Ich verstehe nur Bahnhof
„Ein kleines Schild über dem Sitz entscheidet darüber, ob man bequem sitzt oder zwei Stunden im Gang steht.“
Sitzplatzreservierung: Wann sie sich lohnt und wann nicht
→ Alles über den reservierten Platz im Zug und wann er sein Geld wert ist.
Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon
Kurz gesagt
Mit einer Sitzplatzreservierung sichert man sich gegen einen kleinen Aufpreis einen bestimmten Sitzplatz in einem Fernzug. Der reservierte Platz wird über dem Sitz angezeigt. Besonders auf langen Fahrten, an Wochenenden und in der Ferienzeit kann sie den Unterschied zwischen bequemem Sitzen und Stehen bedeuten.
Wer schon einmal in einem überfüllten Zug zwei Stunden lang im engen Gang gestanden hat, weiß den Wert eines sicheren Sitzplatzes zu schätzen.
Genau für diesen Fall gibt es die Sitzplatzreservierung, mit der man sich schon vor der Fahrt einen bestimmten Platz sichern kann.
Ob sich dieser kleine Aufpreis lohnt, hängt jedoch stark davon ab, wann und wohin man reist.

Was eine Reservierung ist
Eine Sitzplatzreservierung ist die verbindliche Zusage, dass ein bestimmter Sitzplatz in einem bestimmten Zug für einen bereitgehalten wird.
Man bucht sie meist zusammen mit der Fahrkarte oder auch nachträglich gegen einen festen Aufpreis.
Der reservierte Platz wird während der Fahrt über dem Sitz angezeigt, in modernen Zügen auf einem kleinen Bildschirm.
Wer eine Reservierung hat, darf auf diesem Platz sitzen, auch wenn sich bereits jemand anderes dort niedergelassen hat.

Reservierung ist nicht Fahrkarte
Ein weit verbreitetes Missverständnis ist die Annahme, die Reservierung sei bereits die Fahrkarte selbst.
Tatsächlich sind das zwei ganz verschiedene Dinge, die man getrennt voneinander betrachten muss.
Die Fahrkarte berechtigt zur Fahrt, die Reservierung sichert zusätzlich einen bestimmten Sitzplatz.
Wer nur eine Reservierung, aber keine gültige Fahrkarte hat, fährt trotzdem ohne gültigen Fahrschein.
Gut zu wissen
Reservierung und Fahrkarte sind zwei verschiedene Dinge. Die Reservierung sichert nur den Platz, ohne gültige Fahrkarte fährt man trotzdem schwarz.
Im Nahverkehr, also in Regionalbahn und S-Bahn, gibt es in der Regel keine Sitzplatzreservierung.
Wann sich die Reservierung lohnt
Besonders wertvoll ist eine Reservierung auf langen Fernfahrten, bei denen man viele Stunden im Zug verbringt.
Auch an Wochenenden, zu Ferienbeginn und an Feiertagen sind die Züge oft so voll, dass ein sicherer Platz Gold wert ist.
Wer mit Kindern, mit viel Gepäck oder in einer Gruppe reist, profitiert ebenfalls von fest zugesagten Plätzen.
In all diesen Fällen wiegt der kleine Aufpreis die gewonnene Sicherheit und Bequemlichkeit bei weitem auf.
Wann man darauf verzichten kann
Auf kurzen Strecken und zu ruhigen Tageszeiten ist eine Reservierung dagegen oft überflüssig.
Wer außerhalb der Stoßzeiten reist, findet in halbleeren Zügen meist ohnehin einen freien Platz.
Auch im Nahverkehr, also in Regionalbahnen und S-Bahnen, gibt es in der Regel gar keine Reservierung.
Wer flexibel ist und die vollen Zeiten meidet, spart sich den Aufpreis in vielen Fällen problemlos.
So findet man den Platz
Auf der Reservierung stehen der Wagen und die Nummer des Sitzplatzes, den man gebucht hat.
Am Bahnsteig hilft der Wagenstandanzeiger dabei, sich schon vor der Einfahrt am richtigen Abschnitt aufzustellen.
Im Zug selbst weisen Nummern an den Wagen und über den Sitzen den Weg zum reservierten Platz.
Wer diese Angaben kennt, findet seinen Platz auch im vollsten Zug ohne langes Suchen.
Wenn jemand auf dem Platz sitzt
Es kommt vor, dass auf einem reservierten Platz bereits ein anderer Reisender sitzt, der die Anzeige übersehen hat.
In diesem Fall genügt meist ein höflicher Hinweis auf die eigene Reservierung, und der Platz wird geräumt.
Denn wer ohne Reservierung auf einem reservierten Platz sitzt, muss diesen auf Verlangen freigeben.
Ein freundlicher Ton löst solche kleinen Missverständnisse in aller Regel schnell und ohne Streit.
Reservierung in der ersten Klasse
In manchen Angeboten der ersten Klasse ist die Sitzplatzreservierung bereits im Preis enthalten.
Wer dort reist, muss sich also um den Aufpreis keine Gedanken machen und bekommt den Platz gleich dazu.
In der zweiten Klasse dagegen ist die Reservierung fast immer eine gesonderte Leistung.
Es lohnt sich deshalb, beim Kauf der Fahrkarte genau auf die jeweiligen Bedingungen zu achten.
Eine kleine Versicherung gegen den Stress
Am Ende ist die Sitzplatzreservierung eine Art kleine Versicherung gegen den Stress im vollen Zug.
Für ein paar Euro kauft man sich die Gewissheit, die Reise ausgeruht im Sitzen verbringen zu können.
Ob sich das lohnt, muss jeder für seine Reise selbst entscheiden, je nach Strecke, Tag und Gepäck.
Wer die Regeln kennt, trifft diese Entscheidung ganz bewusst und reist entspannter.
Ein Wort zur Stornierung
Wer eine gebuchte Reise nicht antreten kann, fragt sich oft, was dann eigentlich mit der Reservierung geschieht.
Eine nachträglich gebuchte Reservierung lässt sich in vielen Fällen erstatten, sofern man sich rechtzeitig darum kümmert.
Bei einer Reservierung, die fest mit einem Sparpreis verbunden ist, gelten dagegen oft strengere Regeln.
Ein Blick in die jeweiligen Bedingungen beim Kauf erspart an dieser Stelle spätere Enttäuschungen.
Häufige Fragen
Was ist eine Sitzplatzreservierung?
Ist die Reservierung schon die Fahrkarte?
Wann lohnt sie sich?
Was, wenn jemand auf meinem Platz sitzt?
Gibt es Reservierung im Nahverkehr?
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