Sollte in jedem Zug ein Zugbegleiter mitfahren?

Standpunkt

„Die Fahrkarten bitte – wo aber niemand kommt, fehlt oft mehr als die Kontrolle.“

Sollte in jedem Zug ein Zugbegleiter mitfahren?

→ Sicherheit und Service gegen den Sparzwang – zwei Seiten einer Personalfrage.

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Worum es geht

Ein Zugbegleiter bringt Sicherheit und Hilfe – kostet aber viel und ist schwer zu besetzen. Ein Blick auf beide Seiten.

In vielen Nahverkehrszügen fährt heute niemand mehr mit außer dem Lokführer.

Kein Schaffner, keine Ansprechperson.

Bei Problemen ist man allein – und im Ernstfall auf sich gestellt.

Deshalb fordern viele, dass in jedem Zug wieder ein Zugbegleiter mitfährt.

Das brächte Sicherheit und Service.

Doch es kostet viel Geld und Personal, das ohnehin knapp ist.

Intercitys im Bahnhof Singen
Foto: JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mehr als nur Fahrkarten

Ein Zugbegleiter macht weit mehr, als Tickets zu kontrollieren.

Er gibt Auskunft, hilft beim Umsteigen, kümmert sich um Menschen in Not und greift ein, wenn es Streit gibt.

Gerade abends und auf einsamen Strecken ist seine Anwesenheit ein Sicherheitsanker.

Viele Fahrgäste, besonders Frauen und ältere Menschen, fühlen sich mit einem Zugbegleiter deutlich wohler.

Der Druck des Sparens

Doch Personal kostet Geld.

Einen Zugbegleiter in wirklich jedem Zug rund um die Uhr zu haben, wäre teuer.

Auf ruhigen Nebenstrecken mit wenigen Fahrgästen scheint der Aufwand groß.

Hinzu kommt der Personalmangel.

Schon heute fehlen der Bahn Zugbegleiter.

Eine Pflicht für jeden Zug ließe sich kurzfristig gar nicht erfüllen, so gern man es auch wollte.

Warum der Schaffner verschwand

Früher fuhr in fast jedem Zug ein Schaffner mit.

Um Kosten zu sparen, wurde diese Rolle im Nahverkehr nach und nach abgebaut.

Heute fahren viele Regionalbahnen und S-Bahnen nur noch mit dem Lokführer.

Tickets kauft man am Automaten oder per App, kontrolliert wird nur stichprobenartig.

Das spart Geld, hinterlässt aber Züge ohne jede Ansprechperson – ein Verlust, den viele Fahrgäste bedauern.

Sicherheit als Kernargument

Das stärkste Argument für den Zugbegleiter ist die Sicherheit.

Ein Mensch, der im Zug präsent ist, schreckt Randalierer ab und kann bei Übergriffen eingreifen oder Hilfe rufen.

Gerade in den Abendstunden macht das einen großen Unterschied.

Wo ein Zugbegleiter mitfährt, fühlen sich viele Menschen sicherer – und trauen sich eher, überhaupt Bahn zu fahren.

Hilfe im Alltag

Auch abseits von Notfällen leistet ein Zugbegleiter viel.

Er hilft Reisenden mit Gepäck, gibt Auskunft bei Verspätungen und kümmert sich um Menschen, die Unterstützung brauchen.

Für ältere Fahrgäste, Familien oder Ortsfremde ist er oft die einzige Möglichkeit, im Zug schnell an Hilfe zu kommen.

Ein Automat kann das nicht leisten.

Die harte Realität der Kosten

Dem steht die nüchterne Rechnung gegenüber.

Personal ist der größte Kostenblock im Betrieb.

Einen Begleiter in jedem Zug rund um die Uhr zu bezahlen, würde die Kosten deutlich in die Höhe treiben.

Dieses Geld fehlt dann an anderer Stelle – etwa für mehr Züge oder einen dichteren Takt.

Man muss also abwägen, wo der Nutzen am größten ist.

Der Mangel an Personal

Selbst wenn das Geld da wäre, fehlt oft das Personal.

Zugbegleiter sind schwer zu finden, so wie viele andere Bahnberufe auch.

Eine Pflicht ließe sich schlicht nicht sofort umsetzen.

Man kann keine Menschen einstellen, die es nicht gibt.

Deshalb ist eine Vorschrift, die überall Personal verlangt, im Moment kaum realistisch – so wünschenswert sie wäre.

DB Cargo Baureihe 155
Foto: Nelso Silva, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Was am Ende zählt

Eine Bahn ohne Menschen ist eine ärmere Bahn.

Der Zugbegleiter steht für Sicherheit, Service und Menschlichkeit – Werte, die sich nicht in Zahlen fassen lassen.

Statt einer Pflicht für jeden Zug ist der kluge Einsatz gefragt: dort, wo es dunkel, voll oder unsicher ist.

So kommt die menschliche Präsenz dorthin zurück, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Ein Wort zum Schluss

Am Ende ist die Frage nicht, ob ein Zugbegleiter schön wäre – das ist er zweifellos.

Die Frage ist, wie man die begrenzten Kräfte am sinnvollsten einsetzt.

Wer sie dorthin schickt, wo Menschen sich unsicher fühlen, holt das meiste heraus.

Das ist ehrlicher als eine Pflicht, die an Geld und Personal scheitern würde.

Ein Wort zum Schluss

Am Ende ist der leere Zug ohne Ansprechperson ein Sinnbild einer Bahn, die zu sehr gespart hat.

Ein wenig mehr Menschlichkeit an Bord täte ihr gut.

Der Weg dorthin führt über klugen Einsatz, nicht über leere Versprechen.

Lieber gezielt echte Begleiter als eine Pflicht, die nur auf dem Papier steht.

Die Abwägung

Dafür

+  Sicherheit: Ein Zugbegleiter beruhigt und hilft im Ernstfall.

+  Service: Er gibt Auskunft und hilft beim Umsteigen.

+  Teilhabe: Ältere und mobil eingeschränkte Menschen profitieren.

+  Kontrolle: Schwarzfahren wird schwieriger.

Dagegen

−  Kosten: Personal in jedem Zug ist teuer.

−  Personalmangel: Es fehlen ohnehin schon Zugbegleiter.

−  Auslastung: Auf ruhigen Strecken ist wenig zu tun.

−  Technik: Kameras und Notrufsäulen bieten teils Ersatz.

Zum Einordnen

Im Fernverkehr fährt fast immer Zugpersonal mit. Im Nahverkehr wird dagegen oft gespart: Viele Regionalbahnen und S-Bahnen fahren nur mit dem Lokführer. Sicherheit soll dort Technik wie Kameras und Notrufsäulen bieten.

Unser Standpunkt

Ein Zug ohne Ansprechperson ist ein kalter Ort.

Gerade wer Hilfe braucht oder sich unsicher fühlt, wird allein gelassen.

Der Wunsch nach einem Zugbegleiter in jedem Zug ist deshalb sehr verständlich.

Doch eine starre Pflicht scheitert an Geld und Personalmangel.

Man kann nicht Begleiter herbeizaubern, die es nicht gibt.

Eine Vorschrift, die niemand erfüllen kann, hilft niemandem.

Der richtige Weg ist ein kluger Einsatz: Zugbegleiter gezielt am Abend, auf langen Strecken und dort, wo viele Menschen fahren.

Dazu gute Technik als Ergänzung.

So kehrt die menschliche Präsenz dorthin zurück, wo sie am meisten zählt.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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