Wie viele Kilometer Oberleitung hat die Bahn?

Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, über uns hängt der Fahrdraht. Doch längst nicht jede Strecke hat einen.“

Wie viele Kilometer Oberleitung hat die Bahn?

→ Rund 20.000 Kilometer unter Strom – und trotzdem erst knapp zwei Drittel des Netzes.

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Kurz gesagt

Von den rund 33.000 Kilometern Streckennetz sind etwa 20.000 Kilometer elektrifiziert, also mit Oberleitung ausgestattet. Das sind rund 62 Prozent. Der Rest wird noch mit Dieselzügen befahren. Bis 2035 soll der Anteil auf 80 Prozent steigen.

Wo ein Fahrdraht über den Gleisen hängt, fährt die Bahn elektrisch – leise, sauber und kräftig.

Aber dieser Draht ist längst nicht überall.

Zusammengerechnet ergibt das deutsche Oberleitungsnetz rund 20.000 Kilometer.

Das gesamte Streckennetz ist etwa 33.000 Kilometer lang.

Rund 20.000 davon sind elektrifiziert – das sind ungefähr 62 Prozent, also knapp zwei Drittel.

Der Rest wird bis heute mit Dieselzügen befahren.

Oberleitung in Zahlen

~33.000 km

Streckennetz

gesamt

~20.000 km

elektrifiziert

mit Oberleitung

~62 %

Anteil heute

Ziel 80 % bis 2035

Der Rest wird mit Dieselzügen befahren.

Quelle: Deutsche Bahn, DB InfraGO.

ICE 1 auf der Strecke Fulda–Bebra
Foto: Joachim Seyferth, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Zwei Drittel unter Strom

Auf den großen, viel befahrenen Strecken hängt fast überall ein Fahrdraht.

ICE und schwere Güterzüge fahren elektrisch – das ist effizient und stark.

Die Hauptschlagadern des Netzes sind elektrifiziert.

Anders sieht es auf vielen Nebenstrecken aus.

Dort lohnte sich die teure Oberleitung bisher nicht, weil zu wenige Züge fahren.

Auf diesen Strecken rollen weiter Dieseltriebwagen, die ihren Treibstoff selbst mitführen.

So entsteht ein zweigeteiltes Netz: elektrisch auf den Hauptstrecken, Diesel in der Fläche.

Genau diese Lücke will die Bahn schließen – Kilometer für Kilometer, Jahr für Jahr.

Warum Oberleitung teuer ist

Eine Strecke zu elektrifizieren ist aufwendig.

Über die ganze Länge müssen Masten gesetzt, der Fahrdraht gespannt und Unterwerke gebaut werden, die den Strom einspeisen.

Auch Brücken und Tunnel müssen oft angepasst werden.

Das kostet viel Geld und Zeit.

Deshalb wurde die Elektrifizierung lange auf die wichtigsten Strecken beschränkt.

Auf einer kaum befahrenen Nebenbahn rechnete sich der hohe Aufwand schlicht nicht.

Doch die Rechnung hat sich geändert.

Strom lässt sich klimafreundlich erzeugen, Diesel nicht.

Angesichts des Klimawandels ist die Elektrifizierung heute nicht nur eine Frage der Kosten, sondern auch des Umweltschutzes.

Das Ziel: 80 Prozent bis 2035

Die Bahn will den Anteil elektrifizierter Strecken deutlich steigern – von rund 62 auf 80 Prozent bis zum Jahr 2035. Das bedeutet tausende neue Kilometer Oberleitung in den kommenden Jahren.

Für Strecken, wo sich der Fahrdraht dennoch nicht lohnt, gibt es neue Lösungen: Züge mit Batterie oder mit Wasserstoff.

Sie fahren elektrisch, ohne durchgehende Oberleitung, und können die letzten Diesel ablösen.

So verschwindet der Diesel nach und nach von der Schiene.

Die 20.000 Kilometer Oberleitung von heute sind ein Zwischenstand – das Netz unter Strom wächst weiter, dem Ziel eines sauberen Bahnverkehrs entgegen.

