Hat die Bahn ihren eigenen Strom? Der Mythen-Check

Bahn-Slam · Stimmt es, dass …?

„Sehr geehrte Fahrgäste, der Strom über uns kommt aus einem eigenen Netz – dem Bahnstromnetz.“

Stimmt es, dass die Bahn ihren eigenen Strom hat?

→ Eigene Kraftwerke, eigene Leitungen, sogar eine eigene Frequenz: Die Bahn kocht ihr eigenes Strom-Süppchen.

Lesezeit: 6 Minuten · Mythen-Check

Kurz gesagt

Ja, weitgehend. Die Bahn betreibt ein eigenes Stromnetz mit einer eigenen Frequenz (16,7 Hertz statt 50). Den Strom liefern eigene und vertraglich gebundene Kraftwerke, verteilt über eigene Hochspannungsleitungen – ein Stromsystem für sich.

Oberleitung über einer elektrifizierten Strecke
Foto: Mkkagain, CC0, via Wikimedia Commons

Der Strom aus der Steckdose ist überall gleich – sollte man meinen. Für die Bahn gilt das nicht.

Sie leistet sich ein eigenes Stromsystem, das mit dem normalen Netz erstaunlich wenig zu tun hat.

Eine eigene Frequenz

Aus der Haushaltssteckdose kommt Wechselstrom mit 50 Hertz. Die Oberleitung der Bahn führt dagegen 16,7 Hertz.

Dieser Sonderweg hat historische Gründe: Frühe Bahnmotoren liefen mit der niedrigeren Frequenz besser. Geblieben ist ein eigenes System.

Eigene Kraftwerke, eigene Leitungen

Damit dieser besondere Strom fließt, betreibt die Bahn ein eigenes Netz: mit eigenen und fest gebundenen Kraftwerken und einem Netz aus Hochspannungsleitungen quer durchs Land.

So ist die Bahn beim Fahrstrom weitgehend unabhängig – und steuert zugleich immer mehr Ökostrom bei.

Warum 16,7 Hertz?

Vor über hundert Jahren vertrugen die ersten Bahn-Elektromotoren die normalen 50 Hertz schlecht. Mit einer niedrigeren Frequenz liefen sie ruhiger.

Mehrere Länder Mitteleuropas einigten sich damals auf diesen Wert. Heute wäre er technisch nicht mehr nötig – aber das Netz ist längst gebaut.

Bahnstrom in Zahlen

16,7 Hz

Bahnfrequenz

statt 50 Hz im Haushalt

15.000 V

Oberleitung

Spannung im Fahrdraht

eigenes Netz

Hochspannung

quer durch Deutschland

Quellen: DB Energie, Grundlagen der Bahnstromversorgung.

Der Ökostrom-Anteil im Bahnstrom steigt seit Jahren.

Das Urteil

Stimmt. Die Bahn hat ihr eigenes Stromsystem – mit eigener Frequenz, eigenen Kraftwerken und eigenen Leitungen.

Ganz ohne das öffentliche Netz geht es zwar nicht, aber der Fahrstrom ist ein System für sich.

Häufige Fragen

Hat die Bahn wirklich eigenen Strom?
Ja. Sie betreibt ein eigenes Bahnstromnetz mit einer eigenen Frequenz (16,7 Hertz) und bezieht den Strom aus eigenen und vertraglich gebundenen Kraftwerken.
Warum 16,7 Hertz statt 50?
Historisch: Die ersten Bahnmotoren liefen mit der niedrigeren Frequenz besser. Das System wurde beibehalten, weil das Netz einmal darauf ausgelegt ist.
Ist der Bahnstrom grün?
Zunehmend. Der Anteil an Ökostrom im Bahnstrom steigt seit Jahren, das Ziel ist ein vollständig klimaneutraler Fahrstrom.
Kommt der Strom komplett aus eigenen Kraftwerken?
Nicht komplett. Die Bahn nutzt eigene und gebundene Kraftwerke, ist aber auch mit dem öffentlichen Netz verbunden.

Weiterfahrt

Wie viel vom Netz ist elektrifiziert? – wo überhaupt Strom fließt

Ist die Oberleitung lebensgefährlich? – Vorsicht, Hochspannung

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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