Ich verstehe nur Bahnhof
„Die vielen groben Steine unter dem Gleis liegen dort nicht zufällig – jeder Einzelne hat eine wichtige Aufgabe.“
Schotter im Gleis: Warum unter dem Zug so viele Steine liegen
→ Alles über das Bett aus Stein unter der Schiene.
Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon
Kurz gesagt
Der Schotter im Gleis ist das Bett aus grobem, gebrochenem Stein, in dem die Schwellen liegen. Er hält das Gleis fest in der Spur, verteilt das Gewicht des Zuges auf den Untergrund und lässt das Regenwasser rasch ablaufen. Die scharfen Kanten der Steine verhaken sich ineinander und geben dem Gleis einen sicheren Halt.
Wer auf ein Gleis blickt, sieht nicht nur die Schienen und die Schwellen.
Darunter und dazwischen liegt stets eine dicke Schicht aus groben, grauen Steinen.
Dieser Schotter liegt dort nicht zufällig, sondern erfüllt mehrere wichtige Aufgaben.

Das Bett aus Stein
Der Schotter im Gleis ist ein Bett aus grobem, scharfkantig gebrochenem Stein.
In dieses Bett sind die Schwellen mit den Schienen fest eingebettet.
Die Schicht aus Schotter ist dabei überraschend dick und stabil.
So ruht das ganze Gleis auf einem festen und tragfähigen Fundament aus Stein.

Halt für das Gleis
Eine wichtige Aufgabe des Schotters ist es, das Gleis fest in der Spur zu halten.
Die scharfen Kanten der Steine verhaken sich fest ineinander.
So können sich die Schwellen weder zur Seite noch nach vorn verschieben.
Gerade bei den Kräften der Wärme gibt der Schotter dem Gleis den nötigen Halt.
Gut zu wissen
Der Schotter im Gleis ist ein Bett aus grobem, gebrochenem Stein, in dem die Schwellen liegen. Er hält das Gleis in der Spur, verteilt das Gewicht des Zuges und lässt das Regenwasser rasch ablaufen.
Man nutzt gebrochenen Stein, weil sich seine scharfen Kanten fest ineinander verhaken. Runde Kiesel würden ins Rollen geraten. Auf manchen modernen Strecken ruht das Gleis stattdessen auf einer festen Platte aus Beton.
Das Gewicht verteilen
Der Schotter hat auch die Aufgabe, das Gewicht des Zuges zu verteilen.
Über die Schiene und die Schwelle drückt das Gewicht auf das Bett aus Stein.
Der Schotter gibt diesen Druck breit und sanft an den Untergrund weiter.
So wird die gewaltige Last des Zuges nicht auf einen einzigen Punkt geballt.
Wasser läuft rasch ab
Eine weitere wichtige Aufgabe des Schotters ist es, das Wasser abzuleiten.
Zwischen den groben Steinen bleiben viele Hohlräume und Lücken.
Der Regen läuft durch diese Lücken rasch nach unten ab.
So steht das Gleis nie im Wasser, was den Untergrund aufweichen würde.
Warum gerade gebrochener Stein
Für den Schotter verwendet man nicht runde Kiesel, sondern gebrochenen Stein.
Die scharfen Kanten des gebrochenen Steins verhaken sich besonders gut.
Runde Kiesel dagegen würden unter dem Zug leicht ins Rollen geraten.
So sorgt schon die Form der Steine für den festen Halt des Gleises.
Schotter will gepflegt sein
Auch das Bett aus Schotter braucht über die Jahre eine sorgfältige Pflege.
Mit der Zeit sackt es unter dem Gewicht der Züge an manchen Stellen ab.
Dann muss es mit besonderen Maschinen wieder in Form gebracht werden.
So bleibt das Gleis über die Jahre eben und sicher zu befahren.
Die feste Fahrbahn als Alternative
Nicht überall liegt das Gleis heute noch in einem Bett aus Schotter.
Auf manchen modernen Strecken ruht es fest auf einer Platte aus Beton.
Diese feste Fahrbahn braucht weniger Pflege, ist aber teurer im Bau.
So gibt es neben dem alten Schotter heute auch diese moderne Bauart.
Die grauen Steine mit Aufgabe
Am Ende sind die grauen Steine unter dem Gleis alles andere als überflüssig.
Sie halten das Gleis in der Spur, tragen das Gewicht und leiten das Wasser ab.
Jeder einzelne der scharfkantigen Steine erfüllt dabei seinen Zweck.
So ruht die sichere Fahrt der Bahn auf einem klugen Bett aus grobem Stein.
Der Klang des Schotters
Wer neben einem Gleis steht, hört beim Vorbeifahren des Zuges oft ein Knirschen.
Es entsteht, wenn sich der Schotter unter dem Gewicht des Zuges ganz leicht bewegt.
Dieses feine Nachgeben ist gewollt und fängt einen Teil der Kräfte ab.
So arbeitet das Bett aus Stein bei jeder Fahrt unmerklich mit.
Steine mit langer Reise
Der Schotter für die Gleise stammt aus großen Steinbrüchen im ganzen Land.
Dort wird hartes Gestein gebrochen und in die richtige Größe zerkleinert.
Mit Güterzügen wird der fertige Schotter dann zu den Baustellen gebracht.
So legt schon der Stein unter dem Gleis eine weite Reise zurück, ehe er liegt.
Häufige Fragen
Was ist der Schotter im Gleis?
Warum hält der Schotter das Gleis in der Spur?
Warum nimmt man gebrochenen Stein statt Kiesel?
Wozu dienen die Lücken zwischen den Steinen?
Gibt es auch Gleise ohne Schotter?
Weiterfahrt
→ Schwellen im Gleis – was im Schotter liegt
→ Wie ist ein Gleis aufgebaut? – Schiene, Schwelle, Schotter
