Ich verstehe nur Bahnhof
„Ein kleiner Zähler am Gleis rechnet unentwegt mit: Sind alle Achsen wieder heraus, ist die Strecke frei.“
Achszähler: Wie die Bahn weiß, ob ein Gleis frei ist
→ Alles über den klugen Zähler an der Schiene.
Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon
Kurz gesagt
Ein Achszähler ist ein Gerät, das die Achsen eines Zuges zählt. Er zählt, wie viele Achsen in einen Gleisabschnitt hineinfahren und wie viele ihn wieder verlassen. Stimmen beide Zahlen überein, so ist der Abschnitt frei. Erst dann darf der nächste Zug hinein. So verhindert der Achszähler, dass zwei Züge auf denselben Abschnitt geraten.
Damit zwei Züge niemals auf demselben Gleisabschnitt zusammentreffen, muss die Bahn stets wissen, ob ein Abschnitt frei ist.
Doch woher weiß das Stellwerk, ob eine Strecke wirklich leer und sicher befahrbar ist?
Eine kluge und einfache Antwort darauf gibt ein kleines Gerät am Gleis, der Achszähler.

Ein Zähler an der Schiene
Ein Achszähler ist ein unscheinbares Gerät, das direkt an der Schiene sitzt.
Seine Aufgabe ist es, die Achsen der vorbeifahrenden Züge zu zählen.
Jedes Mal, wenn ein Rad über ihn hinwegrollt, zählt er eine Achse.
So behält er genau im Blick, wie viele Achsen an ihm vorbeifahren.

Hinein und wieder heraus
An beiden Enden eines Gleisabschnitts sitzt je ein solcher Achszähler.
Der eine zählt, wie viele Achsen in den Abschnitt hineinfahren.
Der andere zählt, wie viele Achsen ihn am anderen Ende wieder verlassen.
So weiß die Technik stets, wie viele Achsen sich im Abschnitt befinden.
Gut zu wissen
Ein Achszähler zählt, wie viele Achsen in einen Gleisabschnitt hineinfahren und wie viele ihn wieder verlassen. Stimmen beide Zahlen überein, hat der ganze Zug den Abschnitt verlassen, und er ist frei.
Erst wenn ein Abschnitt frei gemeldet ist, darf der nächste Zug hinein. So verhindert der Achszähler, dass zwei Züge auf denselben Abschnitt geraten. Er ist eine Alternative zum älteren Verfahren mit dem Strom in den Schienen.
Stimmen die Zahlen, ist frei
Nun folgt der kluge Kern des ganzen Verfahrens.
Sind ebenso viele Achsen herausgefahren wie zuvor hineingefahren, ist der Abschnitt leer.
Denn dann hat der ganze Zug den Abschnitt vollständig verlassen.
Erst wenn die Zahlen so übereinstimmen, gilt die Strecke wieder als frei.
Frei erst für den nächsten Zug
Solange auch nur eine Achse noch im Abschnitt gezählt wird, bleibt er gesperrt.
Kein anderer Zug darf dann in diesen Abschnitt einfahren.
So ist sicher ausgeschlossen, dass zwei Züge zugleich im selben Abschnitt sind.
Erst wenn der Abschnitt frei gemeldet ist, gibt das Signal den Weg frei.
Warum das so sicher ist
Das Verfahren mit dem Achszähler ist einfach und gerade deshalb sehr sicher.
Es beruht auf dem schlichten Vergleich zweier Zahlen, die stimmen müssen.
Bleibt auch nur eine Achse unberücksichtigt, so bleibt der Abschnitt gesperrt.
So verhindert der Achszähler auf einfache Weise das gefährliche Zusammentreffen.
Eine Alternative zum alten Verfahren
Früher erkannte man ein besetztes Gleis auf eine andere Weise.
Dabei nutzte man den elektrischen Strom, der durch die Schienen floss.
Der Achszähler ist heute eine oft genutzte und zuverlässige Alternative dazu.
Er kommt auch dort zurecht, wo das alte Verfahren an seine Grenzen stößt.
Klein, aber wichtig
Für die Reisenden bleibt der Achszähler völlig unsichtbar und unbemerkt.
Und doch wacht er unermüdlich darüber, ob ein Abschnitt frei ist.
Ohne ihn und ähnliche Verfahren wäre ein sicherer Betrieb kaum denkbar.
So leistet das kleine Gerät einen großen Beitrag zur Sicherheit.
Der stille Rechner am Gleis
Am Ende ist der Achszähler ein stiller, aber kluger Rechner an der Schiene.
Er zählt die Achsen hinein und wieder heraus und vergleicht die Zahlen.
Nur wenn sie stimmen, gibt er den Abschnitt wieder für den Verkehr frei.
So sorgt das unscheinbare Gerät dafür, dass die Züge sicher voneinander getrennt bleiben.
Ein Zähler, der selten irrt
Der Achszähler ist ein zuverlässiges Gerät, das nur äußerst selten einen Fehler macht.
Sollte er dennoch einmal durcheinandergeraten, greifen strenge Sicherheitsregeln.
Im Zweifel bleibt der Abschnitt dann lieber gesperrt, als dass ein Risiko entsteht.
So gilt auch hier stets der Grundsatz, dass im Zweifel die Sicherheit vorgeht.
Ein Fachmann prüft dann die Anlage und gibt den Abschnitt erst danach wieder frei.
Unsichtbar für den Reisenden
Kaum ein Reisender bemerkt jemals einen der vielen Achszähler an der Strecke.
Sie sind klein, unauffällig und verrichten ihre Arbeit ganz im Verborgenen.
Und doch hängt an ihrer stillen Zählerei die Sicherheit vieler Fahrten.
So arbeitet der Achszähler unbemerkt, aber unermüdlich für den sicheren Betrieb.
Häufige Fragen
Was ist ein Achszähler?
Wie erkennt er, ob ein Gleis frei ist?
Was passiert, wenn die Zahlen nicht stimmen?
Warum ist das so sicher?
Gibt es auch andere Verfahren?
Weiterfahrt
→ Was ist ein Signal? – was den Abschnitt freigibt
→ Was ist ein Stellwerk? – wo die Fäden zusammenlaufen
