Warum haben manche Züge zwei Etagen?

Ich verstehe nur Bahnhof

„Wo ein gewöhnlicher Wagen eine Reihe Sitze hat, stapelt der Doppelstockzug einfach zwei übereinander.“

Warum haben manche Züge zwei Etagen?

→ Alles über den Zug, der die Reisenden in die Höhe stapelt.

Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon

Kurz gesagt

Ein Doppelstockzug hat zwei Etagen übereinander und bietet dadurch auf derselben Länge deutlich mehr Sitzplätze als ein gewöhnlicher Zug. Damit er trotzdem unter Brücken und durch Tunnel passt, sind die Etagen niedriger und der Einstieg liegt tief zwischen ihnen.

Wer in manchen Regionalzügen einsteigt, entdeckt zu seiner Überraschung eine Treppe, die nach oben und nach unten führt.

Denn diese Doppelstockzüge haben gleich zwei Etagen übereinander, in denen die Reisenden Platz finden.

Warum manche Züge auf diese Weise in die Höhe gebaut sind, ist eine überraschend einleuchtende Sache zu wissen.

München, Harras, Alstom Coradia LINT, 1
Foto: Renardo la vulpo, CC0, via Wikimedia Commons

Zwei Etagen übereinander

Ein Doppelstockzug unterscheidet sich vom gewöhnlichen Zug durch seine zwei Etagen, die übereinander liegen.

In beiden Etagen gibt es Sitzplätze, sodass sich die Reisenden auf zwei Ebenen verteilen.

Zwischen den beiden Etagen liegt der Einstiegsbereich, von dem aus Treppen nach oben und nach unten führen.

So bietet ein einziger Wagen gleich zwei Stockwerke voller Sitzplätze.

Alstom Coradia LINT 41 (Abellio Rail Mitteldeutschland) in Magdeburg Hbf
Foto: Laurenz Grünert, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mehr Platz auf gleicher Länge

Der große Vorteil des Doppelstockzugs liegt in der deutlich höheren Zahl an Sitzplätzen.

Weil er die Reisenden auf zwei Etagen stapelt, bietet er auf derselben Länge viel mehr Platz als ein gewöhnlicher Zug.

So lassen sich mit einem gleich langen Zug erheblich mehr Menschen befördern.

Gerade auf stark nachgefragten Strecken ist dieser Gewinn an Kapazität besonders wertvoll.

Gut zu wissen

Ein Doppelstockzug ist nicht doppelt so hoch, denn er muss unter Brücken und durch Tunnel passen. Der tiefe Einstieg schafft den Platz für die zweite Etage.

Die beiden Etagen sind jeweils etwas niedriger als ein gewöhnlicher Wagen. Große Menschen müssen an manchen Stellen ein wenig den Kopf einziehen.

Das Problem der Höhe

Man könnte meinen, ein Doppelstockzug müsse doppelt so hoch sein wie ein gewöhnlicher, doch das ist nicht möglich.

Denn der Zug muss weiterhin unter Brücken hindurch und durch Tunnel hindurchpassen.

Die Höhe eines Zuges ist deshalb durch das sogenannte Lichtraumprofil streng begrenzt.

Ein einfach doppelt so hoher Wagen würde an der ersten Brücke oder im ersten Tunnel hängen bleiben.

Der Trick mit dem tiefen Einstieg

Um trotz der begrenzten Höhe zwei Etagen unterzubringen, greift man zu einem klugen Trick.

Der Einstieg und der Boden der unteren Etage liegen sehr tief, fast bis hinunter zu den Achsen.

Dadurch gewinnt man in der Höhe gerade so viel Platz, dass zwei niedrigere Etagen hineinpassen.

So bleibt der ganze Zug innerhalb der erlaubten Höhe und passt dennoch unter jede Brücke.

Etwas niedriger als gewohnt

Der Preis für die zweite Etage ist, dass die beiden Stockwerke jeweils etwas niedriger sind als ein gewöhnlicher Wagen.

Große Menschen müssen im Doppelstockzug an manchen Stellen ein wenig den Kopf einziehen.

Auch der Blick aus dem Fenster ist in den beiden Etagen jeweils etwas anders als gewohnt.

Diese kleine Einschränkung nehmen die meisten Reisenden für die vielen Vorteile gern in Kauf.

Der Blick von oben

Ein besonderer Reiz des Doppelstockzugs ist der Ausblick aus der oberen Etage.

Von dort oben blickt man über die Bahnsteige und die Landschaft hinweg wie von einer kleinen Aussichtsplattform.

Viele Reisende, und besonders Kinder, ergattern deshalb mit Vorliebe einen Platz im oberen Stockwerk.

So wird die zweite Etage für manche zu einem kleinen zusätzlichen Vergnügen der Reise.

Vor allem im Nahverkehr

Doppelstockzüge findet man vor allem im Regionalverkehr und auf stark nachgefragten Pendlerstrecken.

Dort, wo zur Stoßzeit besonders viele Menschen zugleich fahren wollen, spielt der Doppelstock seine Stärke aus.

Auch einzelne Fernzüge fahren als Doppelstockzüge, doch im Nahverkehr sind sie am weitesten verbreitet.

So sind sie an vielen Orten ein vertrauter Anblick auf den vollen Pendlerstrecken.

Ein cleveres Stapeln

Am Ende ist der Doppelstockzug ein anschauliches Beispiel dafür, wie man mit klugem Bauen mehr aus dem knappen Raum holt.

Indem er die Reisenden in die Höhe stapelt, bewältigt er große Menschenmengen ohne längere Züge.

Der tiefe Einstieg und die niedrigeren Etagen sind der clevere Kniff, mit dem das trotz der Höhengrenze gelingt.

So verbindet der Doppelstockzug eine hohe Kapazität mit den engen Grenzen des Bahnnetzes.

Ein Wagen mit Geschichte

Die Idee, Reisende in zwei Etagen zu befördern, ist keineswegs neu, sondern reicht weit in die Geschichte der Eisenbahn zurück.

Schon vor vielen Jahrzehnten baute man erste doppelstöckige Wagen, um auf beliebten Strecken mehr Menschen befördern zu können.

Über die Jahre wurde diese Bauart immer weiter verfeinert, bis hin zu den bequemen und modernen Doppelstockzügen von heute.

So verbindet der Doppelstockzug eine alte und bewährte Idee mit den technischen Möglichkeiten der Gegenwart.

Häufige Fragen

Warum haben manche Züge zwei Etagen?
Um auf derselben Länge deutlich mehr Sitzplätze zu bieten. Der Doppelstockzug stapelt die Reisenden auf zwei Ebenen übereinander.
Warum ist der Zug nicht doppelt so hoch?
Weil er unter Brücken und durch Tunnel passen muss. Die Höhe ist durch das Lichtraumprofil streng begrenzt.
Wie passen dann zwei Etagen hinein?
Durch einen tiefen Einstieg. Der Boden der unteren Etage liegt sehr tief, fast bis zu den Achsen. So gewinnt man Platz für zwei niedrigere Etagen.
Sind die Etagen niedriger?
Ja, etwas. Beide Stockwerke sind niedriger als ein gewöhnlicher Wagen. Große Menschen müssen an manchen Stellen ein wenig den Kopf einziehen.
Wo fahren Doppelstockzüge?
Vor allem im Regionalverkehr und auf stark nachgefragten Pendlerstrecken. Auch einzelne Fernzüge fahren als Doppelstockzug.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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