DB-Museum Koblenz-Lützel
Foto: Joschi71, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Elektrisch gegen Diesel

Warum überhaupt elektrifizieren? Weil der elektrische Antrieb dem Diesel klar überlegen ist.

Ein E-Zug beschleunigt kräftiger, ist leiser, stößt vor Ort keine Abgase aus und kann beim Bremsen sogar Strom zurückgewinnen.

Der Dieselzug dagegen führt seinen Treibstoff mit, verbrennt ihn und pustet Abgase in die Luft.

Er ist lauter und teurer im Betrieb.

Auf stark befahrenen Strecken ist die Elektrifizierung deshalb fast immer die bessere Wahl.

Der einzige Vorteil des Diesels ist die Unabhängigkeit von der Oberleitung.

Er fährt überall, auch wo kein Fahrdraht hängt.

Genau das machte ihn auf Nebenstrecken lange unverzichtbar – doch das ändert sich gerade.

Die Zukunft ohne Fahrdraht

Für Strecken, wo sich eine Oberleitung nicht lohnt, gibt es neue Antriebe.

Batteriezüge laden ihren Strom unter dem Fahrdraht und fahren dann ein Stück ohne.

Wasserstoffzüge erzeugen ihren Strom an Bord aus Wasserstoff.

Beide fahren elektrisch, ohne durchgehende Oberleitung, und stoßen vor Ort keine Abgase aus.

Sie sind die saubere Alternative zum Diesel auf schwach befahrenen Strecken – und ergänzen die klassische Elektrifizierung.

So entsteht nach und nach ein Bahnverkehr ganz ohne Diesel.

Mal durch neue Oberleitung, mal durch Batterie oder Wasserstoff.

Die 20.000 Kilometer Fahrdraht von heute sind nur ein Zwischenstand auf diesem Weg.

Interessant ist der Vergleich mit dem Ausland.

Die Schweiz etwa hat ihr Netz fast vollständig elektrifiziert – ein Vorbild, das zeigt, wie weit Deutschland noch gehen kann.

Dort fahren kaum noch Dieselzüge.

Der Rückstand hat historische Gründe: Nach dem Krieg wurde erst nach und nach elektrifiziert, und viele Nebenstrecken blieben außen vor.

Nun holt Deutschland auf, getrieben von Klimazielen und Kostendruck beim Diesel.

So ist die Zahl von 20.000 Kilometern eine Momentaufnahme in Bewegung.

Jedes Jahr kommen neue Abschnitte hinzu, jeder Kilometer Oberleitung ersetzt ein Stück Diesel.

Das Netz unter Strom wächst stetig weiter.

Zum Einordnen

Von rund 33.000 Kilometern Netz sind etwa 20.000 elektrifiziert (rund 62 Prozent).

Hauptstrecken haben meist Oberleitung, viele Nebenstrecken werden noch mit Diesel befahren.

Ziel: 80 Prozent bis 2035; für den Rest kommen Batterie- und Wasserstoffzüge.

Häufige Fragen

Wie viel Oberleitung hat die Bahn?
Rund 20.000 Kilometer von etwa 33.000 Kilometern Streckennetz – also knapp zwei Drittel.
Warum ist nicht alles elektrifiziert?
Weil Oberleitung teuer ist. Auf schwach befahrenen Nebenstrecken lohnte sich der Aufwand bisher nicht.
Was fährt ohne Oberleitung?
Dieseltriebwagen, zunehmend aber auch Batterie- und Wasserstoffzüge, die elektrisch ohne Fahrdraht fahren.
Wie geht es weiter?
Die Bahn will den Anteil bis 2035 auf 80 Prozent steigern – tausende neue Kilometer Oberleitung.

Weiterfahrt

→ Wie hoch liegt der höchste Bahnhof? – noch eine Zahl

→ Wie hoch hängt die Oberleitung? – der Fahrdraht im Detail

→ Hat die Bahn eigenen Strom? – woher der Strom kommt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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