Bahn-Slam · Stimmt es, dass …?
„Sehr geehrte Fahrgäste, unter mancher Weiche brennt im Winter ein kleines Feuer. Damit Sie weiterfahren können.“
Stimmt es, dass Weichen im Winter mit Feuer geheizt werden?
→ Brennt da wirklich Feuer an den Gleisen? Bei manchen Weichen tatsächlich – der Winter verlangt es.
Lesezeit: 6 Minuten · Mythen-Check · Technik
Kurz gesagt
Teils wahr – und ein schönes Bild. Damit Weichen bei Schnee und Eis beweglich bleiben, werden sie beheizt. Die allermeisten der rund 50.000 beheizten Weichen arbeiten elektrisch. Aber es gibt sie wirklich: Weichenheizungen mit offener Gasflamme, die im Winter an den Schienen brennen. Egal ob Strom oder Gas – ohne Heizung könnte eine zugefrorene Weiche sich nicht mehr umstellen, und der Verkehr stünde still. Billig ist das nicht: Allein der Strom dafür kostet die Bahn rund 44 Millionen Euro pro Winter.
Wer im Winter an einem verschneiten Bahnhof steht, sieht manchmal etwas Seltsames: kleine Flammen, die entlang der Gleise flackern.
Das ist kein Feuerteufel am Werk, sondern Absicht.
Hier wird eine Weiche geheizt – damit sie sich bei Frost überhaupt noch bewegen lässt.
Denn eine zugefrorene Weiche ist ein stillstehender Verkehr.

Die Behauptung
Weichen würden im Winter mit Feuer geheizt.
Das stimmt für einen Teil der Weichen – auch wenn „Feuer“ die Ausnahme ist.
Die meisten Heizungen arbeiten unsichtbar, mit Strom.
Warum Weichen überhaupt Wärme brauchen
Eine Weiche hat bewegliche Teile, die sich an die Schiene anlegen müssen, damit der Zug die Richtung wechseln kann.
Frieren Schnee und Eis dazwischen fest, klemmt die Weiche – sie lässt sich nicht mehr umstellen.
Dann muss der Verkehr warten oder umgeleitet werden. Genau das verhindert die Weichenheizung.
Rund 50.000 Weichen im Netz sind deshalb mit einer Heizung ausgestattet.
Heiße Weichen in Zahlen
≈ 50.000
beheizte Weichen
im Netz der Deutschen Bahn
≈ 90 %
elektrisch beheizt
unsichtbar, mit Strom
Gasflamme
bei manchen
das sichtbare „Feuer“
44 Mio €
pro Winter
allein die Stromkosten
wie ein Haushalt
Verbrauch je Heizung
mit allen Geräten gleichzeitig an
Quellen: Deutsche Bahn, Wikipedia „Weichenheizung“. Es gibt auch Heizungen mit Gas, Geothermie oder Fernwärme.
Strom, Gas – und neue Ideen
Die meisten Weichenheizungen erzeugen die Wärme elektrisch, über Heizstäbe direkt an der Schiene.
Daneben gibt es die auffälligen Gasheizungen mit offener Flamme – das „Feuer“ aus dem Mythos.
Und es wird experimentiert: mit Erdwärme, mit Fernwärme, mit klügerer Steuerung, die nur heizt, wenn es wirklich nötig ist.
Neue Technik kann den Energieverbrauch um bis zu 70 Prozent senken – wichtig bei 44 Millionen Euro Stromkosten im Jahr.
Das Urteil
Wahr, mit Einschränkung. Die meisten Weichen werden elektrisch geheizt, aber es gibt tatsächlich Gasheizungen mit Flamme.
Das „Feuer an den Gleisen“ ist also echt – nur eben nicht der Normalfall.
Ohne Heizung, egal welcher Art, würden im Winter reihenweise Weichen einfrieren und der Betrieb zusammenbrechen.
Häufige Fragen zur Weichenheizung
Werden Weichen wirklich mit Feuer geheizt?
Warum müssen Weichen geheizt werden?
Wie viele Weichen haben eine Heizung?
Was kostet das Heizen?
Welche Heizarten gibt es?
Wie viel verbraucht eine einzelne Weichenheizung?
Quellen
Deutsche Bahn und Wikipedia „Weichenheizung“: rund 50.000 beheizte Weichen, etwa 90 Prozent elektrisch, daneben Gas, Geothermie und Fernwärme; Stromkosten rund 44 Millionen Euro pro Winter.
Stand: September 2026. Zahlen gerundet.
Weiterfahrt
→ Wie viele Weichen hat das Netz? – die 64.000 in Zahlen
→ Fällt die Bahn im Winter aus? – was der Schnee anrichtet
→ Wie viel Strom verbraucht die Bahn? – wohin der Strom fließt
