Bahn-Slam · Zahlen, bitte
„Sehr geehrte Fahrgäste, dieser Zug berührt keine Schiene. Er schwebt – und er war schneller als jeder ICE.“
Wie schnell war der Transrapid?
→ 450 Stundenkilometer, schwebend: Der Transrapid war Deutschlands schnellster Zug – und fährt hier trotzdem nicht mehr.
Lesezeit: 6 Minuten · Technik & Rekorde
Kurz gesagt
Der Transrapid war Deutschlands schnellster Zug – und keiner im klassischen Sinn. Die Magnetschwebebahn berührte keine Schiene, sondern schwebte auf einem Magnetfeld knapp über der Strecke. Auf der Versuchsanlage im Emsland erreichte der Transrapid 1993 einen Rekord von 450 Stundenkilometern. In Deutschland kam er nie über das Teststadium hinaus; die Anlage wurde 2011 stillgelegt. Im Regelbetrieb fährt er nur an einem Ort der Welt: in Shanghai, mit bis zu 431 Stundenkilometern.
Es gab einmal einen Zug in Deutschland, der schneller war als jeder ICE – und der doch nie Fahrgäste von Stadt zu Stadt brachte.
Der Transrapid rollte nicht, er schwebte.
Statt auf Rädern glitt er auf einem Magnetfeld knapp über seiner Fahrbahn.
Und auf der Teststrecke im Emsland stellte er einen Rekord auf, den in Deutschland bis heute kein Zug überboten hat.

Die große Zahl
1993 erreichte der Transrapid auf der Versuchsanlage im Emsland 450 Stundenkilometer.
Das ist schneller als der schnellste planmäßige ICE und kommt dem TGV-Weltrekord nahe – nur eben ganz ohne Räder.
Möglich machte das die Magnetschwebetechnik: Magnete heben den Zug an, andere treiben ihn voran.
Keine Reibung von Rad auf Schiene bremst ihn – nur noch der Luftwiderstand.
Der Transrapid in Zahlen
450 km/h
Rekord 1993
auf der Teststrecke im Emsland
schwebend
kein Rad, keine Schiene
getragen von einem Magnetfeld
1980–2011
Versuchsanlage Emsland
gebaut, getestet, dann stillgelegt
431 km/h
Shanghai
einziger Linienbetrieb der Welt
0
Strecken in Deutschland
es blieb beim Test
Quelle: Wikipedia „Transrapid-Versuchsanlage Emsland“. Rekord 450 km/h (TR07, 1993).
Warum er nie fuhr
So faszinierend die Technik war – der Transrapid setzte sich in Deutschland nie durch.
Er brauchte eine komplett eigene Fahrbahn; auf normale Gleise konnte er nicht.
Das machte ihn extrem teuer, und geplante Strecken wie München Flughafen–Hauptbahnhof wurden wieder gestrichen.
2011 wurde auch die Teststrecke im Emsland stillgelegt – nach einem schweren Unfall 2006 und ohne Aussicht auf eine echte Linie.
Schweben statt rollen
Beim Transrapid ziehen Magnete den Zug von unten an die Fahrbahn heran, sodass er einen Zentimeter darüber schwebt.
Ein magnetisches Wanderfeld in der Fahrbahn schiebt ihn dann vorwärts – wie eine Welle, auf der er reitet.
Weil sich nichts berührt, gibt es keinen Verschleiß durch Reibung und kaum Geräusch vom Boden. Gebremst wird elektrisch, nicht mechanisch.
Zum Weiterdenken
Der Transrapid zeigt, dass „technisch möglich“ und „wird gebaut“ zwei verschiedene Dinge sind.
In Shanghai fährt er seit über zwanzig Jahren zuverlässig zum Flughafen – in seinem Heimatland nur im Museum.
Manchmal gewinnt nicht die schnellste Technik, sondern die, die zum vorhandenen Netz passt. Und das Rad-Schiene-System hatte schon ein ganzes Land voller Gleise.
Häufige Fragen zum Transrapid
Wie schnell war der Transrapid?
Wie funktioniert die Magnetschwebebahn?
Warum fuhr der Transrapid in Deutschland nie regulär?
Wo fährt der Transrapid heute?
Wo wurde der Transrapid getestet?
War der Transrapid schneller als der ICE?
Quellen
Wikipedia „Transrapid-Versuchsanlage Emsland“: Rekord von 450 km/h (1993), Bau 1980–1987, Stilllegung 2011; Shanghai als einziger Linienbetrieb mit 431 km/h.
Stand: September 2026.
Weiterfahrt
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