines elektrischen Zuges. Er wird nach oben gedrückt, schleift an der Oberleitung entlang und holt so den Strom in den Zug.
Wie bleibt er mit dem Draht in Kontakt?
Eine Feder drückt ihn mit leichtem, gleichmäßigem Druck nach oben. So bleibt der Kontakt auch dann bestehen, wenn der Draht in der Höhe schwankt oder der Zug schnell fährt.
Was ist die Schleifleiste?
Die Leiste ganz oben am Bügel, die am Draht entlangschleift und den Strom aufnimmt. Sie besteht oft aus Kohle, nutzt sich ab und schont so den teuren Draht.
Warum haben Züge oft zwei Stromabnehmer?
Meist ist nur einer zugleich gehoben. Der zweite dient als Ersatz oder wird für andere Stromnetze gebraucht. So ist der Zug gerüstet, falls ein Bügel ausfällt.
Warum funkt es manchmal am Bügel?
Weil der Kontakt zwischen Bügel und Draht für einen Moment schwankt. Ein kleiner Funke springt über, bevor die Berührung wieder schließt. Das ist meist harmlos.

Weiterfahrt

Was ist eine Oberleitung? – der Draht über dem Gleis

Was ist eine Drehstromlok? – was mit dem Strom geschieht

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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