Bahn-Slam · Ortstermin
„Sehr geehrte Fahrgäste, schnallen Sie sich nicht an – schneller als 30 wird es nicht. Dafür dampft es.“
Ortstermin: Der Rasende Roland auf Rügen
→ Ein Dampfzug auf schmaler Spur, höchstens 30 km/h schnell – und trotzdem heißt er „Rasender Roland“.
Lesezeit: 7 Minuten · Ortstermin · Rügen
Kurz gesagt
Der Rasende Roland ist die liebevoll spöttisch benannte Schmalspurbahn auf der Ostseeinsel Rügen. Auf schmalen 750 Millimetern Spur tuckert sie mit höchstens 30 Stundenkilometern zwischen Putbus, Binz und Göhren – gezogen von echten Dampflokomotiven, seit ihrer Gründung 1895 bis heute. Rund 24 Kilometer ist die Strecke lang, und sie ist kein Museum, sondern ganzjähriger Linienverkehr. Der ironische Name stammt genau von diesem Tempo: schnell ist hier nämlich gar nichts.
Der Name verspricht Tempo, die Bahn hält das Gegenteil.
Der Rasende Roland ist eine der langsamsten planmäßigen Bahnen Deutschlands – und genau das ist sein Charme.
Gemächlich dampft er über die Ostseeinsel Rügen, durch Alleen und Ostseebäder, mit offenen Fenstern und dem Geruch von Kohle.
Und das nicht als Museumsattraktion, sondern als ganz normaler Linienzug.

Schmal, langsam, dampfend
Die Bahn fährt auf einer Spurweite von nur 750 Millimetern – viel schmaler als die normalen 1.435.
Schneller als 30 Stundenkilometer wird sie nicht; für die rund 24 Kilometer von Putbus nach Göhren lässt sie sich gut eine Stunde Zeit.
Gezogen wird sie von echten Dampflokomotiven, einige davon über hundert Jahre alt.
Der Name „Rasender Roland“ ist also reine Ironie – hier rast gar nichts.
Die Bahn in Zahlen
750 mm
Spurweite
schmale Kleinbahn
30 km/h
Höchsttempo
daher der ironische Name
1895
gegründet
Dampfbetrieb bis heute
≈ 24 km
Strecke
Putbus–Binz–Göhren
ganzjährig
Linienverkehr
kein reiner Museumsbetrieb
Dampf
bis heute
teils Loks von 1914
Quelle: Wikipedia „Rügensche Bäderbahn“. Zahlen gerundet.

Kein Museum, sondern Alltag
Anders als viele Dampfbahnen ist der Rasende Roland echter Nahverkehr.
Als Linie RB 32 fährt er ganzjährig im Takt, im Sommer zwischen Binz und Göhren sogar stündlich.
Einheimische nutzen ihn zum Einkaufen, Urlauber zum Ausflug – beide im selben dampfenden Zug.
Betrieben wird die Bahn heute von einem privaten Unternehmen, das die historischen Loks am Leben hält.

Eine Reise wie früher
Wer einsteigt, reist zurück in eine andere Zeit.
Holzbänke, Messinggriffe, das Rattern der schmalen Wagen und vorne die schnaufende Lok.
Man kann die Fenster öffnen und den Fahrtwind spüren – bei 30 Stundenkilometern bleibt der angenehm.
Gerade die Langsamkeit macht die Fahrt zum Erlebnis: Man sieht die Insel, statt an ihr vorbeizurasen.

Woher der Name kommt
Viele langsame Kleinbahnen bekamen vom Volksmund ironische Spitznamen.
Der „Rasende Roland“ ist der bekannteste davon – ein Augenzwinkern über eine Bahn, die alles andere als rast.
Heute ist der Name ihr wertvollstes Aushängeschild: Er lockt Gäste aus ganz Deutschland an.
Wenn Sie dort fahren
Setzen Sie sich ans offene Fenster – aber rechnen Sie mit Rußflocken von der Lok.
Nehmen Sie sich Zeit: Eile und Rasender Roland passen nicht zusammen, und das ist gut so.
Steigen Sie in Sellin oder Binz aus und schauen Sie der Lok beim Wassernehmen zu – Technik zum Anfassen.
Häufige Fragen zum Rasenden Roland
Warum heißt die Bahn Rasender Roland?
Fährt der Rasende Roland wirklich mit Dampf?
Wie lang ist die Strecke?
Ist das ein Museum oder echter Verkehr?
Wie schnell ist der Zug?
Seit wann gibt es ihn?
Quellen
Wikipedia: „Rügensche Bäderbahn“ – 750-mm-Spur, Höchsttempo 30 km/h, Gründung 1895, Strecke Putbus–Binz–Göhren, ganzjähriger Dampfbetrieb als RB 32.
Stand: September 2026. Zahlen gerundet.
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Molli-Bäderbahn – die Dampfbahn an der Ostseeküste
→ Ortstermin: Brockenbahn – Dampf hinauf auf den Brocken
→ Wie schnell fährt der schnellste Zug? – das Gegenteil des Rasenden Roland
