Stimmt es, dass Weichen im Winter mit Feuer geheizt werden?

Stimmt es, dass …?

„Bei Frost lodert es zwischen den Gleisen – damit die Weiche nicht einfriert.“

Stimmt es, dass Weichen im Winter mit Feuer geheizt werden?

→ Wir prüfen den Mythos – zwischen Gasflamme, Strom und 44 Millionen Euro.

Lesezeit: 6 Minuten · Schalter: Mythen

Kurz gesagt

Bei Frost sieht man manchmal Flammen zwischen den Schienen lodern. Werden Weichen wirklich mit Feuer geheizt? Wir haben den Mythos geprüft.

Bahnstrecke in Berlin
Foto: Asif Masimov, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Was eine Weiche überhaupt ist

Eine Weiche ist die Stelle, an der sich ein Gleis teilt.

Ein beweglicher Teil, die Weichenzunge, legt sich an die eine oder andere Schiene an und lenkt den Zug so auf das gewünschte Gleis.

Genau diese Beweglichkeit ist im Winter das Problem.

Bleibt Schnee liegen oder friert Eis zwischen den Teilen, kann sich die Zunge nicht mehr bewegen.

Die Weiche klemmt – und kein Zug kommt mehr durch.

Wenn eine Weiche einfriert

Eine einzige eingefrorene Weiche an einem wichtigen Knoten kann weitreichende Folgen haben.

Züge können nicht mehr das Gleis wechseln, Verspätungen stauen sich, im schlimmsten Fall steht der Verkehr still.

Deshalb ist die Weichenheizung so wichtig.

Sie ist eine unscheinbare, aber entscheidende Technik, damit die Bahn auch bei Frost und Schnee weiterfahren kann.

Immer smarter

Früher liefen viele Weichenheizungen einfach durch, sobald es kalt wurde.

Das verbrauchte viel Energie.

Heute helfen Sensoren, die Temperatur und Feuchtigkeit messen und nur dann heizen, wenn es nötig ist.

So lässt sich ein Teil der 44 Millionen Euro einsparen.

Auch mit Wärmepumpen und besserer Dämmung wird experimentiert.

Die alte Idee, Weichen warm zu halten, wird also ständig moderner.

Ein Wettlauf gegen den Winter

Für die Bahn ist der Winter jedes Jahr eine Bewährungsprobe.

Schnee, Eis und Frost bedrohen nicht nur die Weichen, sondern auch Oberleitungen, Signale und Türen.

Die Weichenheizung ist dabei nur ein Baustein.

Rechtzeitig vor dem Winter läuft deshalb ein großes Programm an.

Die Heizungen werden geprüft, Vorräte angelegt, Räumfahrzeuge bereitgestellt.

Wenn der erste Frost kommt, muss alles funktionieren.

Handarbeit, wenn nichts mehr geht

Versagt die Technik doch einmal, hilft nur noch Handarbeit.

Dann rücken Mitarbeiter mit Besen, Schaufeln und heißem Gerät aus, um eingefrorene Weichen freizukämpfen.

Ein harter Job bei eisiger Kälte.

Solche Szenen sieht man vor allem bei extremem Wetter.

Sie zeigen, wie viel Aufwand nötig ist, damit die Bahn auch im tiefsten Winter irgendwie weiterfährt.

Warum das die Fahrgäste angeht

Für Reisende ist die Weichenheizung unsichtbar, aber wichtig.

Funktioniert sie, merkt man nichts.

Fällt sie aus, gibt es Verspätungen und Ausfälle – oft ohne dass die Fahrgäste den wahren Grund kennen.

Die 44 Millionen Euro im Jahr sind also gut angelegtes Geld.

Sie sorgen dafür, dass der Winter nicht jedes Mal den Bahnverkehr lahmlegt.

Kurz gesagt: Der Mythos stimmt.

Manche Weichen brennen bei Frost tatsächlich lichterloh – ein spektakulärer Anblick und ein cleverer Trick, damit die Bahn auch im Winter nicht ins Stocken gerät.

Baureihe 430 der S-Bahn Stuttgart
Foto: JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Klein, aber entscheidend

Die Weichenheizung gehört zu den unscheinbaren Helden des Bahnbetriebs.

Niemand denkt bei einer pünktlichen Winterfahrt an sie – und doch hängt genau davon oft ab, ob der Zug überhaupt fährt.

So steckt in der Frage nach dem Feuer im Gleis ein ganzes Stück Bahnalltag: der ständige, stille Kampf gegen Frost und Schnee, damit für die Fahrgäste alles einfach weiterläuft.

Das Urteil vorweg

Stimmt – manche Weichen werden tatsächlich mit offener Gasflamme geheizt.

Die meisten Weichenheizungen arbeiten aber mit Strom.

Das Heizen der Weichen kostet die Bahn jedes Jahr rund 44 Millionen Euro.

Die Antwort lautet: Ja, das gibt es wirklich.

Bei starkem Frost sieht man an manchen Weichen tatsächlich Flammen zwischen den Schienen.

Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.

Warum Weichen überhaupt heizen

Eine Weiche ist beweglich.

Ein Teil der Schiene, die Zunge, muss sich hin- und herbewegen, um den Zug auf das richtige Gleis zu lenken.

Friert diese Zunge fest oder verklemmt Schnee, funktioniert die Weiche nicht mehr.

Eine eingefrorene Weiche kann den ganzen Betrieb lahmlegen.

Deshalb müssen die Weichen im Winter unbedingt beweglich bleiben – und dafür werden sie geheizt.

Gasflamme und Strom

Es gibt verschiedene Arten der Weichenheizung.

Manche arbeiten tatsächlich mit einer offenen Gasflamme, die entlang der Schiene brennt.

Bei Frost ein spektakulärer Anblick – wie kleine Lagerfeuer im Gleis.

Die meisten modernen Weichenheizungen nutzen aber Strom.

Heizstäbe an der Schiene halten die beweglichen Teile warm.

Das ist unauffälliger, aber genauso wirksam wie die Flamme.

44 Millionen Euro im Jahr

Diese Heizerei ist teuer.

Über das ganze Land verteilt gibt die Bahn jedes Jahr rund 44 Millionen Euro allein für das Heizen der Weichen aus.

Ein enormer Aufwand, nur damit es im Winter weiterläuft.

Deshalb wird an sparsameren Lösungen gearbeitet.

Sensoren sollen nur dann heizen, wenn es wirklich nötig ist.

So lässt sich Energie sparen, ohne dass die Weichen einfrieren.

Fazit

Der Mythos stimmt: Manche Weichen werden mit offener Gasflamme geheizt.

Die meisten Weichenheizungen arbeiten jedoch mit Strom.

Das Heizen der Weichen kostet die Bahn jährlich rund 44 Millionen Euro.

Häufige Fragen

Werden Weichen wirklich mit Feuer geheizt?
Ja, manche. An bestimmten Weichen brennt bei Frost eine offene Gasflamme entlang der Schiene. Die meisten Weichenheizungen nutzen aber Strom.
Warum müssen Weichen geheizt werden?
Damit die beweglichen Teile nicht einfrieren oder von Schnee blockiert werden. Eine eingefrorene Weiche kann den ganzen Zugverkehr lahmlegen.
Was kostet das Heizen der Weichen?
Über das ganze Netz verteilt rund 44 Millionen Euro pro Jahr. Deshalb arbeitet die Bahn an sparsameren, sensorgesteuerten Heizungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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